Sam Goudsmit
niederländisch-jüdischer Schriftsteller
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Sam [Samuel] Goudsmit (* 29. Januar 1884 in Kampen; ✡︎ 23. Januar 1954 in Amsterdam) war ein niederländisch-jüdischer Schriftsteller. Er überlebte die zwischen 1940 und 1945 einsetzende Verfolgungs- und Tötungsmaschinerie der deutschen Besatzer gegen die jüdische Bevölkerung der Niederlande.[1]
Familie
Sam Goudsmit wuchs in Kampen auf. Seinen Wunsch, Rabbiner zu werden, gab er auf zugunsten einer schriftstellerischen Arbeit. Er veröffentlichte Erzählungen aus dem jüdischen Alltagsleben und konnte damit passable Erfolge erzielen.1909 heiratete er Frederika Hart (*29. Januar 1891 ✡︎6. März 1944 in Westerbork); das Paar bekam einen Sohn, Paul Bernhard Goudsmit (geb. um 1910). Die Ehe wurde geschieden. 1917 heirateten Sam Goudsmit und Judith van der Bokke (*20. Mai 1885 in Amsterdam; ✡︎30. August 1949 ebenda). Sie hatten den gemeinsamen Sohn Herman Goudsmith (*23. September 1921 in Laren; ✡︎21. Januar 1943 in Auschwitz).[2]
Leben und Werk
In den 1920er und 1930er Jahren veröffentlichte Sam Goudsmit historische Romane, die sich mit der Verfolgung der Juden im Mittelalter befassten. Als überzeugter Sozialist prangerte er in seinen Werken soziale Ungerechtigkeiten an.
Ab 1909 schrieb Goudsmit Tagebuch. Während der deutschen Besatzungszeit in den Niederlanden dokumentierte er in seinen Aufzeichnungen die Judenverfolgungen. Ab dem 17. Juli 1942 betitelte er die Einträge mit „Die Vertreibung der holländischen Juden“. Eine umfangreiche Veröffentlichung steht noch aus, doch einzelne Auszüge aus seinem Tagebuch wurden als Dokument 75 in der umfassenden Publikation über Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945, Band 12 publiziert.[3]
Der Nachlass von Sam Goudsmit wird von der Universität Amsterdam, Sammlung Allard Pierson, betreut.[4]
Werke (Auswahl)
- Dievenschool. Amsterdam 1906.
- Zoekenden. Amsterdam 1907.
- Zoekenden. tweede herziene uitgaaf [überarbeitete zweite Auflage], Amsterdam 1918.
- mit Chris Beekman: De Gast-Vertellers. [mit Illustrationen von Chris Beekman], Amsterdam 1924.
- Jankef’s Jongste. Amsterdam 1930.
- Ter Bruiloft [Zur Hochzeit]. Amsterdam 1932.
- De een zijn Dood… Amsterdam 1933.
- Simcha, de knaap uit Worms. Amsterdam 1936.
- De Gouden Kroon van Beieren. Amsterdam 1952.
Quelle:[1]
Literatur
- Katja Happe, Barbara Lambauer, Clemens Maier-Wolthausen (Hrsg.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Band 12: West- und Nordeuropa Juni 1942–1945. Oldenbourg, München 2015, ISBN 978-3-486-71843-0.