Samia Ghali
französische Politikerin
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Kindheit und Ausbildung
Ihre Eltern sind Algerier. Ihr Vater kehrte nach Algerien zurück als sie sechs Monate alt wahr. Aufgewachsen ist sie im Arbeiterviertel Bassens bei ihren Großeltern.[2]
Ihre formale schulische Ausbildung schloss sie mit einem CAP in Buchhaltung/Sekretariatswesen (Certificat d’Aptitude Professionnelle) ab und arbeitete zunächst in einer Versicherung, bevor sie beim Ortsverband der Parti Socialiste angestellt wurde.[3]
Politische Karriere
Motiviert von ihrer Französischlehrerin wurde sie 1984 Mitglied der Parti Socialiste.[2] Sie unterstützte Patrick Menucci im Wahlkampf und half ihm, den Ortsverein in der früheren Hochburg der kommunistischen Partei aufzubauen, wo der Front National erhebliche Gewinne erzielte. Dabei setzte sie sich besonders für die Bekämpfung der Drogenkriminalität in Marseille ein.[4]
1995 wurde sie Bezirksrätin und 2001 Gemeinderätin. 2008 gewann sie die Wahl zur Bürgermeisterin im 8. Bezirk in der ersten Runde direkt.[4] Als Bürgermeisterin senkte sie die Ausgaben des Bezirks und engagierte sich besonders für Familien.[2]
2008 wurde sie in den Senat gewählt.[4] Im Senat votierte sie als einzige Senatorin der PS gegen das Hadopi-Gesetz, da sie es für ungerecht hielt.[5]
Im Jahr 2012 forderte sie den Einsatz der Armee gegen die Drogenkriminalität in Marseille und die Rückkehr zur Wehrpflicht für straffällige Jugendliche. Der Vorstoß brachte ihr nationale Aufmerksamkeit.[6]
2013 kündigte sie an, bei den Kommunalwahlen 2014 für das Amt des Bürgermeisters von Marseille zu kandidieren.[7] Bei der Vorwahl der PS wurde sie in der ersten Runde Stimmenkönigin mit 25,3 % der Stimmen und lag vor dem Kontrahenten Patrick Menucci. Dieser wurde jedoch von den anderen unterlegenen Mitbewerbern unterstützt und setzte sich in der Stichwahl durch. Ghali warf dem Präsidenten François Hollande und dem Premierminister Jean-Marc Ayrault vor, in die Vorwahl eingegriffen zu haben, um sie zu verhindern, und ließ sie auf ihrer Wahlparty ausbuhen.[8]
Die Lokalwahlen 2014 gewann in Marseille die UMP. Ghali wurde als einzige Bezirksbürgermeisterin der PS in ihrem 8. Bezirk wiedergewählt.[9] Im Anschluss an die Wahl kritisierte sie, die Regierung habe die Sozialpolitik zugunsten gesellschaftspolitischer Fragen vernachlässigt und dadurch Stimmen verloren.[10]
Im August 2014 leitete sie Disziplinarmaßnahmen gegen eine Bezirksrätin ein, die sich aus religiösen Gründen geweigert hatte, eine gleichgeschlechtliche Ehe zu schließen[11] und entließ sie anschließend.[12] Die Affäre belastete ihren Wahlkampf zur Wiederwahl in den Senat, die sie nur knapp für sich entscheiden konnte.[13]
2019 ließ sie ihre Mitgliedschaft bei der PS auslaufen und gründete die Lokalpartei "Marseille avant tout", um die Kommunalwahl 2020 vorzubereiten. Für diese Partei kandidierte sie als Bürgermeisterin,[14] erhielt jedoch lediglich 6,4 % der Stimmen und stellte daraufhin das Ergebnis in Frage.[15]
