Samtgemeinde Wesendorf

Samtgemeinde in Niedersachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

In der Samtgemeinde Wesendorf aus dem niedersächsischen Landkreis Gifhorn haben sich sechs Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zusammengeschlossen.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Samtgemeinde Wesendorf
Deutschlandkarte, Position der Samtgemeinde Wesendorf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 36′ N, 10° 32′ O
Bestandszeitraum: 1974–
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Fläche: 209,38 km²
Einwohner: 14.908 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: GF
Verbandsschlüssel: 03 1 51 5407
Verbandsgliederung: 6 Gemeinden
Adresse der
Verbandsverwaltung:
Alte Heerstraße 20
29392 Wesendorf
Website: www.wesendorf.de
Samtgemeinde-
bürgermeister
:
Rolf-Dieter Schulze (parteilos)
Lage der Samtgemeinde Wesendorf im Landkreis Gifhorn
KarteSteinhorstgemeindefreies Gebiet Giebel
Karte
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Vorlage:Infobox Gemeindeverband in Deutschland/Wartung/Wappen

Geographie

Geographische Lage

Die Samtgemeinde Wesendorf liegt im Landkreis Gifhorn am Südrand der Lüneburger Heide und schließt sich nördlich an die Stadt Gifhorn an.

Samtgemeindegliederung

Weitere Informationen Gemeinde, Einwohner(Hauptwohnsitz) (31. Dezember 2024) ...
Die 6 Mitgliedsgemeinden mit ihren zugehörigen Ortsteilen und Siedlungen
Gemeinde Einwohner
(Hauptwohnsitz)
(31. Dezember 2024)[2]
Fläche
(in km²)
Dichte
(in Einw./km²)
Ortsteile/Siedlungen
Gemeinde Groß Oesingen207157,4436Groß Oesingen, Klein Oesingen, Mahrenholz, Schmarloh, Texas, Wichelnförth, Zahrenholz
Gemeinde Schönewörde88617,7350Schönewörde
Gemeinde Ummern149140,3237Pollhöfen, Ummern
Gemeinde Wagenhoff11514,32266Wagenhoff
Gemeinde Wahrenholz376057,9965Betzhorn, Teichgut, Wahrenholz, Weißenberge, Weißes Moor
Gemeinde Wesendorf554931,23178Wesendorf, Westerholz
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Der Sitz der Verwaltung ist Wesendorf.

Zentrale Orte

Der Regionalverband Großraum Braunschweig hat in seinem Regionalen Raumordnungsprogramm den Siedlungsbereich des Ortes Wesendorf als Grundzentrum ausgewiesen. Sein Einzugsbereich ist das Samtgemeindegebiet. Zusätzlich übernehmen die Siedlungsbereiche der Orte Wahrenholz und Groß Oesingen grundzentrale Teilfunktionen innerhalb der Samtgemeinde.

Im Landes-Raumordnungsprogramm Niedersachsen liegt die Samtgemeinde Wesendorf im Übergangsbereich der Einzugsgebiete der Mittelzentren Gifhorn und Wittingen sowie der Oberzentren Celle und Wolfsburg.

Bevölkerung

Demografische Daten

Laut Niedersächsischem Landesamt für Statistik wohnten 2005 in der Samtgemeinde Wesendorf 14.528 Menschen in 4.061 Gebäuden mit insgesamt 5.325 Wohnungen bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 43,5 m je Person. 24,60 % der Bevölkerung waren 2005 unter 18 Jahre alt, 9,30 % zwischen 18 und 25, 28,80 % zwischen 25 und 45, 23,10 % zwischen 45 und 64, und 14,30 % waren 65 Jahre alt oder älter. Die Arbeitslosenquote lag bei durchschnittlich 13,7 % (Männer: 10,8 %, Frauen: 16,4 %). 4.378 Menschen pendeln regelmäßig aus der Samtgemeinde heraus, 1.263 hinein.[3]

Einwohnerentwicklung

  • 1975 08.792 Einwohner
  • 1985 09.244 Einwohner
  • 1995 12.324 Einwohner
  • 2006 14.583 Einwohner
  • 2020 14.757 Einwohner
  • 2022 15.108 Einwohner

Geschichte

Historische Vorläufer

Die Samtgemeinde Wesendorf ist nicht nur ihrem offiziellen Gründungsjahr 1974 nach eine recht junge Erscheinung: Zum Zeitpunkt ihrer Gründung teilten nur zwei ihrer sechs Mitgliedsgemeinden – Wahrenholz und Wesendorf – eine durchgängige gemeinsame Verwaltungsgeschichte. Groß Oesingen hatte in dieser Hinsicht mehr mit den nördlichen, Schönewörde mit den östlichen, Ummern mit den westlichen und Wagenhoff mit den südlichen Nachbarn gemein. Die ihr zugewiesenen Aufgaben hat die Samtgemeinde Wesendorf demnach von einer Vielzahl an historischen Vorläufern geerbt.

Die Landgemeinden

Im Verlauf des 14. und 15. Jahrhunderts kamen alle Teilgebiete der heutigen Samtgemeinde Wesendorf zum Herzogtum Lüneburg. Vollständig in diesem Bereich lagen damals die zehn Landgemeinden Betzhorn, Groß Oesingen, Klein Oesingen, Mahrenholz, Pollhöfen, Schönewörde, Ummern, Wahrenholz, Westerholz und Zahrenholz. Im 16. Jahrhundert kam als elfte Landgemeinde Wesendorf hinzu. Anteilig im Bereich der heutigen Samtgemeinde lag auch die Gemeinde Langwedel, deren Gemarkung bis zur Samtgemeindegründung noch das nördliche Meesenmoor umfasste, wo der Nordteil der Siedlung Teichgut entstand. Ähnliches gilt für die Gemeinden Gamsen und Kästorf, aus deren nördlichen Teilen am 18. Juni 1927 infolge der Kultivierung und Besiedlung des südlichen Hestenmoors als zwölfte Gemeinde noch Wagenhoff gegründet wurde. Durch die Eingemeindung Klein Oesingens nach Groß Oesingen reduzierte sich die Zahl der Vorgängergemeinden 1929 wieder auf elf.

Die kommunale Selbstverwaltung der Landgemeinden in diesem Bereich beschränkte sich anfangs vorwiegend auf Landwirtschaftssachen und die Pflege und Nutzung der gemeinen Mark, wie etwa der gemeinsam genutzten Wege, Gewässer und Wälder. Auch das Wohnrecht bezog sich seit jeher auf eine bestimmte Landgemeinde, wovon unter anderem abhing, wer für wen die Armenlast zu tragen hatte. Einer „Sammtgemeinde“ im Sinne des 19. Jahrhunderts gehörte keine der Gemeinden an.

Beschlussfassendes Organ war in allen Landgemeinden bis Ende des Kaiserreichs die Gemeindeversammlung, in der die Mehrheit der Einwohner noch nicht stimmberechtigt war. In der Weimarer Republik wählten die Einwohner aller bestehenden Landgemeinden in den Kommunalwahlen von 1919 stattdessen erstmals in freier, gleicher und geheimer Wahl Gemeindeausschüsse.[4] Ausführendes Organ einer jeden Landgemeinde war ursprünglich der Schulze, der als Mitglied der Gemeinde zugleich unterster Vertreter des Herzogs war und bei Bedarf von Schöffen unterstützt wurde. Daraus wurden im 19. Jahrhundert der Gemeindevorsteher und die Beigeordneten, die nun überall von der Gemeindeversammlung und schließlich vom Gemeindeausschuss gewählt wurden.

1935 ersetzte der NS-Staat die kommunale Selbstverwaltung durch das Führerprinzip: Statt eines gewählten Gemeindevorstehers bekam jede Gemeinde einen Bürgermeister, der auf Vorschlag des jeweiligen Kreisleiters der NSDAP in Gifhorn bzw. Celle vom dortigen Landrat berufen wurde. Statt gewählter Vertreter gab es nun ebenfalls berufene „Gemeinderäte“. Erst unter britischer Besatzung konnten die Gemeinden im heutigen Samtgemeindegebiet wieder an ihre Selbstverwaltungstradition anknüpfen. Insbesondere die Rolle des gewählten Rates als Vertretungskörperschaft wurde gestärkt.

Die Kirchen- und Schulgemeinden

Personenstands-, Bestattungs- und Schulwesen wurden bis ins 19. Jahrhundert hinein innerhalb eines jeden Kirchspiels durch den Pastor und die Juraten verwaltet. Neben der Kirchengemeinde waren diese auch dem jeweiligen Patron verpflichtet. Kirchenbücher, Friedhöfe und Küsterschulen befanden sich ursprünglich nur in den Kirchdörfern. Klein Oesingen, Mahrenholz und Zahrenholz waren nach Groß Oesingen eingepfarrt (Patron v. Marenholz), Betzhorn, Wesendorf und Westerholz nach Wahrenholz, Schönewörde nach Knesebeck, Ummern und Pollhöfen nach Hohne, das nördliche Meesenmoor nach Hankensbüttel und das südliche Hestenmoor nach Gifhorn (Patron jeweils der Landesherr).

Bis Ende des 18. Jahrhunderts waren in allen damaligen Dörfern mit Ausnahme von Klein Oesingen, Mahrenholz und Zahrenholz Volksschulen gegründet worden.[5] Jede Schule wurde ab 1845 auf eine Schulgemeinde übertragen, die von einem Schulvorstand aus Pastor (später Lokalschulinspektor), Lehrer und gewählten oder vom Patron ernannten Schulvorstehern geleitet wurde.[6] Nach und nach übernahmen die Landgemeinden die Schullast der gebietsgleichen Schulgemeinden und damit das Schulpatronat, im Falle der Groß Oesinger Kirchspielgemeinden in Form eines kommunalen Schulverbands. Die späten Schulgründungen in Wagenhoff (1921 bzw. 1925/26), Teichgut (1934/35) und Zahrenholz (1936) waren von Beginn an kommunal.[7]

Das Personenstandswesen wurde 1874 per Gesetz von der Kirche auf die Standesämter übertragen. Im Gebiet der heutigen Samtgemeinde Wesendorf blieben die Standesamtsbezirke nahezu identisch mit den Kirchspielbezirken. Lediglich Ummern bekam ein eigenes, dem auch Pollhöfen zugeteilt war. Wagenhoff gehörte nach seiner Gründung weiterhin zum Standesamt Gamsen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde noch die Gemeinde Wesendorf aus dem Wahrenholzer Standesamtsbezirk herausgelöst und mit einem eigenen Standesamt versehen. Standesbeamter war in Groß Oesingen anfangs noch der Gutsbesitzer, an den übrigen Standesamtssitzen von Anfang an der dortige Gemeindevorsteher.

Zuletzt gelangte auch das Bestattungswesen mehrheitlich in kommunale Hand, als die wenigen alten kirchlichen Friedhöfe infolge des Bevölkerungswachstums im 19. und 20. Jahrhundert nicht mehr ausreichten. Alle neuen Friedhöfe außerhalb der Kirchdörfer waren von Beginn an in kommunaler Trägerschaft.

Die Vogteien und Gografschaften innerhalb der Ämter

Die „Polizei“, also das sehr umfassende Ordnungswesen, übte der lüneburgische Herzog als Landesherr und hauptsächlicher Grundherr durch seine Vögte und Gografen aus. Im 16. Jahrhundert wurden diese als örtliche Vollzugskräfte den Ämtern unterstellt. Das Kirchspiel Wahrenholz bildete die gleichnamige Vogtei, das Kirchspiel Groß Oesingen gehörte zur Vogtei Steinhorst, das nördliche Meesenmoor zur Gografschaft Hankensbüttel und das südliche Hestenmoor zur Vogtei Gifhorn. Sie unterstanden alle dem Amt Gifhorn. Schönewörde gehörte dagegen zur Vogtei Knesebeck im gleichnamigen Amt und Ummern und Pollhöfen zur Vogtei Hohne in der Amtsvogtei Beedenbostel.[8][9]

Im Jahr 1852 erweiterte die königlich-hannoversche Regierung den Umfang des kommunalen Ordnungswesens, indem sie die Vogteien in Gifhorn, Hohne, Knesebeck, Steinhorst und Wahrenholz und die Gografschaft in Hankensbüttel auflöste und einen Teil von deren Kompetenzen – wie beispielsweise die Organisation des örtlichen Feuerschutzes – auf die Landgemeinden übertrug. Zudem entwickelten sich seitdem die übergeordneten Ämter, später Landkreise, von rein obrigkeitlichen Verwaltungsbehörden ebenfalls zu Kommunen.

Bereits 1798 waren die Vogtei Steinhorst und die Gografschaft Hankensbüttel zum Amt Isenhagen gekommen.[10] 1852 folgte das Gebiet der ehemaligen Vogtei Wahrenholz,[11] und 1859 das der ehemaligen Vogtei Knesebeck. Im selben Jahr gelangte das Gebiet der Vogtei Hohne zum Amt Celle.[12] Die neue königlich-preußische Regierung überführte die übernommene hannoversche Ämtereinteilung 1885 in die Kreisverfassung. Ummern und Pollhöfen befanden sich nun im Landkreis Celle, das südliche Hestenmoor im Kreis Gifhorn und der Großteil der heutigen Samtgemeinde Wesendorf im Kreis Isenhagen. Die letzten beiden wurden 1933 zu einem größeren Kreis Gifhorn vereinigt.[13]

Gründung und Entwicklung der Samtgemeinde

1935 hatten die Nationalsozialisten beim damals noch recht kleinen Dorf Wesendorf einen Fliegerhorst errichtet, aufgebaut durch Reichsarbeitsdienst und Zwangsarbeiter. Der Standort wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erst von den Britischen Streitkräften und dann von der Bundeswehr als Hammerstein-Kaserne übernommen. Resultierend aus dem fortgesetzten Militärbetrieb vergrößerte sich Wesendorf deutlich und nahm für seine Nachbargemeinden eine immer zentralere Stellung ein. Daneben blieben auch die alten Kirchdörfer Groß Oesingen und Wahrenholz zentrale Orte. Alle elf Vorgängergemeinden der Samtgemeinde waren jedoch auch in der jungen Bundesrepublik noch eigenständige kreisangehörige Gemeinden und kooperierten mit anderen Gemeinden lediglich über Zweckverbände, Wasser- und Bodenverbände und öffentlich-rechtliche Vereinbarungen.

Samtgemeindegründung

Mit den wachsenden Anforderungen an die örtliche Verwaltung begann in Niedersachsen in den 60er Jahren die Gründung größerer kommunaler Einheiten. So schlossen sich am 30. Juni 1966 die drei Gemeinden des Kirchspiels Groß Oesingen zur Samtgemeinde Groß Oesingen zusammen. Die Gemeinde Schönewörde schloss sich entsprechend ihrer Kirchspielorientierung am 19. Juni 1969 zunächst der vier Jahre zuvor gegründeten Samtgemeinde Knesebeck an.[14] In wirtschaftlicher Hinsicht war Schönewörde jedoch bereits stärker Richtung Wahrenholz orientiert, auch schulisch gab es Ansätze der Zusammenarbeit.

Bei der geplanten Gebietsreform in Niedersachsen versuchten die Gemeinden, das Heft in der Hand zu behalten. Im Mai 1971 beschlossen daher neun von ihnen, die Samtgemeinde Wesendorf zu gründen, in ihrer Vorstellung damals noch ohne die Gemeinden Ummern und Pollhöfen und unter Beibehaltung der Eigenständigkeit aller beteiligten Gemeinden. Die von den Gemeinden geplante Samtgemeinde erreichte jedoch nicht die von Landesregierung und Landtag geforderte Einwohnerzahl. Auch einige der potenziellen Mitgliedsgemeinden erreichten nicht die geforderte Zahl von mindestens 400 Einwohnern.

Das Gifhorn-Gesetz gliederte daher mit Wirkung vom 1. März 1974 zusätzlich Mahrenholz und Zahrenholz in Groß Oesingen, Betzhorn und Teile von Langwedel (Nordteil von Teichgut) in Wahrenholz, Westerholz in Wesendorf und Pollhöfen in Ummern ein und gliederte Ummern in den Landkreis Gifhorn um. Die aus nunmehr sechs Gemeinden gebildete Samtgemeinde Wesendorf nahm am selben Tag ihre Arbeit auf.[15][16]

Entwicklungsschwerpunkte

Mit ihrer Gründung übernahm die Samtgemeinde Wesendorf von den elf Vorgängergemeinden die Schulen, Friedhöfe, Feuerwehren, Abwasserbeseitigungsanlagen und Gemeindeverbindungsstraßen sowie speziell von der Gemeinde Wesendorf das Rathaus und den vom DRK betriebenen Kindergarten. Für die Trinkwasserversorgung wurde sie Mitglied im Wasserverband Gifhorn. Bei ihr wurde nun der Großteil des gemeindlichen Ordnungswesens angesiedelt, einschließlich Einwohnermelde- und Standesamt. Außerdem erledigte sie fortan für sich und ihre Mitgliedsgemeinden die gesamte Finanz-, Personal- und Bauverwaltung, die von Beginn an durch Nutzung des Kommunalen Modell-Rechenzentrums Lüneburg ansatzweise digitalisiert waren.

Kurz nach Gründung der Samtgemeinde ereignete sich im Jahr 1975 die Brandkatastrophe im Landkreis Gifhorn, was in den ersten Jahren ihres Bestehens einen Schwerpunkt auf die Feuerwehrbedarfsplanung und gezielte Investitionen in die Feuerwehren legte. Außerdem wurden fünf neue Friedhofskapellen gebaut. Mit dem Ausbau des Wasserwerks Schönewörde 1975 konnten nach und nach immer mehr Orte zentral mit Trinkwasser versorgt werden. 1980 begann auch der Ausbau der Abwasserbeseitigung.

In den späten 80er und 90er Jahren konzentrierte sich die Bautätigkeit auf Kindertagesstätten in den übrigen fünf Mitgliedsgemeinden, was in jüngerer Zeit durch den Bau weiterer Kitas und Krippen sowie Mensen für den Ganztagsschulbetrieb fortgesetzt wurde. Ein weiterer aktueller Schwerpunkt der Samtgemeindetätigkeit liegt auf der Koordinierung des Ausbaus Erneuerbarer Energien in den Mitgliedsgemeinden sowie der Kommunalen Wärmeplanung für das gesamte Samtgemeindegebiet.[17][18]

Politik

Samtgemeinderat

Der Samtgemeinderat Wesendorf besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[19] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Neben den 30 in der Samtgemeinderatswahl gewählten Mitgliedern ist außerdem der amtierende Bürgermeister im Rat stimmberechtigt.

Samtgemeindewahl 2021
Wahlbeteiligung: 57,87 %
 %
40
30
20
10
0
36,9 %
33,9 %
8,5 %
5 %
4,9 %
4,6 %
3,3 %
2,9 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d MITEINANDER in der Samtgemeinde
f Unabhängig für die Samtgemeinde Wesendorf
h Gemeinsam für die Samtgemeinde Wesendorf

Die jüngste Kommunalwahl 2021 ergab die folgende Sitzverteilung:[20]

Samtgemeinderat 2021
        
Insgesamt 30 Sitze

Die vorherigen Kommunalwahlen ergaben die folgenden Sitzverteilungen:

Weitere Informationen Wahljahr, CDU ...
Wahljahr CDU SPD UfdSGW Grüne FDP Gesamt
2016121021126 Sitze
201114102026 Sitze
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Samtgemeindebürgermeister

Zum neuen Samtgemeindebürgermeister votierten die Stimmberechtigten mit 51,66 Prozent (von 3.509 Stimmen) für Rolf-Dieter Schulze (parteilos) aus Wahrenholz.[21] Er wurde bei der konstituierenden SG-Ratssitzung, am 2. November 2021, im DGH Schönewörde, durch Alterspräsident Siegfried Weiß vereidigt. Zu seinen beiden Stellvertretern sind Herbert Pieper (CDU) und Siegfried Weiß (SPD) ernannt worden.

Ehemalige Samtgemeindebürgermeister

  • 1974–2001 Horst Germer (Samtgemeindedirektor: Waldemar Butz)
  • 2001–2014 Walter Penshorn
  • 2014–2021 René Weber

Städte- und Gemeindepartnerschaften

Gedenkstein an die Partnergemeinde Sannerville in Wagenhoff

Die Samtgemeinde Wesendorf ist seit 1987 mit den französischen Gemeinden Cuverville, Démouville und Sannerville (Normandie) partnerschaftlich verbunden. Darüber hinaus bestehen besondere Gemeindepartnerschaften der Gemeinde Wesendorf mit der Gemeinde Páka in Ungarn (seit 1991) und der Gemeinde Wahrenholz mit dem Landkreis Radziejów in Polen (seit 2002). Die Partnerschaften werden vom Partnerschaftskreis der Samtgemeinde Wesendorf mitbetreut, der zudem selbst seit 1993 freundschaftliche Beziehungen zum Europaclub des Senvages Gymnasium in Vilnius, Litauen, pflegt.[22]

Kultur

Im Jahr 1976 wurde auf Initiative des damaligen Samtgemeindedirektors Waldemar Butz der Kulturverein Samtgemeinde Wesendorf gegründet.[23] Er präsentiert und organisiert Theater-, Musik- und Musicalaufführungen unter anderem im Kulturzentrum Wesendorf.

Die drei Büchereien in Groß Oesingen, Wahrenholz und Wesendorf mit über 8.000 Büchern und Videos sind an die dortigen Grundschulen angegliedert.

Bedeutsam fürs örtliche Brauchtum sind besonders die Schützenvereine, die es in allen Mitgliedsgemeinden gibt. Ihre Musik- und Spielmannszüge kommen auch außerhalb der jährlichen Schützenfeste zum Einsatz. Gemeinsam mit dem Feuerwehrmusikzug, den kirchlichen Posaunenchören, den Gesangvereinen und Kirchenchören bilden sie die traditionsreichsten Formen gemeinsamen Musizierens in der Samtgemeinde.

Religionen

Die evangelisch-lutherischen Einwohner der Samtgemeinde gehören drei verschiedenen Kirchenkreisen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an: Die Kirchengemeinden St. Johannis in Wesendorf (mit Wagenhoff) und St. Nicolai und Catharinen in Wahrenholz sind Teil des Kirchenkreises Gifhorn. Die Gemeinde der Friedenskirche in Groß Oesingen sowie das zur Kirchengemeinde St. Katharinen in Knesebeck gehörende Schönewörde sind Teil des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen. Ummern gehört zur Gemeinde der Himmelfahrtskirche in Hohne im Kirchenkreis Celle. In Groß-Oesingen gibt es außerdem die Immanuelsgemeinde, die der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) angehört.

Die römisch-katholischen Einwohner der Samtgemeinde gehören zur Pfarrgemeinde St. Marien in Wittingen, mit der Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Wesendorf.

Sehenswürdigkeiten

Heiliger Hain bei Betzhorn
  • Naturschutz- und Heidepark Heiliger Hain mit Hermann-Löns-Gedenkstein (Wahrenholz OT Betzhorn)
  • historische Schafställe (Heiliger Hain u. südl. Groß Oesingen an der B4), historischer Gutshof mit Backhaus (Groß Oesingen)
  • Herzogsbrunnen im Forst Ringelah (Ummern)
  • 900 Jahre alte Eiche und mystische Orte, historische Wassermühle an der Ise (Wahrenholz)
  • historische Ölförderpumpen (Wesendorf und OT Westerholz)
historische Ölförderpumpe Fa. DEA
Historische Ölförderpumpe (~1950)

Wirtschaft und Infrastruktur

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (112,5 km²) entspricht mehr als der Hälfte der Samtgemeindefläche. An verkehrsgünstigen Standorten sind gewerbliche Ansiedlungsflächen ausgewiesen. Das neue Gewerbegebiet „Hammerstein Park“ (ehemalige Hammerstein-Kaserne) mit seinen Liegenschaften und seiner Infrastruktur wurde im Januar 2007 durch die zuständigen Bundesbehörden an private Investoren zur zivilen Umgestaltung veräußert.

Tourismus und Erholung

Durch die geografische Lage mit einem großen Anteil an Wald-, Moor- und Heideflächen sowie Fließgewässern (Ise) und künstlichen sowie natürlichen Seen ergibt sich ein großer Freizeitwert und darauf aufbauend ein expandierendes Tourismusgewerbe mit:

  • Heide- und Naturpark Heiliger Hain in Betzhorn,
  • ausgedehntes Rad- und Wanderwegenetz, Waldlehrpfad,
  • zwei Sport- und Erholungsparks mit natürlichen Badeseen.

Sport

  • 15 Sportplätze, davon sechs mit Flutlichtanlagen, drei 400-Meter-Laufbahnen
  • sechs Sporthallen
  • ein Segelflugplatz

Verkehr

Bildung

  • drei Grundschulen in Groß Oesingen „Regenbogenschule“, Wahrenholz und Wesendorf am Lerchenberg mit insgesamt 809 Schülern
  • Die Oberschule Wesendorf, welche sich als „Europaschule“ bezeichnen darf. Sie ist seit dem 1. August 2004 eine Ganztagsschule und verfügt über eine Mensa in wirtschaftlicher Eigenverantwortung.
  • Die Samtgemeindeverwaltung ist verantwortlicher Schulträger. Diverse Fördervereine unterstützen die Schulen finanziell und materiell.
  • Drei Außenstellen der Kreisvolkshochschule (KVHS) Gifhorn in Wesendorf, Wahrenholz und Groß Oesingen

Literatur

  • Zahlen-Daten-Fakten 2007, Samtgemeinde Wesendorf, Stand 1. Januar 2007

Einzelnachweise

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