Sarah Mullally

britische anglikanische Bischöfin der Church of England From Wikipedia, the free encyclopedia

Dame Sarah Elisabeth Mullally DBE (geborene Bowser, * 26. März 1962 in Woking, Surrey) ist eine britische anglikanische Bischöfin. Im Dezember 2017 wurde sie als Nachfolgerin des emeritierten Bischofs Richard Chartres zur Bischöfin der Diözese London in der Church of England ernannt.[1] Seit 28. Januar 2026 ist sie als Erzbischöfin von Canterbury die oberste Bischöfin der Church of England.[2]

Sarah Mullally (2019)

Leben

Sarah Mullally ist die Tochter von Michael und Ann Bowser. Sie besuchte die Winston Churchill Comprehensive School in Woking und absolvierte an der Nightingale School of Nursing und der London South Bank University eine Ausbildung zur Krankenpflege. Sie arbeitete unter anderem am St Thomas’ Hospital. Weitere Stationen ihrer beruflichen Arbeit waren das Royal Marsden Hospital und das Westminster Hospital. 1999 wurde sie zur Chief Nursing Officer and Director of Patient Experience for England im Gesundheitsministerium des Vereinigten Königreiches ernannt.[3]

2001 wurde Mullally zur anglikanischen Diakonin und 2002 zur anglikanischen Priesterin geweiht. Sie gab ihr Amt als Chief Nursing Officer 2004 auf und arbeitete als Priesterin in verschiedenen Gemeinden im Raum London. 2005 wurde sie in Anerkennung ihrer Leistungen in der Krankenpflege und in der Geburtshilfe als Dame Commander des Order of the British Empire geadelt. Von 2012 bis 2015 gehörte sie dem Domkapitel der Kathedrale von Salisbury an. Am 22. Juli 2015 wurde sie von Erzbischof Justin Welby zur Suffraganbischöfin von Crediton in der Diözese Exeter geweiht.[4]

Nach ihrer Ernennung zur Bischöfin von London wurde sie am 14. März 2018 Mitglied des Privy Council.[5] Am 10. April 2018 wurde sie als geistlicher Lord ins House of Lords aufgenommen.[6] Ihre offizielle Amtseinführung als Bischöfin in der St Paul’s Cathedral fand am 12. Mai 2018 statt.[7]

Im Oktober 2025 wurde bekanntgegeben, dass Mullally ab 28. Januar 2026[8] das Amt der Erzbischöfin von Canterbury übernehmen soll, nachdem König Charles III. dem Vorschlag offiziell zugestimmt hat. Die Wahl wurde am 28. Januar 2026 bestätigt, damit hat sie das Amt offiziell aufgenommen.[2] Im März soll ein feierlicher Gottesdienst zur Amtsaufnahme folgen.[9] Mullally ist die erste Frau, die dieses Amt übernimmt.[10] Bei der Bestätigung wurde sie in einem traditionellen Ritual in der Londoner St-Paul’s-Kathedrale in das Amt eingesetzt; dabei kündigte sie an, den Stimmen von Betroffenen sexualisierter Gewalt stärker Gehör zu verschaffen und die kirchlichen Schutz- und Aufsichtssysteme unabhängig von kirchlicher Einflussnahme zu stärken.[11] Zugleich betonte sie angesichts politischer Spaltungen und globaler Verunsicherungen die Notwendigkeit zur Förderung von Orten des Teilens und der Gemeinschaft.[11] Die Church of England zählt knapp über eine Million Mitglieder; weltweit gehören rund 85 Millionen Gläubige zur anglikanischen Gemeinschaft, deren „Mutterkirche“ sie historisch ist.[11] In der Vergangenheit wurde Mullally mangelnde Transparenz im Umgang mit Missbrauchsfällen vorgeworfen; sie erklärte, diesen Eindruck korrigieren zu wollen.[11]

Wirken und Positionen

Mullally hat wiederholt eine Stärkung der sozialen und palliativen Pflege gefordert und spricht sich gegen Initiativen zur Legalisierung der Sterbehilfe im Vereinigten Königreich aus.[11] Sie unterstützt die Pläne der Church of England für Reparationen in Höhe von 100 Millionen Pfund aufgrund ihrer historischen Verstrickung in den transatlantischen Sklavenhandel und will diese trotz konservativer Kritik weiter vorantreiben.[11] In Fragen der Sexualethik befürwortet sie Segnungen für LGBTQIA+-Paare, hält zugleich aber am kirchlichen Verständnis fest, dass die kirchliche Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist.[11] Zum Thema Schwangerschaftsabbruch vertritt sie die Auffassung, dass andere Frauen ein Recht auf einen Abbruch haben, während ihre persönliche Haltung eher „pro life“ sei.[11] Sie berichtet, sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Kirche Erfahrungen mit Misogynie gemacht zu haben und sieht es als wichtig an, dem öffentlich zu begegnen.[11] Bei ihrer Ernennung kam es zu einem lautstarken Protest eines Gegners, welcher die Zeremonie jedoch nicht unterbrach.[11]

Privates

Seit 1987 ist sie mit Eamonn Mullally verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder.[12]

Orden und Ehrenzeichen

Einzelnachweise

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