Sarn

Dorf und ehemalige Gemeinde in Cazis im Kanton Graubünden, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Sarn ist eine Fraktion der Gemeinde Cazis im Kanton Graubünden, Schweiz.

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Sarn
Wappen von Sarn
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Graubünden Graubünden (GR)
Region: Viamala
Politische Gemeinde: Cazisi2
Postleitzahl: 7423
frühere BFS-Nr.: 3666
Koordinaten: 749947 / 175814
Höhe: 1178 m ü. M.
Fläche: 7,60 km²
Einwohner: 141 (31. Dezember 2009)
Einwohnerdichte: 19 Einw. pro km²
Sarn
Sarn
Karte
Sarn (Schweiz)
Sarn (Schweiz)
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Bis Ende 2009 bildete sie eine eigenständige politische Gemeinde. Auf den 1. Januar 2010 fusionierten die Gemeinden Cazis, Portein, Präz, Sarn und Tartar zur neuen Gemeinde Cazis.

Geographie

Das Haufendorf Sarn liegt in der Mitte der Region Heinzenberg und wird im Westen von einer Bergkette zwischen Tguma (2163 m ü. M.) und der Präzer Höhe (2120 m) begrenzt. Zur Gemeinde gehört die grossflächige Alp da Sarn, ein Gebiet mit etlichen Maiensässen. Vom gesamten Gemeindegebiet von 760 ha sind daher 600 ha landwirtschaftlich nutzbar. 115 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt. Vom Rest sind 24 ha Siedlungsfläche und 21 ha unproduktive Fläche, meist Gebirge.

Geschichte

Kuhweide vor dem Dorf Sarn
Blick auf Sarn
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2010

In Sarn wurden Münzen aus der Römerzeit gefunden. 1156 wurde der Ort als Sarn erstmals erwähnt. Mitte des 12. Jahrhunderts ist ein Grosshof des Klosters Cazis mit fünf Huben belegt. 1257 besass das Kloster Churwalden Güter in Sarn. Landesherren waren bis 1337 die Vazer, dann die Werdenberger sowie die Rhäzünser, ab 1475 der Churer Bischof. Kirchlich gehörte Sarn zur Grosspfarrei Hochrialt mit der Kirche St. Johann Baptista auf Hohenrätien, nach 1505 zu Portein. Nach der Reformation 1530 bis 1540 bildete es eine Pfarrgemeinschaft mit Tartar und Portein. Die neu erbaute Kirche wird 1686 erstmals erwähnt.[1]

Sarn war bis 1851 Nachbarschaft und Landsgemeindeort der Gerichtsgemeinde Heinzenberg und gehörte bis 2001 zum gleichnamigen Bezirk. 1709 erfolgte der Auskauf der letzten bischöflichen Rechte. Die Fahrstrasse wurde 1893/1894 gebaut. Sarn ist bekannt für eine vorzügliche Viehzucht. Nach 1976 entstand die Ferienhaussiedlung Lescha oberhalb des Dorfs mit zwei Skiliften. 2005 stellte der erste Sektor noch rund 70 Prozent der Arbeitsplätze, zum Teil in Kombination mit Nebenverdienst im Tourismus.[1]

Wappen

Wappen von Sarn
Wappen von Sarn
Blasonierung: «In Rot ein aufgerichteter goldener (gelber) Löwe, in der linken Pranke eine goldene Waage haltend.»

Sarn war lange Ort der Landsgemeinde und Gerichtssitz für den Heinzenberg und führt daher das Gerichtswappen des Heinzenbergs weiter, wobei die silberne (weisse) Farbe des Löwen in Gold gewechselt wurde.

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr 18501900195019801990200020052009
Einwohner 259150168129148159141141
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Sprachen

Ursprünglich sprachen die Bewohner Sutselvisch, eine bündnerromanische Mundart. Bereits im 19. Jahrhundert begann der Sprachwechsel. Dieser erfolgte in der Zwischenkriegszeit. Gaben 1880 noch 62 % und 1910 noch 58 % Romanisch als Muttersprache an, war dieser Wert bis 1941 auf 32 % gesunken. Bis 1980 behauptete sich eine schrumpfende romanische Minderheit. Seither ist das Dorf einsprachig, Deutsch ist die einzige Behördensprache. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Weitere Informationen Sprachen, Volkszählung 1980 ...
Sprachen in Sarn
SprachenVolkszählung 1980Volkszählung 1990Volkszählung 2000
AnzahlAnteilAnzahlAnteilAnzahlAnteil
Deutsch11589,15 %14497,30 %15597,48 %
Rätoromanisch118,53 %42,70 %00,00 %
Italienisch32,33 %00,00 %31,94 %
Einwohner129100 %148100 %159100 %
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Herkunft und Nationalität

Von den Ende 2005 141 Bewohnern sind 138 Schweizer Staatsangehörige.

Sehenswürdigkeiten

Reformierte Kirche

Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Sarn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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