Sava Sekulić
jugoslawischer naiver Maler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Sava Sekulić (* 1902 in Bilišani bei Obrovac, heute Kroatien; † 1989 in Belgrad) war einer der wichtigsten jugoslawischen naiven Maler.

Biografie
Mit zehn Jahren verlor er seinen Vater. Seine Mutter zog danach zu ihrem neuen Ehemann. Sekulić wuchs bei seinem Onkel und seiner Tante auf. Lesen und Schreiben brachte er sich selbst bei. Schon als 15-Jähriger wurde er in den Krieg geschickt und kehrte auf einem Auge erblindet und mit einer schweren Fußverletzung zurück. Im Alter von 22 Jahren schrieb er seine ersten Gedichte. 1924 heiratete Sekulić ein erstes Mal. Innerhalb kurzer Zeit verstarben seine Frau und sein neugeborenes Kind. Im Jahr 1932 begann er zu malen. 1933 heiratete er ein zweites Mal. Gemeinsam mit seiner zweiten Frau betrieb er ein Café. Das Paar hatte zwei gemeinsame Kinder. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ließ sich Sekulić scheiden. Die gemeinsame Tochter kam zur Mutter, der Sohn blieb beim Vater. 1943 verlor er bei einem Umzug die Gesamtheit seines bisher geschaffenen Werkes. Art und Inhalt dieser Bilder ist nicht dokumentiert und somit für die Nachwelt nicht erhalten. Sekulić hatte keinen Kontakt zur lokalen Kunstwelt und arbeitete in nahezu vollständiger Isolation, bis er 1964 Mitglied in der Malersektion des Kultur- und Kunstvereins Jedinstvo (dt. Einheit) wurde. Zeitlebens bezeichnete sich der Künstler als Autodidakt, was sich auch in seinem Werk niederschlug: Er signierte seine Bilder mit dem kyrillischen Kürzel CCC, das sich als Sava Sekulić Autodidakt ins Deutsche übertragen lässt. Katarina Jovanović, Kunstkritikerin und mehrjährige Leiterin der Sektion Jedinstvo, förderte Sekulićs Werk maßgeblich. 1969 organisierte sie seine erste Einzelausstellung in der Arbeiteruniversität Belgrad und schrieb dafür ein einleitendes Vorwort. Seine erste Einzelausstellung markierte den Beginn seiner produktivsten Schaffensphase. Zahlreiche nationale und internationale Einzel- und Gruppenausstellungen folgten. Trotzdem blieb er auf körperliche Arbeit angewiesen, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Hauptsächlich war er dabei als Maurer tätig. Sava Sekulić verstarb im Alter von 87 Jahren in Belgrad.[1]
Ein Großteil der Werke Sava Sekulićs befindet sich heute in der Sammlung Zander in Köln.
Werke
Seine vom Volksglauben beeinflussten Bilder zeichnen sich durch ihre unverwechselbare harmonische Umsetzung aus. Formen schwingen ineinander und Wesen – halb Tier halb Mensch – durchdringen sie. Neben klaren Farben tauchen mystische Motive und mythologische Gestalten in naiver Gegenständlichkeit auf. Er arbeitete mit Öl und Wasserfarbe, überwiegend auf Karton und Pappe, zeichnete mit Bleistift, sehr selten mit Tusche.
Zu den bekanntesten Bildern gehören:
- Napoleon und seine Generäle (1974)
- Napoleon und seine Töchter (1974)
- Mutter mit Kind (1977)
- Knie und Ellenbogen (1979)
- Sitzender weibliche Akt (um 1980)
- Musiker (1986)
Werke von Sava Sekulić sind unter anderem in der Sammlung Zander in Köln[2], in der Schweizer Sammlung Dammann, im Kroatischen Museum für Naive Kunst in Zagreb[3], im Museum of Naïve and Marginal Art in Jagodina, im Kunstmuseum Thurgau in Warth und im Withworth in Manchester vertreten.
Ausstellungen (Auswahl)
- 1976 Sava Sekulić, Kroatischen Museum für Naive Kunst, Zagreb
- 1984 Sava Sekulić, Charlotte Galerie für Naive Kunst und Art Brut, München
- 1988 Sava Sekulić, Galerie Susanne Zander, Köln
- 1992 Sava Sekulic, Galerie Rudolf Zwirner, Köln
- 2003 Sava Sekulić, Museum of Naïve and Marginal Art, Jagodina
- 2004 Einblicke, Galerie Hell, München
- 2006 Einblicke II, Galerie Hell, München
- 2008 35 Jahre, Galerie Hell, München
- 2010–11 Sava.!, Museum Gugging, Maria Gugging
- 2015 CCC – Sava Sekulić Self-Taught, Sammlung Zander, Bönnigheim
- 2016 27 Künstler, 209 Werke. Sammlung Zander, Bönnigheim
Literatur
- Susanne Zander (Hrsg.): 26 Künstler*innen. Arbeiten aus der Sammlung Zander. Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König, Köln 2023, S. 229.
- Claudia Dichter: Outsider Art – Collection Charlotte Zander. Hrsg. von Charlotte Zander. Bönnigheim: Wachter Verlag, 1999. ISBN 3-926318-31-7.
- Günter Karl Bose und Charlotte Zander (Hrsg.): Sava Sekulić. Brinkmann & Bose, Berlin 1993.
Weblinks
- Sava Sekulić – Sammlung Zander
- Sava Sekulić, 1902–1989 auf der Website der Galerie Delmes Zander
- Sava Sekulić beim Museum of Naïve and Marginal Art (MNMA), Jagodina, Serbien (englisch)
- Sava Sekulić (serbisch, 1902 – 1989) bei artnet