Sayyid Ahmad Barelwi
islamischer Reformer und Führer der Bewegung Tariqa-yi Muhammadiya
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Sayyid Aḥmad Barelwī, in der englischen Schreibung Syed Ahmad Barelvi (auch in Namensform Sayyid Ahmad Shahid; geb. 1786 in Rāe Bareli, Uttar Pradesh, Indien; gest. 1831 in Balakot, das heutzutage im Distrikt Mansehra in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa in Pakistan liegt), war ein von den Wahhabiten beeinflusster islamischer Reformer und Führer der revolutionären Bewegung der Muslime von Nordindien im 1. Drittel des 19. Jahrhunderts, der Bewegung Tariqa-yi Muhammadiya („Muhammadanischer Pfad“). Er war Anführer von Kämpfen gegen die Briten und die Sikhs.
Sein Ziel war es, den Islam vom schirk der insbesondere in Indien verbreiteten Heiligenverehrung und abergläubischen Bräuche zu reinigen und die Hindus zu bekehren.[1]
Er führte seine Anhänger am 21. Dezember 1826 in den Dschihad gegen die Sikhs im nördlichen Indien[2] und wurde im Kampf gegen diese im Jahr 1831 getötet. Die „durch ihn erregte innerislamische religiöse Bewegung [wirkt] auch nach seinem Tod im indischen Islam fort“[3] (I. Goldziher).
Er und sein Schüler Shah Ismail Shahid[4] – die von ihren Gegnern als „Wahhabiten“ qualifiziert wurden – waren aus dem Naqschbandi-Orden hervorgegangen,[5] die von ihnen eingeführten Reformen standen unter dem Einfluss des Jemeniten asch-Schaukānī (gest. 1834).[6]
Sayyid Aḥmad Barelwī unternahm die Wallfahrt nach Mekka, wo er mit den Lehren von Muhammad ibn Abd al Wahhab und des Salafismus vertraut wurde.[7] Im Gegensatz zu den saudischen Wahhabiten lehnte Barelwī den Sufismus und den Glaube an die Fürsprache der Heiligen nicht ab.[8]
Literatur
- Marc Gaborieau: Le Mahdi incompris. Sayyid Ahmad Barelvi (1786–1831) et le millénarisme en Inde. CNRS editions, Paris 2010, ISBN 978-2-271-06672-5. (Review von Hamit Bozarslan)
- Marc Gaborieau: Le mahdi oublié de l'Inde britannique : Sayyid Ahmad Barelwî (1786–1831), ses disciples, ses adversaires. In: Revue des mondes musulmans et de la Méditerranée. Oktober 2000, S. 91–94. (remmm.revues.org)
- Ignaz Goldziher: Vorlesungen über den Islam. 2. Auflage. 1925 (Onlineversion einer englischen Teil-Übersetzung der Textstelle)
- M. Ahmad: Saiyid Ahmad Shâhid: his Life and Mission. Academy of Islamic Research and Publications, Lucknow 1975, OCLC 611066777.
- A. Maiello: Sayyid Ahmad's Imamate According to Shâh Ismâ'îl Shâhîd. In: D. Bredi, G. Scarcia (dir.): Ex libris Franco Coslovi. (= Eurasiatica. Nr. 40). Université de Venise, 1996, OCLC 794833941, S. 251–264.
- Q. Ahmad: Aḥmad Šahīd Barēlvī.” (EIr) – Online unter iranicaonline.org
- Rudolph Peters: Erneuerungsbewegungen im Islam vom 18. bis zum 20. Jahrhundert und die Rolle des Islams in der neuen Geschichte: Antikolonialismus und Nationalismus. In: Ende/Steinbach: Der Islam in der Gegenwart. Bonn 2005, ISBN 3-89331-625-6, S. 90 ff.