Schachthut
bergmännische Kopfbedeckung
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Der Schachthut, auch Schachthütel,[1] Schachtmütze,[2] Bergmannshut oder Zechenhut genannt, ist eine bergmännische Kopfbedeckung, die Bestandteil der bergmännischen Arbeitskleidung war.[1] Der Schachthut fand auch Einzug in der bergmännischen Volkskunst, indem die Form der Krone der erzgebirgischen Engel an die Form des Schachthutes angepasst ist.[3] Schachthüte wurden als Bestandteil der Arbeitsbekleidung seit der zweiten Hälfte der 1930er Jahre nach und nach von den ledernen Schutzkappen mit Schirm verdrängt.[4]


Grundlagen und Geschichte
Bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts trugen die Bergleute als Kopfbedeckung die Fahrhaube, eine Art Mütze aus weißem Leinentuch.[5] Im Laufe des 18. Jahrhunderts trat an die Stelle der Fahrhaube nach und nach eine aus grünem Filz gewalkte Mooskappe.[6] Diese hielt den Kopf in den kalten und nassen Erzbergwerken warm und trocken und ermöglichte ein uneingeschränktes Gehör und beeinträchtigte die Bewegungsfreiheit des Bergmanns nicht.[4] Zudem schützte sie den Kopf gegen Anstoßen an Felsecken und Ausbau.[6] Jedoch bot sie keinen Schutz gegen Steinfall aus dem Hangenden.[4] Der grüne Schachthut wurde im Laufe der Jahre zusammen mit Schachtjacke und dem Arschleder zur Tracht des Bergmannes und zu seinem Standeszeichen.[7] Während der Regentschaft von August dem Starken wurde die Bergmannskleidung und somit auch der Schachthut von der kursächsischen Bergverwaltung durch Vorschriften streng geregelt.[8] So wurde klar geregelt, wie sich die Bergleute, mit Ausnahme der höheren Bergbeamten, der Hierarchie nach zu kleiden hatten.[7] Für die Bergleute war dies eine kostspielige Angelegenheit, denn sie mussten die Schachthüte und die Trachten von ihrem Lohn bezahlen.[5] Im Verlauf der 1930er Jahre wurden verstärkt stabilere Schutzkappen aus Leder als Kopfbedeckung[ANM 1] bei den Bergleuten eingesetzt.[4] In einigen Bergrevieren wie z. B. dem Mansfelder Bergrevier wurden auch aus Gummi hergestellte Schutzkappen genutzt.[9] Ab den 1950er Jahren wurden im Bergbau als Kopfschutz Schutzhelme aus Kunststoff verwendet.[4] Heute wird der Schachthut nur zu feierlichen Angelegenheiten und in den Knappenvereinen getragen.[10]
Aufbau und Form
Die ersten Schachthüte wurden aus geflochtenen Weiden- oder Buchenzweigen hergestellt.[11] Später wurden die Schachthüte dann aus gewalktem Filz hergestellt.[6] Traditionell wurde die grüne Farbe, die an die Naturfarbe der ersten aus Ruthen und Binsen geflochtenen Hüte erinnerte, beibehalten.[11] Im Laufe der Jahre wurden sowohl die Form als auch das Aussehen der Schachthüte verändert.[5] Anfänglich hatte der Schachthut zunächst keine Krempe.[1] Später wurden Schachthüte mit Nacken- und Ohrenschutz getragen, die mit einer Stirnklappe versehen waren, die von einem besonderen Band gehalten wurde.[11] Auch die Farben der Schachthüte wurden geändert, mal waren sie grün, mal weiß, dann auch mal wieder schwarz.[5] Allmählich wandelte sich das Aussehen des Schachthutes weg von der zweckmäßigen Kopfbedeckung hin zum Bestandteil der barocken Paradeuniform.[12] Zusätzlich erhielten die Schachthüte noch das bergmännische Symbol Schlägel und Eisen und weiteren Zierrat wie z. B. weiße Kreuze an den Seiten.[11] Im Laufe der Jahre kamen weiterer Zierrat wie z. B. Federbüsche in unterschiedlichen Farben hinzu, außerdem wurden an den Schachthüten verschiedene Symbole als Rangabzeichen angebracht.[13]
Trageweise
Der Schachthut wurde von den Bergleuten in unterschiedlicher Weise getragen.[4] Die einfachen Bergleute trugen den Schachthut in der Regel direkt auf dem Kopf.[2] Der Schachthut wurde bis kurz über die Ohren über den Kopf gezogen.[4] Die Bergbeamten und Bergbedienten[ANM 2] trugen meistens unter dem Schachthut eine weiße Schachthaube.[2] In einigen Bergrevieren trugen sie anstelle der Fahrhaube ein weißes Fahrtuch.[12] Es gab auch Bergreviere, in denen die einfachen Bergleute eine Fahrhaube unter dem Schachthut trugen.[14]