Schifflingen

Gemeinde in Luxemburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Schifflingen (luxemburgisch Schëffleng/?, französisch Schifflange) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Esch an der Alzette.

Schnelle Fakten Wappen, Karte ...
Schifflingen
Wappen Karte
Wappen von Schifflingen Lage von Schifflingen im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Schifflange, von der „Plakeger Kopp“ aus gesehen (2008)
Schifflange, von der „Plakeger Kopp“ aus gesehen (2008)
Staat: Luxemburg Luxemburg
Koordinaten: 49° 30′ N,  1′ O
Kanton: Esch an der Alzette
Einwohner: 11.589 (1. Januar 2025)[1]
Fläche: 7,71 km²
Bevölkerungsdichte: 1503 Einw./km²
Gemeindenummer: 0214
Website: www.schifflange.lu
Politik
Bürgermeister: Carlo Feiereisen (LSAP)
Schöffen: vakant (CSV)

Rizo Agovic (LSAP)
Nadine Kuhn-Metz (CSV)

Wahlsystem: Proporzwahl
Sitzverteilung im Gemeinderat:
6
2
1
6
6 2 1 6 
Insgesamt 15 Sitze
Regierende Fraktion: CSV, LSAP
Opposition: déi gréng, DP, déi Lénk
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Geographie

Lage

Die Ortschaft liegt etwa zwei Kilometer östlich der Stadt Esch an der Alzette und 15 Kilometer südwestlich von Luxemburg.

Südlich von Schifflingen befindet sich der „Schëfflénger Bierg“, auf dessen Anhöhen Kalkbuchenwald steht. Dort vorhandene Grabungs- und Aufschüttungsflächen stammen aus früherer Zeit des Bergbaus.

Geologie

„Metzerschmelz“

Ein geologischer Aufschluss macht die kalkigen Sandsteinformationen des oberen Lias sichtbar; diese enthalten aber nur im Differdinger Becken Minetteablagerungen. Am Schifflinger Berg liegen die Minette führenden Schichten höher, nämlich in den unteren Formationen des Dogger.

Geschichte

Die Herausgeber des Urkundenverzeichnisses „Regnum Francorum online“ verzeichnen in „Scuffelingen“ drei Schenkungen an das Kloster Echternach, zwei davon kurz hintereinander in den Jahren 798–799, die dritte und vermutlich letzte zwischen 877 und 878 (RFO Echternach 117, 118, 154). Der Ort, der zuvor ein Gemeindeteil von Esch an der Alzette gewesen war, wurde erst am 31. August 1876 durch ein Dekret Prinz Heinrichs der Niederlande vom 6. Juli 1876 zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben.[2]

Für Schifflingen war früher der Bergbau ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Abbau der grauen Minette erfolgte von 1892 bis 1927 in der „Gro Minière“. Der Stollen wurde von der deutschen Wehrmacht gesprengt, um zu verhindern, dass sich dort Widerständler versteckten. 1865 errichtete Metz & Cie die „Metzerschmelz“ an den Ausläufern des Lallinger Berges. Das „Binnchen“ dorthin führte über die „Schwaarz Bréck“, die Ende der 1870er Jahre wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Die Gesellschaft fusionierte am 21. Oktober 1911 in die A.R.B.E.D. (Aciéries Réunies de Burbach, Eich, Dudelange), und es wurde ein Stahl- und Walzwerk gebaut.

Nach der Besetzung Luxemburgs durch die deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 bildete sich um den Lehrer Albert Wingert eine Widerstandsbewegung, die auf dem Friedhof am Schifflinger Berg eine Druckerei, ein Waffenlager sowie einen Geheimsender versteckt hielt. Als im August 1942 für Luxemburger die allgemeine Wehrpflicht eingeführt wurde, kam es zum Luxemburgischen Generalstreik, worauf die Besatzungsmacht mit Erschießungen, Deportationen in Gefängnisse und Konzentrationslager sowie Zwangsumsiedlungen reagierte. Insgesamt mussten etwa hundert Schifflinger ihr Leben unter dem Nationalsozialismus lassen.[3] 79 Männer aus Schifflingen meldeten sich freiwillig für den Dienst in der deutschen Wehrmacht. Insgesamt wurden 460 Männer aus Schifflingen rekrutiert.[4]

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl Schifflingen 2023[5]
 %
40
30
20
10
0
34,6 %
32,4 %
12,1 %
11,2 %
9,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2017
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
−3,8 %p
−4,8 %p
−4,5 %p
+3,4 %p
+9,8 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Sitzverteilung im Gemeinderat Schifflingen seit 2023
     
Insgesamt 15 Sitze

Bevölkerungsentwicklung

Schifflingen belegt, bezogen auf die Gemarkungsfläche, den viertletzten Platz der größten Gemeinden des Landes, steht aber, was die Bevölkerungszahl betrifft, an achter Stelle (Gemeinden) bzw. an fünfter Stelle (Ortschaften). Neue Wohngebiete (z. B. „Cité Op Hudelen“) und Gewerbeflächen sind entstanden, sodass die Marke von 10.000 Einwohnern im Jahr 2017 überschritten wurde. Mit einer Bevölkerungsdichte von 1.465 (Stand 1. Januar 2021) Einwohnern pro Quadratkilometer ist Schifflingen nach Luxemburg-Stadt und Esch/Alzette die am drittdichtesten besiedelte Ortschaft bzw. Gemeinde Luxemburgs.

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis zur Erhebung zu einer eigenständigen Gemeinde 1876
Jahr Einwohner Anmerkungen
1818424als Gemeindeteil von Esch an der Alzette[6]
1837626[6]
1847610[6]
1869724bei 125 Feuerstellen (Haushaltungen)[6]
1870767[6]
1876am 6. Juli, Abtrennung des Gemeindeteils Schifflingen von Esch an der Alzette[2]
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Freizeitangebote

Der „Schëfflénger Bierg“ ist durch einen acht Kilometer langen Rundwanderweg, der am Sportzentrum/Schwimmbad beginnt, als Naherholungsgebiet erschlossen. Auf den ehemaligen Abraumhalden des Bergbaus wächst Trockenrasen, der insbesondere durch das Vorkommen von Orchideen bemerkenswert ist.

Gemeindepartnerschaft

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Commons: Schifflingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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