Schipkau

Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz, Brandenburg, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Schipkau (obersorbisch Šejkow) ist eine Gemeinde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Schipkau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schipkau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 32′ N, 13° 54′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Oberspreewald-Lausitz
Höhe: 109 m ü. NHN
Fläche: 68,94 km²
Einwohner: 6726 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01968 (Hörlitz)
01993 (Schipkau)
01994 (Annahütte, Drochow, Meuro)
01998 (Klettwitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 035754
03573 (Hörlitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: OSL, CA, SFB
Gemeindeschlüssel: 12 0 66 285
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 4
01998 Schipkau
OT Klettwitz
Website: www.gemeinde-schipkau.de
Bürgermeister: Klaus Prietzel (CDU)
Lage der Gemeinde Schipkau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Karte
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Geografie

Luftaufnahme von Schipkau

Die Gemeinde Schipkau liegt im südlichen Teil des Bundeslandes Brandenburg. Die Stadtgrenze Dresdens ist etwa 50 Kilometer entfernt, bis zum Schönefelder Kreuz an der Südgrenze Berlins sind es etwa 100 Kilometer. Die Gemeinde liegt im Lausitzer Braunkohlerevier.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Schipkau gliedert sich in folgende Ortsteile mit den zugehörigen Wohnplätzen:[2]

Zum Ortsteil Schipkau gehören zudem die ehemaligen Arbeitersiedlungen Galgenbergsiedlung und Rosa-Luxemburg-Siedlung, die ehemalige Kolonie Vogelberg und Reste des alten Dorfkerns aus der germanischen Neuzeit.[3]

Geschichte

Ausgangslage

Am 31. Dezember 2001 schlossen sich die sechs bis dahin selbstständige Gemeinden Annahütte, Drochow, Hörlitz, Klettwitz, Meuro und Schipkau zu der neuen Gemeinde Schipkau zusammen.[4] Die Gemeinden hatten sich bereits 1992 im Amt Schipkau zu einem Verwaltungsverbund zusammengeschlossen.

Verwaltungszugehörigkeit

Bevölkerungsentwicklung

Statistik ab 1875

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
18750 527
18900 889
19101 752
19252 015
19332 129
19392 274
JahrEinwohner
19463 430
19503 326
19643 469
19714 598
19814 042
19853 857
JahrEinwohner
19905 330
19954 996
20003 907
20057 605
20107 357
20156 813
JahrEinwohner
20206 638
20216 576
20226 845
20236 775
20246 726
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[5][6][7], von 2011 bis 2021 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von sechs Gemeinden zur neuen Gemeinde Schipkau im Jahr 2001 zurückzuführen.

Sprache

In den Ortslagen Schipkaus wird traditionell die niederlausitzische Mundart sowie der sorbische Koschener Dialekt (Košynska narěc) gesprochen, wobei auch der um 1885 in den Ortslagen Annahütte und Drochow nahezu verdrängte Schliebener Dialekt (Złowinska narěc) des Niedersorbischen auf Grund des Zuzugs aus den neuen Braunkohlerevieren um Cottbus, durch Jänschwalder-Lehder (Janšojce-Lědjanska narěc) und Schleifer Dialekt (Slěpjanska narěc) heute teilweise ersetzt wurde.

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Schipkau besteht regulär aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:[8]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Ergebnis 2024 ...
Partei / Wählergruppe Ergebnis
2024
Sitze
2024
Ergebnis
2019
Sitze
2019
Ergebnis
2014
Sitze
2014
CDU29,2 %532,4 %638,1 %7
AfD27,7 %319,1 %3
Gemeinsam für die Gemeinde Schipkau14,4 %3
Einzelbewerber Thomas Nützsche10,4 %1
Meuroer Bürgerbündnis07,0 %109,1 %209,2 %2
Unabhängige Bürgervereinigung04,3 %105,8 %115,3 %3
Die Linke02,6 %115,4 %318,9 %3
Bündnis 90/Die Grünen02,6 %
FDP01,0 %
Einzelbewerber Andreas Schürer00,8 %
SPD15,3 %318,5 %3
Wahlbeteiligung 66,7 % 59,5 % 49,6 %
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Der Stimmenanteil des Einzelbewerbers Thomas Nützsche entspricht zwei Sitzen; der Stimmenanteil der AfD entspricht fünf Sitzen, die Partei war aber nur mit drei Kandidaten angetreten. Daher bleiben drei Sitze in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister

  • 1998–2002: Jürgen Trabandt (SPD)[9]
  • 2002–2010: Siegurd Heinze (parteilos)[10]
  • 2010–2026: Klaus Prietzel (CDU)
  • ab 2026: Thomas Nützsche (parteilos)

Prietzel wurde in der Bürgermeisterwahl am 30. Mai 2010 mit 61,7 % der gültigen Stimmen gewählt. In der Wahl am 22. April 2018 wurde er mit 58,5 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[11] Zur Wahl 2026 trat er nicht mehr an.

Bei der Bürgermeisterwahl am 11. Januar 2026 wurde Thomas Nützsche mit 68,4 % der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 61,8 % für eine Amtszeit von acht Jahren[12] zum neuen Bürgermeister gewählt.[13] Er wird das Amt voraussichtlich im Juni 2026 antreten.

Wappen

Wappen von Schipkau
Wappen von Schipkau
Blasonierung: „In Silber ein abgeschnittener, S-förmiger grüner Hagebuttenzweig mit sechs roten Früchten, beseitet unten rechts von einem schräggekreuzten schwarzen Schlägel und Eisen, oben links von einer nach rechts wehenden, schwarz-silbern geschachteten Fahne.“[14]
Wappenbegründung: Das neue Wappen wird in der Mitte durch einen S-förmigen Zweig einer Hagebuttenpflanze geteilt. Das „S“ steht für den Anfangsbuchstaben des Gemeindenamens. Die Hagebuttenpflanze als regional beheimatete Pflanze, welche zunehmend sich in den rekultivierten Flächen wieder ausgebreitet hat, symbolisiert zugleich das Zusammenwachsen der sechs Ortsteile. Die Ortsteile sind als sechs Hagebuttenfrüchte dargestellt. In der linken unteren Hälfte des Wappens ist das Bergbausymbol in Form von Schlägel (Hammer) und Eisen (Meißel) angeordnet. Damit wird die Tradition des Bergbaus im Gemeindegebiet als Vergangenheit symbolhaft dargestellt. In der rechten oberen Hälfte ist in der Darstellung eine schwarzweiß geschachtete Start- und Zielflagge zu sehen. Diese steht für die Entwicklung der Gemeinde Schipkau mit dem Ziel der Entwicklung des Tourismus und der daraus resultierenden Stärkung der heimischen Wirtschaft und unter der Einbeziehung des Lausitzrings, welcher im Zentrum der Gemeinde Schipkau liegt.

Das Wappen hat der Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge

Die Flagge der Gemeinde Schipkau ist zweistreifig Rot – Weiß mit dem Gemeindewappen in der Mitte.

Sehenswürdigkeiten (Auswahl)

Henriettenkirche Annahütte
Evangelische Kirche in Klettwitz

In der Liste der Baudenkmale in Schipkau stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmale, in der Liste der Naturdenkmale in Schipkau sind die Naturdenkmale gelistet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Überblick

Nach dem Auslaufen des Braunkohlenbergbaus (Tagebau Klettwitz, Tagebau Klettwitz-Nord, Tagebau Meuro) hat sich die Gemeinde Schipkau zu einer Motorsportgemeinde entwickelt. Der EuroSpeedway Lausitz und das DEKRA Technology Center tragen dabei zum technologischen Wandel und zur Modernisierung der Infrastruktur der Gemeinde bei.

Energiepark Lausitz

Kennzeichnend für die Gemeinde sind unter anderem die Energieparks in Schipkau. Im Laufe der Zeit wurden über 50 Windkraftanlagen errichtet. Die Photovoltaik-Freiflächenanlage mit einer Leistung von 72 MWp ist Teil des 2011 eröffneten Solarkomplexes Senftenberg.

Auf der Klettwitzer Hochkippe wurde 2021 das Projekt Energiepark Lausitz[15] der Gemeinde Schipkau[16] von GP Joule[17] mit den Partnern Terravent[18] und Steinbock EE realisiert.[19] Dort werden die Freiflächen zwischen den bestehenden Windenergieanlagen für den Bau und den Betrieb von Photovoltaikanlagen genutzt.

Der gewonnene Strom wird ins Netz eingespeist; andererseits soll damit grüner Wasserstoff erzeugt werden. Die Hochkippe wurde im Zuge des Braunkohleabbaus mit teils wenig fruchtbaren Boden künstlich aufgeschüttet und kann daher nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Der Solarpark mit zunächst 90 MW elektrischer Leistung wurde im Jahr 2022 auf 300 MW erweitert.

Am 19. September 2024 erfolgte die Grundsteinlegung für das GICON-Höhenwindrad Schipkau als die höchste Windkraftanlage der Welt. Mit Rotorblatt in 12-Uhr-Position soll eine Gesamthöhe von 365 m erreicht werden, drei Meter weniger als der Berliner Fernsehturm.[20]

Verkehr

Schipkau liegt an der Landesstraße L 60 zwischen Lauchhammer und Senftenberg. Durch die Ortsumfahrung Senftenberg erhielt der Ortsteil Hörlitz einen direkten Anschluss an die Bundesstraße 169. Die Autobahn A 13 Berlin–Dresden durchquert das Gemeindegebiet, die Anschlussstelle Klettwitz liegt auf dem Territorium der Gemeinde.

Auf den Bahnstrecken Finsterwalde–Schipkau und Schipkau–Senftenberg mit den Bahnhöfen Schipkau, Klettwitz, Klettwitz Krankenhaus und Annahütte wurde der Personenverkehr 1966 eingestellt.

Flugplatz Schwarzheide-Schipkau

In der Gemarkung Schipkau liegt der Flugplatz Schwarzheide-Schipkau.

Am 27. Oktober 1975 kam es zwischen Hörlitz und Schipkau an einem unbeschrankten Bahnübergang zu einem folgenschweren Unfall. Beim Zusammenstoß zwischen einem Linienbus und einer Lokomotive der Werkbahn des Braunkohlenreviers kamen sieben Personen ums Leben, 30 wurden verletzt, davon erlitten acht Personen schwere Verletzungen.

Sport

Lausitzring

Auf dem Lausitzring finden jährlich Rennen der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) statt.

Fußballvereine der Gemeinde sind Askania Schipkau, Grün-Weiß Annahütte, VfB Klettwitz, FSV Empor Hörlitz und Meuroer Sportverein.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Annahütte

Klettwitz

Meuro

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Commons: Schipkau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Schipkau – Reiseführer

Einzelnachweise

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