Schiwelutsch

Aktiver Vulkan auf der Halbinsel Kamtschatka in Russland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Schiwelutsch (russisch Шивелуч) ist ein Stratovulkan auf der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Russlands, etwa 50 Kilometer nordöstlich des Dorfes Kljutschi. Es handelt sich um den nördlichsten der aktiven Vulkane der Halbinsel.

Schnelle Fakten
Schiwelutsch
Schiwelutsch
Schiwelutsch
Höhe 3283 m
Lage Region Kamtschatka, Russland
Dominanz 80 km Kljutschewskaja Sopka
Schartenhöhe 3144 m
Koordinaten 56° 39′ 12″ N, 161° 21′ 36″ O
Schiwelutsch (Region Kamtschatka)
Schiwelutsch (Region Kamtschatka)
Typ Stratovulkan
Gestein Andesit
Alter des Gesteins Jungpleistozän bis Holozän
Letzte Eruption 2024 (anhaltend)
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pd3
pd5
fd2
Schiwelutsch (2008)

Geologie

Der 3283 Meter hohe Schiwelutsch bildet das nördliche Ende der Vulkankette der Kamtschatka. Er bildet hier ein eigenes frei stehendes Bergmassiv auf einer Grundfläche von 1300 Quadratkilometern. Der Gipfel des Vulkanes wird von einer neun Kilometer großen Caldera dominiert, die nach Süden hin aufgebrochen ist. Die Ausbrüche des Schiwelutsch werden als Peleanische Eruptionen eingestuft. Durch das zähflüssige Magma bilden sich Lavadome, die durch explosive Ausbrüche mit pyroklastischen Strömen wieder zerstört werden.[1]

Vulkanische Aktivität

Der Vulkan entstand vor 60.000 bis 70.000 Jahren. Während des Jungpleistozäns bildete sich am Gipfel eine neun Kilometer weite Caldera; in und an ihr wuchsen mehrere Lavadome.[2] Es sind etwa 60 Eruptionen während des Holozäns bekannt.

Ab 1990 bildete sich in seiner Caldera ein neuer Lavadom, der sogenannte Stepanich-Dom.[2]

Am 15. August 1999 begann ein erneuter Ausbruchszyklus des Schiwelutsch.

Am 28. Oktober 2010 ereignete sich eine Eruption gleichzeitig mit einem Ausbruch der in 80 Kilometer Luftlinie südwestlich gelegenen Kljutschewskaja Sopka.

Am 25. Januar 2011 wurde vom NASA-Erdbeobachtungssatelliten Terra ein Ausbruch in Form eines etwa 15 Kilometer langen pyroklastischen Stroms beobachtet.[3]

Am 4. Dezember 2017 brach der Schiwelutsch wieder aus und stieß eine zehn Kilometer hohe Aschewolke in die Atmosphäre.[4]

Am 24. August 2019 kam es zu einem Ausbruch mit einer rund fünf Kilometer hohen Aschewolke.[4] Im Oktober desselben Jahres wurde bei einem Ausbruch eine zehn Kilometer hohe Aschewolke gesichtet.[5]

Am 11. April 2023 brach der Schiwelutsch erneut aus.[6] Es wurde eine Aschesäule von zehn Kilometer Höhe beobachtet. Die russische Vulkanbeobachtungsstelle KVERT (Kamchatka Volcanic Eruption Response Team) gab eine Warnung für den Luftverkehr mit der Alarmstufe Rot heraus. Es könne jederzeit zu Ascheexplosionen von bis zu 15 Kilometern Höhe kommen.[7][8] Vulkanische Asche ging im etwa 90 Kilometer entferntem Ust-Kamtschatsk nieder.[9]

Kurz nach einem Erdbeben der Stärke 7 in der Region am 17. August 2024 bildete sich am 19. August 2024 eine 8 km hohe Aschewolkensäule am Schiwelutsch.[10]

Am 8. Juni 2025 brach der Vulkan erneut aus und schleuderte Vulkanasche bis in eine Höhe von etwa 8000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Aschewolke wurde nach Nordosten über einen breiten Meeresstreifen verfrachtet. Vulkanasche wurde noch in 4200 Metern Höhe nachgewiesen. Der Alarmstatus des Schiwelutsch steht auf „Orange“.[11]

Ein neuerlicher Ausbruch geschah im Januar 2026. Die Aschesäule stieg bis auf knapp 9000 Meter über dem Meeresspiegel. Es wurde die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen.[12]

Literatur

Commons: Shiveluch – Sammlung von Bildern
  • Schiwelutsch im Global Volcanism Program der Smithsonian Institution (englisch)
  • Active Volcanoes of Kamchatka and Kuriles. Sheveluch. In: www.kscnet.ru. (englisch, russisch).
  • Statische Bilder von einer Webcam. Archiviert vom Original am 29. September 2014; (englisch, russisch).

Einzelnachweise

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