Schlammstelzer

Art der Gattung Cladorhynchus From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Schlammstelzer (Cladorhynchus leucocephalus) ist eine Vogelart aus der Familie der Säbelschnäbler (Recurvirostridae), die im Süden und Westen von Australien vorkommt.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name der Gattung ...
Schlammstelzer

Schlammstelzer (Cladorhynchus leucocephalus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Säbelschnäbler (Recurvirostridae)
Gattung: Cladorhynchus
Art: Schlammstelzer
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Cladorhynchus
Gray, 1840
Wissenschaftlicher Name der Art
Cladorhynchus leucocephalus
(Vieillot, 1816)
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Merkmale

Schlammstelzer

Er wird 35 bis 45 Zentimeter lang und erreicht ein Gewicht von 190 bis 260 Gramm. Schlammstelzer sind überwiegend weiß gefärbt mit schwarzen Federn auf den Flügeldecken und an den Schultern. Über die Brust verläuft ein breites kastanienbraunes Band, das zu den Schultern hin immer schmaler wird. Die Geschlechter lassen sich äußerlich nicht unterscheiden. Der schmale Schnabel ist schwarz, die langen Beine sind orange-rosa gefärbt. Sie sind kürzer als beim Stelzenläufer (Himantopus himantopus). Schlammstelzer fliegen mit schnellen, flackernden Flügelschlägen. Im Flug erscheinen die Oberseiten der Flügel, abgesehen von weißlichen Spitzen an den inneren Primärfedern, fast vollständig schwarz, während die Unterseiten der Flügel überwiegend weiß sind, mit einer schwarzen Vorderkante. Der Schwanz ist weiß, mit graubraunen Flecken. Jungvögel besitzen kein kastanienbraunes Brustband und ähneln dem Rotkopfsäbelschnäbler (Recurvirostra novaehollandiae), haben jedoch hellere Beine, einen kaum gebogenen Schnabel und Kopf und Hals sind weiß.[1]

Das Verbreitungsgebiet des Schlammstelzers

Lebensraum und Lebensweise

Schlammstelzer bei der Nahrungssuche

Der Schlammstelzer kommt in flachen, salzhaltigen Gewässern im Landesinneren und entlang der Küste vor. Nur selten sind dabei Gewässern mit geringem Salzgehalt, oft aber hypersaline Gewässer. Er brütet jedoch nur im trockenen Landesinneren in großen, temporären Salzseen, die vorübergehend durch Regen oder Hochwasser gefüllt sind. Gebiete im Landesinnern verlässt er, wenn sie ausgedörrt sind, und kehrt nach Regenfällen ins Landesinnere zurück. Schlammstelzer ernähren sich von verschiedenen kleinen Krebstieren, Wasserinsekten, Weichtieren, kleinen Fischen und pflanzlichen Teilen. Ihre Hauptbeute sind kleine Krebstiere, die in Salzseen saisonal übermäßig häufig vorkommen, z. B. Artemia, Triops, Asseln und Muschelkrebse. Die Nahrung wird tagsüber in seichtem Wasser gesucht.[1]

Fortpflanzung

Da der Zeitpunkt der Brut von der Überflutung der Salzseen abhängt und nicht genau vorhergesagt werden kann, ist die Fortpflanzungsbiologie des Schlammstelzers bisher nicht gut erforscht worden. Die Vögel brüten in Kolonien, die Zehntausende von Nester umfassen können, eine Kolonie umfasste über 170.000 Nester. Auf einen Quadratmeter befinden sich im Durchschnitt neun Nester, es können jedoch auch wesentlich mehr sein. Das Nest ist nur eine Mulde im Boden oder eine flache Stelle, um die herum Pflanzenmaterial aufgeschichtet wird. Das Gelege besteht in der Regel aus 3 bis 4 weißen Eiern mit dunklen Streifen, die 19 bis 21 Tage lang von beiden Geschlechtern bebrütet werden. Die nestflüchtigen Küken haben ein weißes Daunengefieder. Die Jungvögel bilden große Ansammlungen, die von Erwachsenen betreut werden. Junge Schlammstelzer werden nach etwa 50 Tagen flügge. Beutegreifer, wie Silberkopfmöwen, Neuhollandkrähen, Keilschwanzadler oder Schwarzmilane können den Bruterfolg stark beeinträchtigen.[1]

Systematik

Der Schlammstelzer wurde 1816 durch den französischen Ornithologen Louis Pierre Vieillot unter der Bezeichnung Recurvirostra leucocephala erstmals wissenschaftlich beschrieben.[2] Heute gehört er zur monotypischen Gattung Cladorhynchus, die 1840 durch den englischen Zoologen George Robert Gray eingeführt worden ist,[3] und zur Familie der Säbelschnäbler (Recurvirostridae) gehört.

Gefährdung

Der Bestand wird von der IUCN als ungefährdet (least concern) eingeschätzt. Der Gesamtbestand ausgewachsener Individuen wurde 2024 auf 200.000 bis 300.000 Exemplare geschätzt.[4] [1]

Einzelnachweise

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