Schleuß

Ortsteil der Stadt Tangerhütte From Wikipedia, the free encyclopedia

Schleuß ist ein Ortsteil der Ortschaft Windberge der Stadt Tangerhütte im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).[3]

Schnelle Fakten Gemeinde Tangerhütte ...
Schleuß
Gemeinde Tangerhütte
Koordinaten: 52° 31′ N, 11° 44′ O
Höhe: 45 m ü. NHN
Fläche: 9,58 km²[1]
Einwohner: 53 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 6 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Windberge
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 03931
Schleuß (Sachsen-Anhalt)
Schleuß (Sachsen-Anhalt)
Lage von Schleuß in Sachsen-Anhalt
Dorfstraße in Schleuß
Dorfstraße in Schleuß
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Dorfkirche Schleuß

Geographie

Schleuß, ein Straßendorf mit Kirche,[1] liegt 10 Kilometer nordwestlich von Tangerhütte und 14 Kilometer südwestlich von Stendal am Lüderitzer Tanger in der Altmark. Es ist umgeben vom Landschaftsschutzgebiet „Uchte-Tangerquellen und Waldgebiete nördlich von Uchtspringe“.[4]

Einen Kilometer südwestlich des Dorfes liegt der Schleußer Teich, der zur Gemarkung von Lüderitz gehört. Er wird über einen Graben von der Brunkauer Tanger gespeist, der am Heiderand oberhalb von Brunkau entspringt.

Nachbarorte sind Ottersburg im Westen, Windberge im Nordwesten, Lüderitz im Südosten und Brunkau im Südwesten.[4]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes als villam scilicet Slautiz erfolgte in einer Schenkungsurkunde des Markgrafen Albrecht der Bär gegenüber dem Kloster Hillersleben und datiert aus dem Jahr 1160. Das Dorf gehörte zum Balsamgau.[1][5] Mehrere kirchliche Einrichtungen hatten Besitzungen im Ort. Im Jahr 1206 wurde dem Stendaler Domstift der Besitz des Dorfes Slautiz bestätigt.[6] Weitere Nennungen sind 1209 Slautiz,[1] 1320 Sloytiz, 1365 slewts, 1377 Sloitze, 1420 sloitz, 1540 schloitz,[7] 1687 Schleutze, 1775 Schleusse oder Schleutz oder Schlutz[1] und 1804 das Dorf Schleutz mit Schmiede, Wassermühle und Krug.[8]

1373[7] und im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zerstört und jeweils wieder aufgebaut. 1540 verfügte der Ort über eine eigene Pfarrei, die jedoch bereits 1579 wieder aufgegeben war.[7]

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 13 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 392 Hektar, eine Kirchenbesitzung umfasste einen Hektar Landbesitz, genauso wie eine Gemeindebesitzung. Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Goldene Sonne“.[1]

Herkunft des Ortsnamens

Heinrich Sültmann meint, der Name stammt vom slawischen sleivo, ssliwo für Schlehe und heißt demnach „Schleehbusch“.[9][10]

Eingemeindungen

Schleuß gehörte bis 1807 zum Tangermündeschen Kreis, dann bis 1813 zum Kanton Lüderitz. Danach kam die Gemeinde zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.[1]

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Schleuß nach Windberge eingemeindet.[11]

Seit dem 31. Mai 2010 gehört der Ortsteil Schleuß zur Ortschaft Windberge und zur „Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte“, da an dem Tage Windberge in Tangerhütte eingemeindet wurde.[12]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734101
1772082
1790132
1798138
1801142
1818153
1840188
Jahr Einwohner
1864180
1871145
1885137
1892[0]123[7]
1895135
1900[0]114[7]
1905113
Jahr Einwohner
1910[0]121[7]
1925113
1933[00]132[13]
1939112
1946232
2013[00]062[14]
2014[00]063[14]
Jahr Einwohner
2018[00]56[15]
2019[00]63[15]
2020[00]61[16]
2021[00]56[16]
2022[0]55[2]
2023[0]53[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:[1]

Religion

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Schleuß, ein kleiner romanischer Feldsteinsaal aus dem 13. Jahrhundert, trägt einen Fachwerkturm aus dem Jahre 1793.[21] Die Kirche besaß einen Schutzaltar mit Marienbild und Bischof.[22] Die Kanzel von Hans Ludicke aus dem Jahre 1754 trägt eindrucksvolle Schnitzereien. Sie gehörte zu einem Kanzelaltar.[23]
  • Auf dem Kirchhof ist der Ortsfriedhof.

Wirtschaft

Das ländlich geprägte Dorf verfügt über ein Lebensmittelgeschäft und Fremdenzimmer.

Verkehr

Der Ort liegt westlich der Bundesstraße 189 unweit der in Bau befindlichen A14.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.[24]

Durch das Dorf führt der Radfernweg Altmarkrundkurs.[4]

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 19711974, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 97 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 302, 65. Ottersburg (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Schleuß – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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