Schozachgau

Mittelalterliche Gaugrafschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Schozachgau, auch Schotzachgau genannt, ist eine Region in Baden-Württemberg, rund 10 km südlich von Heilbronn. Namensgebend ist die Schozach, ein rechter Nebenfluss des Neckars.

Geographie

Naturräumlich zählt das Gebiet überwiegend zu den sogenannten Schozachplatten des Neckarbeckens, im Westen und Norden begrenzt durch den Neckar, im Osten und Süden reichen die Ausläufer der Löwensteiner Berge in das Gebiet herein. Die Schozachplatten bestehen aus über 10 Meter mächtigen Löss- und Lösslehmflächen, die von der Schozach und ihren Nebenbächen durchzogen werden. Die Schozach durchläuft das Gebiet von Norden nach Süden, ehe sie zwischen Auenstein und Ilsfeld einen Richtungswechsel nach Westen vornimmt. Nach einem weiteren Knick nach Norden verlässt sie westlich von Schozach das Areal, bildet hier die Grenze zu Lauffen und mündet in den Neckar.

Geschichte

Das Schozachtal mit seinen günstigen Boden-, Wasser- und Klimaverhältnissen wird seit über sechstausend Jahren ununterbrochen besiedelt. Aus der Zeit der Kelten stammt der Grabhügel „Katzenbuckel“ sowie die 1931 gefundene Bronzestatuette „Ilsfelder Männle“. Mit der Vorverlegung des Obergermanisch-Raetischen Limes um 160 n. Chr. wurde das Gebiet von den Römern besetzt. Durch Ilsfeld führte eine Römerstraße und Funde von Mauerresten und Ziegeln belegen die Existenz römischer Gutshöfe im Schozachtal. Um 260 nach Chr. gaben die Römer das Gebiet wieder auf (sogenannter Limesfall) und in den folgenden Jahrzehnten besiedelten Alamannen das Gebiet. Sie wurden im Jahr 497 durch das Frankenreich unter König Chlodwig I. besiegt, die die Region in ihr Reich integrierten. Es begann eine intensive fränkische Besiedlung. Es wurden Verwaltungsbezirke, sogenannte „fisci“ gebildet, mit Königshöfen als Zentren. Der Königshof Ilsfeld war das Zentrum des „fiskus Schozachgau“, der vermutlich der Anfang der heutigen Siedlung Ilsfeld war. Grafen des Gaus waren die Grafen von Calw, eine Hochadelsfamilie (11.–14. Jahrhundert), deren Besitzschwerpunkt im fränkisch-schwäbischen Grenzraum, im Würm-, Glems-, Enz-, Zaber-, Murr- und Schozachgau mit Zentren in Ingersheim, Löwenstein und Sindelfingen lag. An der heute begradigten Schozach nahe Ilsfeld befand sich auf einem bei der Begradigung 1948 eingeebneten Burgstuhl eine Turmhügelburg, von der keine Reste mehr vorhanden sind. Im späten 12. und im 13. Jahrhundert traten als Nachfolger der Grafen von Calw, die Herren von Ilsfeld, die Ministerialen der Markgrafen von Baden waren auf; deren Stammverwandte veranlassten den Bau einer Burg auf dem nahen Wunnenstein.

Literatur

  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7., vollständig überarbeitete Auflage. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54986-1.

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