Schusterlinie

Verteidigungslinie From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schusterlinie war eine Verteidigungslinie, die kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in Luxemburg errichtet worden war. Sie wurde nach dem luxemburgischen Chef-Ingenieur für Brücken und Straßenbauten Joseph Schuster benannt.[1]

Karte der Schusterlinie

Die Schusterlinie bestand aus 41 Betonsperren und Eisentoren; 18 Brückensperren (längs der deutschen Grenze), 18 Straßensperren an der deutschen Grenze und fünf Straßensperren an der französischen Grenze.[2] Die Straßensperren waren rund einen Kilometer im Landesinneren in einem Zick-Zack-Muster aufgebaut, zu beiden Seiten von Stacheldrahtverhauen bedeckt. Entlang der deutschen Grenze wurden neun militärische Funkstationen errichtet. In der Kaserne St. Espirit in der Hauptstadt Luxemburg wurde eine zentrale Funkempfangsstation aufgebaut.[3]

Die Linie konnte den deutschen Vormarsch am 10. Mai 1940, dem ersten Tag des Westfeldzuges, nicht erheblich verlangsamen. Die Eisentore wurden niedergerissen und über die Betonblöcke wurden Rampen gebaut, um sie überfahren zu können. Einige Hindernisse wurden weggesprengt. Luxemburg wurde am 10. Mai 1940 vollständig besetzt und blieb in deutscher Hand, bis im September 1944 westalliierte Truppen Luxemburg befreiten (siehe Luxemburg im Zweiten Weltkrieg).[4]

Literatur

  • Léon N. Nilles: Die Schusterlinie: Ein Betonklotz gegen die Wehrmacht. In: Lëtzebuerger Journal. Band 53, Nr. 88, 9. Mai 2000, OCLC 54517360, S. 10–11. ff.
  • Jean Milmeister: Sturm auf die "Schusterlinie.". In: Letzeburger Sonndesblad. Band 113, Nr. 19, 1980, S. 6.
  • Félix Streicher: "Une drôle de petite armée" in der drôle de guerre. Die luxemburgische Force Armée zwischen September 1939 und Mai 1940. In: Hémecht. Zeitschrift für Luxemburger Geschichte. Band 71, Nr. 3, 2019, S. 279–309.

Einzelnachweise

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