Schwoich

Gemeinde im Bezirk Kufstein, Tirol From Wikipedia, the free encyclopedia

Schwoich ist eine Gemeinde mit 2643 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Kufstein in Tirol (Österreich).

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Schwoich
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Schwoich
Schwoich (Österreich)
Schwoich (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Tirol Tirol
Politischer Bezirk: Kufstein
Kfz-Kennzeichen: KU
Fläche: 18,79 km²
Koordinaten: 47° 33′ N, 12° 8′ O
Höhe: 583 m ü. A.
Einwohner: 2.643 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 141 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6334
Vorwahl: 05372
Gemeindekennziffer: 7 05 25
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Dorf 1
6334 Schwoich
Website: www.schwoich.at
Politik
Bürgermeister: Peter Payr (GSL ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)
10
3
2
10 3 2 
Insgesamt 15 Sitze
  • GSL ÖVP: 10
  • MFG: 3
  • MFS: 2
Lage von Schwoich im Bezirk Kufstein
Lage der Gemeinde Schwoich im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)BrandenbergErlMariasteinMünsterRattenbergSöll
Lage der Gemeinde Schwoich im Bezirk Kufstein (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Schwoich liegt im Tiroler Unterland, fünf Kilometer südlich von Kufstein, auf einem Hochplateau rechts des Flusses Inn. Die Gemeindefläche erstreckt sich vom Innufer bis auf die Walleralm am Fuße des Wilden Kaisers sowie von der Locherer Kapelle bis zum „Häringer Wasserfall“. Die Größe der Gemeinde beträgt 18,79 Quadratkilometer, davon sind 57 Prozent bewaldet und 34 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften: Dorf (mit Moosham) (Schwoich Dorf), Am Bach, Sonnendorf, Osterndorf („Letten“), Amberg, Höhe, Achrain, Habring, Egerbach.

Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kufstein.

Die Gemeinde ist Mitglied des Tourismusverbandes Kufsteinerland.[2]

Nachbargemeinden

Langkampfen Kufstein Scheffau am Wilden Kaiser
Kirchbichl Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Söll
Bad Häring

Geschichte

Die Besiedelung des Gemeindegebietes begann Mitte des 6. Jahrhunderts. Der Name Schwoich wird erstmals in einer Traditionsnotiz von 1155/56 des hier begüterten Klosters Baumburg als „in loco qui dicitur Sevvevhen“ erwähnt.[3] 1280 wurden die Bezeichnungen „Swiuch“ und „Schweng“ benutzt, was auf den moosigen Untergrund in Teilen des Ortes hinweist. Dieser ist auch Grund für das größte Vorkommen von Heidelbeeren, den sogenannten „Moosbeeren“, die Schwoich im Umland berühmt machten und machen.

Bereits 1841 wurde in der Gemeinde, im sogenannten „Russland“, von Franz Kink Zement gebrannt, das Wappen der Gemeinde unterstreicht dies mit einem Brennofen auf blauem Grund. Damit gilt Schwoich als Geburtsstätte der österreichischen Zementindustrie.

Bevölkerungsentwicklung

Schwoich: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2024
Jahr  Einwohner
1869
 
665
1880
 
798
1890
 
860
1900
 
933
1910
 
918
1923
 
948
1934
 
971
1939
 
950
1951
 
1.060
1961
 
1.147
1971
 
1.419
1981
 
1.768
1991
 
1.991
2001
 
2.209
2011
 
2.294
2021
 
2.555
2024
 
2.650
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Katholische Pfarrkirche Schwoich hl. Ägidius: Die barocke Kirche mit einem mittelalterlichen Turm wurde 1975 beim Langhaus nach den Plänen von Clemens Holzmeister erweitert.
  • Feldkapelle bei der Einschicht Örlach
  • Freiluft-Zementmuseum: Am Ortseingang von Schwoich befinden sich zwei in den Jahren 1987/88 restaurierte Kalköfen, die an die Gründung des Schwoicher Zementwerkes erinnern.
  • Kapelle im Weiler Waldschönau[4]
  • Locherer Kapelle, die 1736 zur Erinnerung an die Blockade Kufsteins während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) erbaut wurde.

Musik

  • Die Musikkapelle Schwoich zählt zurzeit 72 aktive Mitglieder. Im August 2007 feierte die Kapelle ihr 130-Jahr-Jubiläum.

Sport

Bekannt ist das Erholungsdorf unter anderem auch für seine zahlreichen Sportmöglichkeiten. Neben Wandern und Bergsteigen kann man hier auch hervorragend Mountainbiken, Tennis und Fußball spielen, sowie im Bananensee (hinter den Tennisplätzen) schwimmen. Bekannt ist die Gemeinde jedoch vor allem für ihre Wintersportarten. So beherbergt Schwoich einen der besten Eisstockvereine Mitteleuropas und hat bereits viele Olympioniken in den Sportarten Langlauf, Biathlon und Rodeln hervorgebracht.

  • Der lokale Fußballverein FC Schwoich spielt in der Landesliga Ost.
  • Der lokale Tennisverein TC Schwoich spielt in der Landesliga.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Gemeinde war ursprünglich landwirtschaftlich orientiert, heute ist Schwoich überwiegend eine Wohn- und Pendlergemeinde.[5]

Wirtschaftssektoren

Von den 64 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 31 Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten siebzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 229 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren und 168 im Baugewerbe. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (78) und soziale und öffentliche Dienste (60 Mitarbeiter).[6][7][8]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 064 70 068 044
Produktion 033 30 397 247
Dienstleistung 111 60 258 195
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Im Jahr 2011 lebten 1178 Erwerbstätige in Schwoich. Davon arbeiteten 295 in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus.[9]

Verkehr

  • Eisenbahn: Der Bahnhof Kufstein der Unterinntalbahn liegt rund acht Kilometer entfernt.[10]
  • Straße: Die Inntal Autobahn A12 verläuft auf der gegenüberliegenden Innseite. Die Anschlussstelle Kufstein Süd ist wenige Kilometer nördlich der Gemeinde. Auf dem Gemeindegebiet außerhalb des Dorfs befinden sich die Landesstraßen B171 Tiroler Straße und B173 Eibergstraße. In den Ortskern führt die L208 Bad Häring-Schwoicher Straße.
  • Öffentlicher Verkehr: Es verkehren regelmäßig VVT-Busse der Firmen Ledermair und Postbus, welche Schwoich an den öffentlichen Verkehr anbinden. Der Ortskern ist über die Linie 4026 mit Kufstein und Wörgl verbunden. Weiters verbindet die Linie 866 die Ortsteile Egerbach und Am Bach mit Kufstein und St. Johann in Tirol. Die Haltestellen Kufsteiner Wald und Köttinger Platte werden von der Linie 4055 angefahren, zählen jedoch zu Gunsten der Fahrgäste tariflich zu Kufstein und Kirchbichl.

Politik

Gemeindeamt

Gemeinderat

Die Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 1998 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 9 ÖVP, 3 SPÖ und 1 FPÖ.[11]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2004 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 4 SPÖ.[12]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 4 SPÖ.[13][14]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP und 4 SPÖ.[15]
  • Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2022 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 Gemeinsame Schwoicher Liste (GSL ÖVP), 3 Menschen Freiheit Grundrechte (MFG), 2 Miteinander für Schwoich (MFS).[16]

Bürgermeister

  • 19??–1989 Josef Thaler (ÖVP)
  • 1989–2002 Max Ritzer (ÖVP)
  • 2003–2020 Josef Dillersberger (ÖVP)
  • seit 2020 Peter Payr (ÖVP)[17]

Wappen

Der Gemeinde wurde 1966 folgendes Wappen verliehen: In Blau ein silbrener Zementofen.[18]

Der Brennofen weist darauf hin, dass in Schwoich bereits seit 1841 Zement gebrannt wurde.[5]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde
  • Franz Kink (1790–1862), Pionier der Zementerzeugung
Ehrenbürger (Auswahl)
  • Matthias Gumpold (vor 1900–1967), kath. Ortspfarrer
  • Franz Hausberger, kath. Ortspfarrer

Literatur

  • Hanns Bachmann: Zur älteren Geschichte der Mittelgebirgsterrasse von Häring und Schwoich. In: Tiroler Heimat 50, 1986, S. 27–59.
  • Fritz Kirchmair: Das Schwoicher Dorfbuch. Innsbruck 1998.
Commons: Schwoich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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