Seelenbild

Konzept in der Analytischen Psychologie nach Carl Gustav Jung (1875–1961) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Seelenbild ist ein Konzept in der Analytischen Psychologie nach Carl Gustav Jung (1875–1961). Es handelt sich dabei um ein inneres Bild im Gegensatz zu der nach außen orientierten Persona, die bei den Schauspielen der Antike als „Maske“ galt.[1.1] C. G. Jung ordnet dem inneren Bild die innere Einstellung und der Persona die äußere zu. Die innere Einstellung wird vom Unbewussten dargestellt. Dabei wird das Seelenbild häufig durch Personen repräsentiert, die mit den entsprechenden subjektiven innenpsychologischen Eigenschaften ausgestattet sind. Gelegentlich sind es auch ganz unbekannte oder mythologische Personen. Bei Männern wird in der Regel die Seele, die Jung im begrifflichen Gegensatz zur Psyche[1.2] als Persona auffasst, vom Unbewussten als weibliche Person (Anima) dargestellt, bei Frauen als männliche (Animus) Person.[1.3][1.4]

Komplementarität

Die habituelle Einstellung ist komplementär, das heißt, der unbewussten inneren Einstellung fehlen alle diejenigen Eigenschaften, die der äußeren bewussten Einstellung zu eigen sind.[1.5] Dies erklärt auch den gegensätzlichen Charakter von Animus und Anima. Komplementär bedeutet, dass die Gegensätze idealerweise nicht konflikthaft ausgetragen werden, sondern sich durch Integration der Differenzierungen auf der Ebene der Individuation ergänzen.[1.6]

Dysfunktionen

Das vom Unbewussten dargestellte Seelenbild hat gleichgeschlechtlichen Charakter, in Fällen wenn die Individualität mit der Persona (= Seele nach Jung) assoziiert ist. In diesem Falle ist das Seelenbild in eine reale Person verlegt. Diese Person ist Gegenstand einer intensiven Liebe oder aber auch eines intensiven Hasses. Diese Ambivalenz ist deshalb durch Affektlabilität gekennzeichnet, weil eine bewusste Anpassung an das konkrete Objekt nicht möglich ist. Das Seelenbild wird auf das Objekt projiziert.[1.7]

Einzelnachweise

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