Seidwitz
Gemeindeteil der oberfränkischen Stadt Creußen
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Seidwitz (oberfränkisch: Saiwatz[3]) ist ein Gemeindeteil der Stadt Creußen im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern).[4] Die Gemarkung Seidwitz hat eine Fläche von 3,799 km². Sie ist in 548 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6932,20 m² haben.[1][5]
Seidwitz Stadt Creußen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 51′ N, 11° 41′ O |
| Höhe: | ca. 410 (405–435) m ü. NHN |
| Fläche: | 3,8 km²[1] |
| Einwohner: | 264 (25. Mai 1987)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 69 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 95473 |
| Vorwahl: | 09270 |
Lage
Das Kirchdorf liegt im Norden der Fränkischen Alb und vier Kilometer östlich der Stadtmitte von Creußen. Seidwitz liegt eineinhalb Kilometer östlich der Nordspitze eines langgestreckten Höhenzuges, dessen höchste Erhebungen Kuhberg, Schloßberg und Funkenberg sind. Die Flurgebiete Grobnberg und Geißgraben liegen im Ostsüdosten bzw. Westnordwesten des Dorfes und der bewaldete Höhenzug Holzleite in dessen Südwesten. Am östlichen Ortsrand fließt außerdem der Bieberswöhrbach vorbei. Die Staatsstraße 2184 führt nach Unterschwarzach (1,5 km nordöstlich) bzw. nach Neuhof (2 km westlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Tiefenthal (2 km nordwestlich) und zur Kreisstraße BT 19 (1 km südlich).[6][7]
Geschichte
Urkundliche Erwähnungen von Seidwitz in historischen Dokumenten waren:
- 1320: „Seitwitz“
- 1398: „Seitwicz“
- 1406: „Görg der Trawtenberger zu Seitwicz“
- 1416: „Seitwitz“
- 1557: „Seidwitz ... die zwen Sicz mit zwingern, gräben, hofraitten, gepeu ...“ (Lehen derer von Armin zu Seidwitz)
Der Ortsname geht den ältesten Schreibungen nach wahrscheinlich auf die Bezeichnung „Žitovici“ zurück, was „Ort des Žit“ bedeutet.[8] Die Endung -witz lässt auf eine slawische Herkunft des Ortsnamens schließen. Die historischen Hausnummern beginnen am nordöstlichen Dorfrand am Weg in Richtung Birk, der heutigen Hauptstraße 31 und 30. Dann schließen in etwa zehn weitere Hausnummern kreisrund um die Abzweigung der heutigen Ortsstraße und der Prebitzer Straße an. Die Flurnamenbezeichnung "Burg" wird für den Hügel östlich des Dorfes verwendet. Ein Bodendenkmal am Fuß dieses Hügels im heutigen Zentrum des Dorfes gegenüber des Dorfplatzes rund um den ehemaligen Brauereigasthof Knopf (heutige Hausnummer Hauptstraße 22) wird als mittelalterlicher Burgstall derer von Arnim identifiziert.
In der Fraisch unterstand Seidwitz dem brandenburg-bayreuthischen Kasten- und Stadtvogteiamt Creußen. Von 1791/92 bis 1810 wurde der Ort vom preußischen Justiz- und Kammeramt Pegnitz verwaltet.[9] Im 18. Jahrhundert gehörte das Rittergut der Familie von Arnim und zum Ritterkanton Gebürg.[10]
Mit dem Gemeindeedikt wurde Seidwitz dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Birk zugewiesen.[11] Wenig später entstand die Ruralgemeinde Seidwitz. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde Eichschlag von der Gemeinde Birk an Seidwitz überwiesen, was am 1. Oktober 1857 wieder rückgängig gemacht wurde.[12] Ab 1862 gehörte Seidwitz zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,711 km².[13] Am 1. Mai 1978 wurde die Seidwitz in die Stadt Creußen eingegliedert.[14][15]
Baudenkmäler
In Seidwitz gibt es drei Baudenkmäler:[16]
- Hauptstraße 22: Gasthof
- Tiefenthaler Straße 7: Evangelische Filialkirche und Kriegerdenkmal
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 238 | 392 | 405 | 325 | 308 | 311 | 335 | 342 | 355 | 329 | 289 | 267 | 276 | 277 | 270 | 274 | 243 | 249 | 269 | 432 | 408 | 327 | 286 | 280 | 264 |
| Häuser[17] | 50 | 49 | 48 | 48 | 53 | 53 | 55 | 61 | |||||||||||||||||
| Quelle | [11] | [18] | [18] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [25] | [18] | [26] | [18] | [27] | [18] | [28] | [18] | [18] | [18] | [29] | [18] | [13] | [30] | [2] |
Religion
Seidwitz ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Jakobus (Creußen) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Jacobus Maior (Thurndorf) gepfarrt.[8][13] Die evangelische Kirche in Seidwitz war ursprünglich eine Filiale von Creußen. Inzwischen bildet die Kirchengemeinde Seidwitz zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde Birk eine Pfarrei.
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen
Im Ort gibt es mehrere Baufirmen, einen Fliesenleger Betrieb, eine Metallbau Firma, einen Elektro Betrieb.
Verkehr
Vom ÖPNV wird das Dorf an einer Haltestelle der Regionalbuslinie 374 des VGN bedient.[31] Diese verbindet Seidwitz mit dem Bayreuther Hauptbahnhof, obwohl der knapp vier Kilometer entfernte Bahnhof Creußen(Oberfr) der nächstgelegenere Eisenbahnhaltepunkt ist.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Seidwitz. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 281 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Seydwitz. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 294 (Digitalisat).
- Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1965, DNB 457000961, S. 50.
- Alfred Schädler: Landkreis Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 2). R. Oldenbourg, München 1961, DNB 457322586, S. 510–512.
Weblinks
- Seidwitz in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 14. Oktober 2021.
- Seidwitz in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 20. März 2021.
- Seidwitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 2. Oktober 2025.