Shelby CSX

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Der Shelby CSX ist eine kompakte US-amerikanische Sportlimousine, die von 1987 bis 1989 in Kleinserie hergestellt wurde. Das von Shelby American gebaute Auto basiert auf dem Dodge Shadow, einem Volumenmodell des Chrysler-Konzerns. Mit ihm setzten Chrysler und Shelby das Konzept der seit 1985 gebauten Reihe Shelby GLH und GLHS fort. In drei Jahren entstanden 2250 CSX in drei Baureihen, die sich insbesondere im Bereich der Antriebstechnik deutlich voneinander unterscheiden.

Schnelle Fakten CSX ...
Shelby
Bild
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Shelby CSX VNT (1989)
CSX
Produktionszeitraum 1987–1999
Klasse Kompaktklasse
Karosserieversionen Kombilimousine
Motoren Ottomotor:
2,2 Liter
(109–130 kW)
Länge 4361 mm
Breite 1709 mm
Höhe 1339 mm
Radstand 2465 mm
Leergewicht 1114–1200 kg
Vorgängermodell Shelby GLHS
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Entstehungsgeschichte

Vorgänger des CSX: Shelby GLHS auf Dodge-Omni-Basis (1987)

Der Chrysler-Konzern hatte ab 1978 im Subcompact-Segment[1] den Dodge Omni und sein Schwestermodell Plymouth Horizon im Programm, die mit dem europäischen Talbot Horizon verwandt waren. Zur Aufwertung dieser Baureihe bot Dodge für die zweitürige Omni-Version in den Modelljahren 1980 und 1981 eine Sportausführung an, die unter Bezugnahme auf den gleichnamigen italienischen Sportwagenhersteller als Omni De Tomaso verkauft wurde. Dabei handelte es sich um ein reines Optikpaket;[2] Leistungssteigerungen konnte Chrysler angesichts schwerer wirtschaftlicher Probleme zu dieser Zeit nicht entwickeln. Weil sich der Omni De Tomaso sehr schlecht verkaufte, wurde diese Variante bereits nach zwei Jahren eingestellt. Ab 1985 nahm Chrysler, mittlerweile wirtschaftlich gesundet,[3] eine neue Sportversion des Omni ins Programm, mit der neben auffälliger Optik nun auch eine erhebliche Leistungssteigerung verbunden war. Das Omni GLH (Akronym für Goes Like Hell; sinngemäß: Geht ab wie der Teufel) genannte Auto entwickelte Chrysler zusammen mit Carroll Shelby, der in den 1960er-Jahren einer der Initiatoren des erfolgreichen Sportwagens AC Cobra war und der in den USA im Automobil- und Motorsportbereich einen herausragenden Ruf als „Rennsportlegende“ genoss.[4] Im GHL kombinierten Chrysler und Shelby einen 109 kW (148 PS) starken, rückblickend als Turbo I bezeichneten Vierzylinder-Turbomotor, der eigentlich für die größere K-Car-Reihe und ihre Derivate entwickelt worden war, mit der Karosserie des bekannten Kleinwagens. 1987 kam schließlich ein leistungsstärkerer Turbo-II-Motor mit 130 kW (177 PS) zum Einsatz. In dieser Version hieß das Auto Shelby GHLS (Goes Like Hell Some more; sinngemäß: Geht noch besser ab als der Teufel); von ihm entstanden nur 500 Fahrzeuge.

Zum Modelljahr 1987 stellte Chrysler dem veralteten[4] Omni den neu konstruierten Dodge Shadow zur Seite, ein einfach gemachtes „weiteres Baukastenauto auf K-Car-Plattform“, das nur wenig Aufmerksamkeit erregte.[1] Chrysler und Shelby entwickelten auf seiner Grundlage eine sportliche Sonderversion, die den alten Shelby GHLS ersetzte. Dieser Shadow-Ableger erhielt die Bezeichnung Shelby CSX. Er war von 1987 bis 1989 in drei Generationen erhältlich, sich in deutlich voneinander unterscheiden. Ein technisch vergleichbares Modell ist der knapp 1300 mal gebaute Shelby Lancer, eine fünftürige Schräghecklimousine auf der Basis des Dodge Lancer.

Die CSX sind umgebaute Serienfahrzeuge. Shelby bestellte 1987 ein festes Kontingent fabrikneuer Shadows von Chrysler. In Shelbys Fabrik in Whittier, Kalifornien, wurden die Autos dann in Handarbeit umgebaut.[5] Ende 1989 gab Shelby den Bau der CSX-Fahrzeuge auf.

Modellbezeichnung

Die Modellbezeichnung CSX nimmt mittelbar auf den AC Cobra Bezug, einen Sportwagen, mit dem Carroll Shelby in den 1960er-Jahren international bekannt wurde: Der Code wurde vom britischen Hersteller AC Cars als Präfix für die Chassisnummern der linksgelenkten Cobra-Fahrgestelle verwendet. Nahezu alle Shelby-Cobras haben eine Fahrgestellnummer mit diesem Code.

Der Shadow-Ableger CSX wurden in den USA unter der Marke Shelby verkauft; Dodge-Embleme trugen die Autos nicht. Die teilweise in der Literatur zu findenden Bezeichnungen Dodge Shelby CSX oder Dodge CSX sind formal unrichtig.

Technische Basis: Dodge Shadow

Serienmäßiger Dodge Shadow

Der Shelby CSX basiert auf dem Dodge Shadow, einem seit 1986 gebauten Kompaktfahrzeug mit großer Heckklappe und angedeutetem Stufenheck, das auf der gekürzten Bodengruppe der K-Car-Reihe aufbaut und mit den Coupés Chrysler Laser/Dodge Daytona und den Schräghecklimousinen Chrysler LeBaron GTS/Dodge Lancer eng verwandt ist. Den Dodge Shadow gab es in der Serienausführung als Drei- und Fünftürer; Shelby baute allerdings abgesehen vom ersten Prototyp, der ein Fünftürer war,[6] ausschließlich die dreitürige Variante zum CSX um. Der Shadow hat einen vorn quer eingebauten Motor, der die Vorderräder antreibt. Serienmäßig waren Vierzylinder-Reihenmotoren mit 2,2 und 2,5 Liter Hubraum erhältlich, einige Varianten hatten Turboaufladung. Der aufgeladene 2,2-Liter-Motor war bis 1989 werksseitig nur in der Turbo I-Variante erhältlich. Die Leistungsspanne der serienmäßigen Shadows reichte in den Jahren 1987 und 1988 von 69 kW bis 109 kW; 1989 kam eine 112 kW starke Version hinzu. Der Preis für die Basisversion des regulären Shadow lag 1987 bei 7.699 US-$; zwei Jahre später war der Basispreis auf 8.920 US-$ gestiegen.[1]

Die einzelnen Jahrgänge

Shelby CSX (1987)

Shelby CSX[Anm. 1]
Turbo-II-Vierzylindermotor

Die erste Generation des Shelby CSX entstand im Modelljahr 1987.

Der CSX ist mit einem 2213 cm³ (135 cui) großen Reihenvierzylinder-Turbomotor von Chrysler ausgestattet, der allgemein als Turbo II bezeichnet wird. Die Bezeichnung ist im Zusammenhang mit dem CSX irreführend. Zwar gab es werksseitig bei Chrysler hergestellte Turbo-II-Motoren, die ab 1987 im Dodge Daytona und ab 1988 auch im Chrysler LeBaron GTS erhältlich waren. Diese Triebwerke verwendete Shelby allerdings nicht im CSX. Die Motoren des CSX waren vielmehr im Kern ältere Blöcke der Turbo-I-Generation, deren Entwicklung auf das Jahr 1983 zurückging und die werksseitig auch im Standard-Shadow erhältlich waren. Diese Turbo-I-Motoren wurden bei Shelby in Kalifornien in Handarbeit an das aktuelle Turbo-II-Niveau angepasst. Dabei übernahm Shelby die meisten – allerdings nicht alle – Details des Turbo II.[7] Shelby installierte unter anderem einen Ladeluftkühler, größere Einspritzdüsen und Drosselklappen mit größerem Querschnitt sowie eine veränderte Motorelektronik.[8] Die geschmiedete Kurbelwelle des Werks-Turbo-II übernahm Shelby nicht; für seine Motoren behielt er die gegossene Kurbelwelle des regulären Turbo-I-Motors bei.[6] Zum Einsatz kam wie beim Ausgangsmotor ein Turbolader von Garrett (Typ 03). Im Ergebnis erreichte Shelbys Turbo-II-Motor eine Höchstleistung von 130 kW (177 PS) – 24 kW bzw. 35 PS mehr als der Turbo I – und ein maximales Drehmoment von 237 Nm, das im Drehzahlbereich von 2000 bis 4800 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung steht.[6] Die Höchstleistung entspricht Chryslers werksseitigen Turbo-II-Motoren; das Drehmoment fiel bei Shelby aber geringer aus.

Das Fahrwerk wurde ebenfalls überarbeitet. Shelby installierte an allen Rädern belüftete Scheibenbremsen von Kelsey-Hayes. Hinten wurde ein größer dimensionierter Stabilisator eingebaut, außerdem hat der Wagen rundum straffere Federn, die die Höhe des Autos im Vergleich zum Serienmodell um 2 cm reduzieren. Schließlich baute Shelby mit Stickstoff gefüllte Stoßdämpfer von Monroe ein. Als Kraftübertragung wurde bei allen CSX dieses Baujahrs ein handgeschaltetes Fünfganggetriebe von Chrysler eingesetzt, das der Serienspezifikation des einfachen Dodge Shadow entspricht.

Äußerlich gab es neue Stoßfänger und seitliche Schürzen sowie einen großen Spoiler auf dem Kofferraumdeckel. Die Kühlluftöffnung erhielt eine neue Verkleidung, zu der eine waagerechte, über die ganze Breite reichende Öffnung gehört. Shelby stattete alle Autos mit 15-Zoll-Centurion-Felgen aus. Vorgesehen waren Reifen von Goodyear mit dem Format P205/50 VR 15. Die CSX des Modelljahrs 1987 sind ausnahmslos in schwarz lackiert und haben mattsilberne Stoßfänger und Schürzen. Den Innenraum veränderte Shelby nur in Details. So gab es ein neues Lenkrad mit vier Speichen. Der Geschwindigkeitsanzeiger wurde ausgewechselt; zusätzlich gab es eine Anzeige für den Ladedruck.

Die Höchstgeschwindigkeit des CSX wird mit 211 km/h (131 mph) angegeben;[9] damit liegt sie 14 km/h über der des serienmäßigen Dodge Shadow mit dem Turbo-I-Motor.[10] Die Beschleunigung von 0 auf 96 km/h absolviert der CSX in 8,7 Sekunden.[8]

Der Shelby CSX wurde 1987 zu einem Listenpreis von 13.495 Dollar verkauft.[8] Insgesamt entstanden 750 Autos dieses Typs.

Shelby CSX-T (1988)

Shelby CSX-T

Im Modelljahr 1988 baute Shelby eine CSX-Variante, die ausschließlich an den Autovermieter Thrifty geliefert wurde. Carroll Shelby knüpfte damit an die Tradition des Shelby Mustang GT350H an, den sein Unternehmen 1966 exklusiv für den Autovermieter Hertz gebaut hatte.[11] Diese Shadow-Variante erhielt die Bezeichnung Shelby CSX-T.

Der CSX-T basiert ebenfalls auf dem dreitürigen Dodge Shadow. Shelby übernahm die meisten Fahrwerksänderungen, die bereits für den ersten CSX entwickelt worden waren. Ein wesentlicher Unterschied betraf den Antrieb: Anstelle des Motors mit der Turbo-II-Konfiguration wurde der reguläre Turbo-I-Motor eingebaut, der auch in den Werks-Shadows erhältlich war. Damit fehlt dem CSX-T unter anderem der Ladeluftkühler. Der Turbo-I-Motor leistet im CSX-T ebenso wie im Standard-Shadow 146 PS. Die Wahl des schwächeren Motors wird üblicherweise mit dessen größerer Zuverlässigkeit erklärt, die für den Einsatz in der Vermietung wichtig gewesen sei.[6]

Alle Shelby CSX-T sind weiß lackiert und haben mattsilberne Stoßfänger und Schürzen mit blauen Akzentstreifen. Neu waren Aluminiumfelgen von Shelby im 15-Zoll-Format.

In dieser Konfiguration entstanden 1000 Fahrzeuge. Ein weiteres Auto wurde als Sonderbestellung mit dem Turbo-II-Motor ausgestattet und an den Inhaber von Thrifty geliefert.

Shelby CSX VNT (1989)

Shelby CSX VNT

Zum Modelljahr 1989 brachte Shelby mit dem VNT die letzte Entwicklungsstufe des CSX heraus, die zugleich die seltenste ist. Neben einigen äußeren Modifikationen unterscheidet sich der CSX VNT vor allem durch seine weiterentwickelte Antriebstechnik von den beiden Vorgängern.

Der VNT wird von einem Chrysler-Turbomotor der vierten Generation (Turbo IV) angetrieben, der 1989 neu auf den Markt kam und in diesem Jahr exklusiv beim Shelby CSX eingesetzt wurde. Der Motorblock entspricht in seiner Basis weiterhin der serienmäßigen, 2,2 Liter großen Vierzylinder-Konstruktion von Chrysler wie in den regulären Dodge Shadows. Neu beim Turbo IV war ein von Garrett entwickelter Turbolader mit variabler Turbinengeometrie, der sich von herkömmlichen Turboladern durch verstellbare Leitschaufeln am Turbineneingang und das Fehlen eines Wastegates unterscheidet. Die englischsprachige Bezeichnung Variable-Nozzle Turbocharger ist Grundlage für das Akronym VNT, mit dem diese Serie bezeichnet wird.[5] Ziel war es, das sogenannte Turboloch so weit wie möglich zu vermeiden, das zu den Schwachpunkten der Turbo-I- und der Turbo-II-Motoren gehört hatte.[12] Der CSX VNT war das weltweit erste Serienfahrzeug, bei dem diese Technik zum Einsatz kam;[5][13] Porsche brachte sie erst 17 Jahre später auf den Markt. Die Höchstleistung des Turbo IV entspricht mit 130 kW (177 PS) genau der des Turbo II, das maximale Drehmoment liegt hier aber bei 278 Nm. Es fällt bei 2100 Umdrehungen pro Minute an und ist bis zum Erreichen der Drehzahlgrenze verfügbar. Die Kraftübertragung wurde geändert: Beim CSX VNT kommt ein handgeschaltetes Fünfganggetriebe von Getrag (Typ A 555) zum Einsatz.

Das Fahrwerk wurde gegenüber den beiden Vorgängermodellen nicht verändert.[6] Serienmäßig war das Auto mit Reifen der Größe 195/60R15 ausgerüstet, wahlweise war das Format 225/50R15 erhältlich.

Äußerlich unterscheidet sich der CSX VNT von seinen Vorgängern durch breitere, weiter ausgestellte Front-, Heck- und Seitenschürzen sowie durch einen größeren Spoiler auf der Heckklappe. Ein Novum waren die aus Kunststoff hergestellten Räder im Shelby-Design („Fiberride“), die der Spezialbetrieb Motor Wheel Corp. in Lansing, Michigan, herstellte. Nach Angaben des Herstellers wiegt ein Rad ohne Reifen nur 8,1 kg, etwa 2,5 kg weniger als Shelbys Aluminiumräder der Jahre 1987 und 1988.[12] Die Räder sind goldfarben lackiert.

Die geänderte Aufhängung, dickeres Dämmmaterial und die zusätzlichen Seitenschürzen machten den CSX VNT etwa 45 kg schwerer als die erste CSX-Generation von 1987.[7]

Die Beschleunigung von 0 auf 96 km/h erfolgte je nach Quelle in 7,1[14] oder 8,1 Sekunden.[7] Die Angaben zur Höchstgeschwindigkeit variieren von 208[13] bis 211 km/h;[14] mehrfach wird behauptet, das US-amerikanische Fachmagazin Car & Driver habe bei einem Praxistest eine Höchstgeschwindigkeit von 256 km/h ermittelt.

Der CSX VNT war ausschließlich im Farbton Exotic Red erhältlich. Der Listenpreis lag bei 15.995 US-$, womit der CSX VNT etwa 50 % teurer war als ein serienmäßiger Dodge Shadow.[13] Von dieser Generation entstanden 500 Fahrzeuge. Zwei davon waren Prototypen, alle anderen gingen in den Verkauf.[6]

Fortsetzung im Dodge-Programm

Nachdem Shelby Ende 1989 den Bau des CSX vollständig eingestellt hatte, übernahm Chrysler das Modell für die Dodge-Shadow-Reihe und bot es 1990 in der CSX-VNT-Konfiguration werksseitig als Dodge Shadow ES an. Diese Variante war anders als der CSX VNT als Drei- und als Fünftürer erhältlich.[15] Shelbys Kunststoffräder hatte Dodge 1990 nicht im Programm. Eine entsprechend motorisierte Version des Shadow-Pendants Plymouth Sundance gab es nicht. Von dem Shadow ES mit Turbo-IV-Motor baute Dodge 1990 nur 140 Stück. Nach einem Jahr wurde dieses Turbo-Modell ersatzlos eingestellt.

Literatur

  • James M. Flammang, Ron Kowalke: Standard Catalog of American Cars 1976–1999. Krause Publications, Iola 1999, ISBN 0-87341-755-0.
  • Roger Gloor: Alle Autos der 80er Jahre. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03144-9.
Commons: Dodge CSX – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Die Abbildung zeigt das erste ausgelieferte Serienfahrzeug.

Einzelnachweise

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