Siegfried Radandt

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Siegfried Radandt (* 29. September 1935 in Stuttgart; † 8. Januar 2026) war ein deutscher Bobfahrer, Ruderer und Sicherheitswissenschaftler.

Schnelle Fakten Karriere, Medaillenspiegel ...
Siegfried Radandt
Nation Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland
Geburtstag 29. September 1935
Geburtsort Stuttgart, Deutschland
Größe 179 cm
Gewicht 85 kg
Beruf Sicherheitswissenschaftler
Sterbedatum 8. Januar 2026
Karriere
Disziplin Rudern
Bobsport
Verein Stuttgart-Cannstatter RC von 1910,
Mannheimer RC von 1875,
Mannheimer RV Amicitia von 1876
WSV Königssee
Medaillenspiegel
Deutsches Meisterschaftsrudern 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Logo des DRV
 Deutsches Meisterschaftsrudern
Bronze 1960 Duisburg Lgw.-Doppelzweier
Bronze 1961 Hannover Lgw.-Doppelzweier
Silber 1962 Mainz Lgw.-Doppelzweier
Silber 1963 Essen Lgw.-Vierer mit
Silber 1963 Essen Lgw.-Vierer ohne
Gold 1964 Duisburg Lgw.-Vierer mit
Gold 1965 Mannheim Lgw.-Achter
Silber 1965 Mannheim Lgw.-Vierer ohne
Gold 1966 Hannover Lgw.-Vierer mit
Gold 1966 Hannover Lgw.-Achter
Bronze 1967 Duisburg Lgw.-Vierer mit
Bronze 1967 Duisburg Lgw.-Achter
Gold 1970 Duisburg Lgw.-Vierer mit
 
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Beruflicher Werdegang

Siegfried Radandt wurde 1935 in Stuttgart geboren.[1] Er erwarb ein Diplom-Ingenieur-Abschluss an der Universität Stuttgart in Maschinen-, Mechanik- und Elektrotechnik.

Er galt als Pionier der Sicherheitswissenschaft.[2] In den 1960er Jahren promovierte er an der Technischen Universität München. Dabei beschäftigte er sich in seiner Dissertation mit Prävention von Gefahren. Radandt war bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe für Arbeits- und Gesundheitsschutz tätig. Er war Mitbegründer der Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin (FSA) in Mannheim. Bei der FSA war er langjähriger Leiter der Abteilung Brand- und Explosionsschutz, wo er die weltweit größte Staubexplosionsversuchsanlage aufbaute.[2]

Siegfried Radandt war in der Volksrepublik China Gastprofessor und Mitglied der Academy of Sciences des Landes. Er veröffentlichte rund 130 wissenschaftliche Publikationen.[3]

Sportliche Karriere

Siegfried Radandt begann beim Stuttgart-Cannstatter Ruderclub von 1910 mit dem Rudersport. Während seiner Zeit in Mannheim war er für den Mannheimer Ruder-Club von 1875 und den Mannheimer Ruderverein Amicitia von 1876 aktiv. Zwischen 1960 und 1970 konnte Radandt fünf Deutsche Meistertitel im Leichtgewichtsrudern gewinnen.

Anfang der 1970er Jahre kam Siegfried Radandt zum Bobsport, wo er 1974 mit Fritz Ohlwärter, Hans Morant und Pilot Georg Heibl Deutscher Meister im Viererbob wurde. Bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck wurden die Besatzung im Viererbob-Wettkampf Fünfter.

Nach seiner sportlichen Karriere Ende der 1970er-Jahre wurde Radandt Co-Trainer im Betreuerstab der deutschen Bob-Nationalmannschaft. Im Anschluss war er bis zu den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary als Sportdirektor beim Bob- und Schlittenverband für Deutschland tätig. Er widmete sich viele Jahre lang dem Aufbau der Traineraus- und -fortbildung im deutschen Bobsport und entwickelte Ausbildungs- und Prüfungsrichtlinien an der Trainerakademie in Köln.

Auszeichnungen

2015 wurde Siegfried Radant für sein Lebenswerk mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.[3] 2001 wurde ihm vom Deutschen Gewerkschaftsbund die Hans-Böckler-Medaille verliehen. 2010 erhielt er die Ehrenplakette vom Verein Deutscher Ingenieure und 2018 die Compes-Medaille der Gesellschaft für Sicherheitswissenschaft.

Einzelnachweise

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