Siegwalt Schiek

deutscher Archäologe und Denkmalpfleger From Wikipedia, the free encyclopedia

Siegwalt Schiek (* 1. Januar 1924 in Zoppot; † 1. Juli 1993 in Bad Friedrichshall) war ein deutscher Archäologe und Denkmalpfleger.

Leben und Wirken

Siegwalt Schiek wurde in einer akademischen Umgebung geboren und entwickelte bereits in seiner Jugend ein Interesse an Vorgeschichte, Volkskunde sowie Botanik und Zoologie. Durch Ludwig Wunder, den Direktor seiner Privatschule in Schloss Michelbach an der Bilz bei Schwäbisch Hall, wurde er in die Vorgeschichte seiner Heimat eingeführt und nahm früh an prähistorischen Ausgrabungen teil.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde er als Soldat nach Frankreich eingezogen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung machte er ein Praktikum am Forstamt Bad Mergentheim, bevor er 1946 das Studium der Vorgeschichte, Klassischen Archäologie und Ethnologie an der Universität Tübingen begann. Dort wurde Kurt Bittel sein Lehrer.

Bereits 1948 begann Schiek als Präparator an den Sammlungen des Instituts für Vorgeschichte zu arbeiten. Er gehörte zum Grabungsteam bei den langjährigen archäologischen Untersuchungen auf der Heuneburg. Ab 1952 war er als wissenschaftliche Hilfskraft beim Landesamt für Denkmalpflege in Tübingen tätig und war maßgeblich am Aufbau der Bodendenkmalpflege im ehemaligen Land Württemberg-Hohenzollern beteiligt.

Seine Dissertation mit dem Titel „Fürstengräber der jüngeren Hallstattkultur in Südwestdeutschland“ schloss er 1956 bei Wolfgang Kimmig ab. Für diese Arbeit erhielt er 1956/57 das Reisestipendium der Römisch-Germanischen Kommission, das ihn unter anderem nach Jugoslawien, Griechenland und die Türkei führte.

1962 wurde er zum Konservator ernannt. Zuletzt arbeitete er im Rang des Hauptkonservators und Leiters der Referate Archäologische Denkmalpflege für die Regierungsbezirke Tübingen bzw. Stuttgart beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg. In den 1960er Jahren führte Schiek zahlreiche Rettungsgrabungen durch, wegweisend auch zur Archäologie des Mittelalters.

1961 wurde er korrespondierendes, 1969 ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Er wurde für seine Verdienste um das Sülchgau-Museum in Rottenburg zum Ehrenmitglied des Sülchgauer Altertumsvereins ernannt. 1985 wurde das Heuneburgmuseum in der ehemaligen Zehntscheuer des Klosters Heiligkreuztal in Hundersingen eröffnet, zu dessen Umsetzung Schiek wesentlich beigetragen hat.

Schiek vertrat die Überzeugung, dass es wichtig ist, Denkmäler nicht nur zu erforschen, sondern auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Unter seiner Leitung wurden viele bedeutende Kulturdenkmäler konserviert und restauriert, darunter das Römerbad in Rottweil und die römische Villa in Rosenfeld.

Publikationen (Auswahl)

  • mit Kurt Bittel, Wolfgang Kimmig (Hrsg.): Die Kelten in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1981, ISBN 3-8062-0211-7.
  • mit Kurt Bittel, Dieter Müller: Die keltischen Viereckschanzen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8062-0851-4.
  • Das Gräberfeld der Merowingerzeit bei Oberflacht (Gemeinde Seitingen-Oberflacht, Lkr. Tuttlingen) (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg 41/1). Theiss, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-0859-X.

Literatur

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