Sigleß

Gemeinde im Bezirk Mattersburg, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Sigleß (ungarisch Siklósd, Siklós, Siglós, kroatisch Cikleš) ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich mit 1183 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Siklós oder Siklósd, der kroatische Ortsname ist Cikleš.[1] Das Gemeindegebiet befindet sich im Naturpark Rosalia-Kogelberg.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Sigleß
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Sigleß
Sigleß (Österreich)
Sigleß (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 10,16 km²
Koordinaten: 47° 47′ N, 16° 24′ O
Höhe: 207 m ü. A.
Einwohner: 1.183 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 116 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7032
Vorwahl: 02626
Gemeindekennziffer: 1 06 14
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptstraße 8
7032 Sigleß
Website: www.sigless.at
Politik
Bürgermeisterin: Ulrike Kitzinger (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(19 Mitglieder)
14
5
14 5 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Sigleß im Bezirk Mattersburg
Lage der Gemeinde Sigleß im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)BaumgartenLoipersbachWiesen
Lage der Gemeinde Sigleß im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Die Gemeinde liegt in der Ebene zwischen Rosalien- und Leithagebirge und wird vom Edlesbach durchflossen.[2]

Eingemeindungen

1971 wurde im Zuge der Gemeindezusammenlegungen die vordem eigenständige Gemeinde Krensdorf mit der Gemeinde Sigleß zusammengelegt. Was anfangs recht gut zu funktionieren schien, warf im Lauf der Zeit immer größer werdende Probleme auf, sodass die beiden Gemeinden 1998 wieder getrennt wurden.

Nachbargemeinden

Pöttsching Krensdorf
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Mattersburg Pöttelsdorf

Geschichte

Wie zahlreiche Fundstellen der Gegend nachweisen, war das Gemeindegebiet von Sigleß schon in der Jungsteinzeit besiedelt.[3]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.

In der Römerzeit führte eine Straße, welche die damaligen Römersiedelungen „Scar(a)bantia“ (Ödenburg) und „Aquae“ (Baden) miteinander verband, in der Nähe von Sigleß vorbei. Bei Ausgrabungen im Jahr 2008 wurden römische Urnengräber aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. 2009 wurden neben einem römischen Brandgräberfeld auch spätawarisch-frühkarolingische Funde gemacht.[4]

Aus der Zeit der Awaren im 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. liegen im Kloaschitzwald außerhalb der Ortschaft zahlreiche Hügelgräber. Seit August 2007 finden dort regelmäßig Ausgrabungen statt. Dabei wurden Gräber einer Nekropole des ausgehenden 8. und beginnenden 9. Jahrhunderts n. Chr., aber auch die Fundamente eines römischen Grabbaues gefunden.[5][6]

Sigleß (links unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Der Ortsname Sigleß wird erstmals 1325 in der Schreibweise „Sykels“ urkundlich erwähnt. Nach einer heute im Ungarischen Staatsarchiv Budapest aufliegenden Urkunde überreichte der Sohn des Grafen Simon von Mattersdorf-Forchtenstein, Magister Paul, seiner aus Österreich stammenden Braut Elisabeth von Pottendorf die Ansiedlung Sigleß als „Hochzeitsgeschenk“. 1346 wurde Sigleß der Grafschaft Forchtenstein eingegliedert, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Besitz des Fürsten Nikolaus Esterházy wechselte.

Wie in vielen anderen Orten des Burgenlandes wurden auch in Sigleß im 16. Jahrhundert kroatische Kolonisten angesiedelt, wobei sich die Anteile der Deutschen und der Kroaten – ähnlich wie in den Orten Antau (Otava), Kittsee (Gijeca) und Stegersbach (Santalek) – in der Vergangenheit stets in der Waage hielten. Seit der Zwischenkriegszeit nimmt der Anteil der Kroaten stetig ab, sodass heute nur noch wenige Einwohner zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten gezählt werden können (Anteil der Kroaten an der Gesamtbevölkerung – 1910: 36,7 %, 1934: 29,9 %, 1971: 13,2 %, 2001: 3,0 %).

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname „Siklós“ verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (→ Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerungsentwicklung

Sigleß: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.181
1880
 
1.244
1890
 
1.234
1900
 
1.361
1910
 
1.499
1923
 
1.471
1934
 
1.329
1939
 
1.240
1951
 
1.194
1961
 
1.131
1971
 
1.108
1981
 
1.039
1991
 
1.052
2001
 
1.148
2011
 
1.126
2021
 
1.161
2025
 
1.183
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Sigleß

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Hauptbetriebe zu, die der Nebenerwerbsbetriebe sank von 18 auf fünf. Im Dienstleistungssektor waren über vierzig Prozent der Erwerbstätigen in sozialen und öffentlichen Diensten, über einem Viertel im Handel beschäftigt.[7][8][9]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige 2)
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 18 28 8 14
Produktion 11 9 55 27
Dienstleistung 59 37 86 82
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, 2) Erwerbstätige am Arbeitsort

Arbeitsmarkt, Pendeln

Von den 533 Erwerbstätigen, die im Jahr 2011 in Sigleß wohnten, arbeiteten 82 in der Gemeinde. 451 Menschen pendelten zur Arbeit in andere Gemeinden aus, 67 aus der Umgebung pendelten nach Sigleß.[10]

Bildung

In der Gemeinde befinden sich eine Volksschule und eine Musikschule. Den Kindergarten besuchen die Kinder im Nachbarort Krensdorf.[11]

Verkehr


 Pendler 
lokal beschäftigtAuspen...Auspendler and...Auspendl...Einpendlerlokal beschäftigtAuspendler andere GemeindeAuspendler anderer BezirkAuspendler anderes BundeslandEinpendler

Politik

Gemeindeamt Sigleß

Gemeinderat

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 19 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, Sti. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[12] 2017[13] 2012[14] 2007[15] 2002[16] 1997[16]
Sti. % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
SPÖ 593 70,76 14 58671,4614 50961,1812 50865,8913 39750,008 38051,638
ÖVP 215 25,66 5 23428,545 26732,096 26334,116 22528,344 18525,144
FPÖ 30 3,58 0 nicht kandidiert 566,731 nicht kandidiert 111,390 456,111
UBL A1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 16120,283 12617,122
Wahlberechtigte 1129 1084 1051 1036 976 915
Wahlbeteiligung 79,27 % 81,83 % 84,11 % 80,69 % 87,19 % 88,85 %
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A1 
Unabhängige Bürgerliste

Bürgermeister

Weitere Informationen von, bis ...
vor der Zusammenlegung
vonbisBürgermeister[17]
19181919Benedikt Marchart (RDP)
19191923Johann Schey (CS)
19231930Bonaventura Berloschnik (SDAP)
19301933Alois Steurer (SDAP)
19331938Josef Stargl (CS)
1938Franz Rauchwarter (NS)
1945Franz Leimgstädtner (Kommissar)
19451946Moritz Miletich (SPÖ)
19461954Peter Eckhardt (SPÖ)
19541958Max Tschurlovits (SPÖ)
19581967Josef Frankolin (SPÖ)
19671969Josef Tschögl (SPÖ)
19691970Gottfried Kremsner (SPÖ)
Sigleß während Zusammenlegung mit Krensdorf[17]
vonbisBürgermeister
19711986Gottfried Kremsner (SPÖ)
19861992Heinz Henecker (SPÖ)
19921997Stefan Radislovich (SPÖ)
nach der Trennung[17]
vonbisBürgermeister
19982002Stefan Radislovich (SPÖ)
20022012Alfred Krenn (SPÖ)
20122021Josef Kutrovatz (SPÖ)
seit 2021Ulrike Kitzinger (SPÖ)
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Wappen

Blasonierung: „In Rot ein aufrechter goldener Löwe, der mit seinen Vorderpranken eine goldene Traube hält.

Das Wappen wurde Sigleß im Jahr 1982 vom Amt der burgenländischen Landesregierung verliehen.[18]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Felix Tobler: Die Kroaten im Bezirk Mattersburg/Hrvati u matrštofskom kotaru. Verlag BENUA, Großpetersdorf 1995, S. 75–89. ISBN 3-85287-001-1.

Bilderbogen von Sigleß

Commons: Sigleß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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