Signe Hammarsten-Jansson

finnische Grafikerin, Illustratorin, Zeichnerin und Karikaturistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Signe Hammarsten-Jansson, Künstlername Ham (* 1. Juni 1882 in Hannäs; † 6. Juli 1970 in Porvoo) war eine finnische Grafikerin, Illustratorin, Zeichnerin und Karikaturistin. Sie war Finnlands erste professionelle Briefmarkengestalterin. Sie leistete von den 1920er- bis zu den 1950er-Jahren bedeutende Beiträge zur finnischen Grafik.[1]

Signe Hammarsten-Jansson in den 1960ern

Biografie

Signe Hammarsten-Jansson nach 1900
Esther Laurell, Signe Hammarsten, Emmy Grén-Broberg ca. 1910
Signe Hammarsten-Jansson und Viktor Jansson
Die Kinder Tove, Per Olov und Lars
Signe Hammarsten-Jansson und Tove Jansson 1963

Jugend

Signe Hammarsten wurde 1882 in Östergötland in Schweden geboren. Der spätere Mediziner Einar Hammarsten (1889–1968) war ihr Bruder. Ihre Mutter war Elin Emanuelsson. Ihr Vater, Fredrik Hammarsten, wurde zum Pfarrer an der Militärakademie Karlberg (schwedisch Krigsskolan Karlberg) in Solna ernannt, als sie 16 Jahre alt war. Signe Hammarsten war eine begeisterte Reiterin. Sie durfte die Ausbildungspferde der Kadetten reiten.[1]

Ausbildung und erste Berufstätigkeit als Lehrerin

Im Herbst 1902 begann sie ein Studium im Fachbereich Industriedesign an der Stockholms tekniska skola (Technischen Schule Stockholm). Sie erlernte neben verschiedenen Zeichentechniken auch Fertigkeiten im Gipsabguss, Aktmodellieren und Holzschnitzen. Das Freihandzeichnen war ihre größte Stärke. Im Herbst 1904 wurde Signe Hammarsten Zeichenlehrerin an der Wallinska skolan, einer Mädchenschule in Stockholm. Mit den Freundinnen Emmy Grén-Broberg, die dort Sportlehrerin war, Esther Laurell, der Religionslehrerin, gründete Signe Hammarsten 1908 eine Pfadfindergruppe an der Schule, die 1913 den Grundstein für die Schwedischen Pfadfinderinnen legte.[1]

Während ihrer Zeit als Lehrerin von 1904 bis 1913 arbeitete Hammarsten auch als Illustratorin und Karikaturistin, unter anderem für die Satirezeitschrift Strix.[1]

Zweite Ausbildung und Familiengründung

Signe Hammarsten wäre gern Bildhauerin geworden. Sie unternahm daher ab 1905 Studienreisen unter anderem nach London und Paris. Im Sommer 1910 schrieb sie sich an der Académie de la Grande Chaumière in Quartier du Montparnasse ein. Sie lernte dort ihren späteren Ehemann, den finnischen Bildhauer Viktor Jansson, kennen. Im August 1913 heirateten sie in Stockholm und zogen anschließend nach Paris. Im Frühjahr 1914 ließen sich Signe und Viktor Jansson im Stadtteil Skatudden in Helsinki nieder. Die Familie hatte drei Kinder. Die älteste Tochter war die Schriftstellerin und Künstlerin Tove Jansson.[1] Per Olov Jansson (1920–2019) wurde Fotograf und Bildhauer und Lars Jansson (1926–2000) Cartoonist.

Arbeit als Illustratorin und Karikaturistin

In Helsinki knüpfte Signe Hammarsten-Jansson bald Kontakte zu Verlegern, Journalisten und Künstlern wie Ragni Cawén, Eva Törnwall Collin, Oscar Furuhjelm, Henry Rein und Sigrid Schauman. Sie wurde außerdem Mitglied der Konstnärsgillet (Künstlergilde). Ihre ersten Karikaturen in Finnland erschienen 1915 in der finnischsprachigen Satirezeitschrift Tulispää. Der Durchbruch als Karikaturistin gelang ihr 1916 mit Zeichnungen für die Satirezeitschriften Fyren, Lucifer und Sommarhemmet. In Lucifer wurden insgesamt etwa 350 Karikaturen von Signe Hammarsten-Jansson, signiert mit „Ham“, veröffentlicht. Die politische Satirezeitschrift Garm erschien 30 Jahre lang (1923–1953). Dort wurden rund 120 ihrer Karikaturen sowie fast 400 weitere Zeichnungen abgedruckt. Signe Hammarsten-Jansson prägte das Erscheinungsbild von Garm und gestaltete viele der Titelseiten.[1]

Buchgestaltung

Ihre Karriere als Illustratorin von Buchcovern und Buchillustrationen begann 1918. Insbesondere finnlandschwedische Verlage (beispielsweise Schildts, Söderströms) engagierten sie häufig als Designerin. Ihre Buchumschläge zeichnen sich durch einen harmonischen, fast grafischen Stil aus, bei dem die Form der Buchstaben oft das gesamte Design vorgibt. Ihr sparsamer Umgang mit Farbe diente sowohl der Ästhetik als auch einer simplen Drucktechnik. So konnten die Druckkosten niedrig gehalten wurden. Sie war eine Vorreiterin dieses Stils. Um sicherzustellen, dass die Buchumschläge oder Illustrationen mit dem Inhalt harmonierten, las Signe Hammarsten-Jansson die Korrekturabzüge und passte ihren Zeichenstil gegebenenfalls dem jeweiligen Buchinhalt an. Zur Koordination von Familie und Beruf zeichnete sie oft nachts.[1]

Briefmarkengestaltung

Um das unregelmäßige Einkommen ihres Mannes aufzubessern, nahm Signe Hammarsten-Jansson 1924 eine Teilzeitstelle als Illustratorin in der Banknotendruckerei der Finnischen Zentralbank an. In den ersten fünf Jahren dort entwarf sie hauptsächlich Ornamente für Wertpapiere. 1929 wurden drei ihrer Zeichnungen zum 700-jährigen Jubiläum der Stadt Turku als Briefmarken gedruckt. Ihre Zeichnung des Turkuer Doms wurde später zur schönsten Briefmarke Finnlands gekürt.[1]

Im darauffolgenden Jahr entwarf sie die klassische Löwenmarke, die in Millionenauflagen gedruckt wurde. Nach ihrer Pensionierung 1954 entwarf sie Briefmarken für die Tuberkulosehilfe und das Rote Kreuz, die letzte 1962.[1]

Engagement als freie Künstlerin, Ausstellungen

1933 zog Hammarsten-Jansson in das neu erbaute Künstlerhaus Lallukka und gehörte zu den Gründerinnen des Finnischen Künstlerverbandes. Damals nahm sie auch an einer Ausstellung in der Liljevalchs konsthall in Stockholm und später in Lallukka teil. In der Sommerresidenz im Schärengarten von Porvoo, die die Familie seit 1920 gemietet hatte, zeichnete sie unter anderem Seestücke und humorvoll-altmodische, verzierte Landkarten.[1]

Signe Hammarsten-Jansson starb mit 88 Jahren. 1982 organisierte die finnische Post- und Telegrafenverwaltung anlässlich ihres 100sten Geburtstags eine Gedenkausstellung und ehrte sie als Finnlands erste professionelle Briefmarkendesignerin.[1]

Werke (Auswahl)

Briefmarken

  • 1929: 700 Jahre Turku – s/s Bore I[2]
  • 1929: 700 Jahre Turku – Kathedrale von Turku[3]
  • 1929: 700 Jahre Turku – Burg Turku[4]
  • 1930: Modell 1930 Leijona[5]
  • 1934: Sotapäälliköitä - Kreivi Jacob de la Gardie[6]
  • 1939: Solferinon taistelukenttä[7]
  • 1941: Präsident Risto Ryti[8]
  • 1947: Suomen Matkailijayhdistys 60 Jahre[9]
  • 1948: Runoilija, Professor Fredrik Cygnaeus[10]
  • 1949: Kukkia - Leskenlehti[11]
  • 1951: Lintuja - Räyskä[12]
  • 1954: Modell 1954 Lentokone[13]
  • 1961: Nisäkkäitä - Piisami[14]
  • 1962: Nisäkkäitä - Näätä[15]
  • 1963: Modell 1963 Leijona[16]

Sonstiges

  • 1949 bis 1959: Plattencover[17]

Literatur

  • T. Jansson: Bildhuggarens dotter, 1968, 1994, 2003; Stockholm 1974, 1988; auf Finnisch 1969, 8. Aufl. 2003.
  • E. Kruskopf: Boken om Ham. Tecknaren Signe Hammarsten-Jansson, 1994.

Einzelnachweise

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