Silke Kettelhake
deutsche Journalistin
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Silke Kettelhake (* 1967 in Hameln) ist eine deutsche Journalistin und Autorin.
Werdegang
Silke Kettelhake wuchs in ihrer Geburtsstadt Hameln auf. Nach dem Abitur 1986 und einem Volontariat bei der Deister- und Weserzeitung studierte sie von 1987 bis 1989 Romanistik und Wirtschaftswissenschaften an der Gesamthochschule Kassel. Von 1989 bis 1994 studierte sie Publizistik und Film- und Fernsehwissenschaften an der FU Berlin. Von 1997 bis 2000 folgte eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton, die sich in einer freiberuflichen Tätigkeit als Filmeditorin niederschlug. Von 2003 bis 2014 war sie für den fluter, das Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung, als selbstständige Redakteurin für Film und Musik tätig und in dieser Zeit maßgeblich am Aufbau des Magazins beteiligt.[1]
Im Jahr 2008 erschien Kettelhakes erstes Buch, die Biografie Erzähl allen, allen von mir! Das schöne kurze Leben der Libertas Schulze-Boysen 1913–1942. Das Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich zunächst von den machtvollen Botschaften des Hitler-Regimes mitreißen lässt und doch den Weg in den Widerstand findet. Im Jahr 2010 folgte das Buch Renée Sintenis – Berlin, Boheme und Ringelnatz, die 2023 vom Verlag Ebersbach & Simon eine Neuauflage erfuhr. Die Romanbiografie zu Renée Sintenis legt den Fokus auf die Emanzipation einer Künstlerin. In Zusammenarbeit mit Heide Meyer erschien 2012 Mutter Corsage – Enthüllungen einer Dessous-Verkäuferin.[2] 2014 veröffentlichte Kettelhake die Biografie Sonja negativ – dekadent: Eine rebellische Jugend in der DDR. Darin zeichnet sie den Lebensweg von Sonja Rachow nach, die als Jugendliche vier Monate in der DDR-Disziplinareinrichtung Jugendwerkhof Torgau verbrachte und sich später auf Landesebene in Mecklenburg-Vorpommern dem Neuen Forum anschloss.[3]
Im Jahr 2014 arbeitete Silke Kettelhake für den RBB an der dokumentarischen Reihe Geheimnisvolle Orte zur Folge über das Schloss Liebenberg, den Ort, an dem Libertas Schulze-Boysen aufgewachsen war, und führte selbst als Gesprächspartnerin durch das Feature. Sie war ebenfalls beratend am Dokumentarfilm Die guten Feinde von Christian Weisenborn (2016) mit Expertise zur Widerstandsgruppe Rote Kapelle beteiligt[4] und im Film selbst als Interviewpartnerin zu sehen.[1]
Silke Kettelhake schreibt daneben für zahlreiche Tageszeitungen und Magazine, darunter taz, Tagesspiegel, Filmdienst, Jungle World, Freitag und die Deutsche Welle. Sie lebt in Berlin.[5]
Publikationen (Auswahl)
- Monografien
- Erzähl allen, allen von mir! Das schöne, kurze Leben der Libertas Schulze-Boysen, 1913–1942. Droemer, München 2008, ISBN 978-3-42627-437-8.
- Renée Sintenis. Berlin, Boheme und Ringelnatz. Osburg, Berlin 2010, ISBN 978-3-940731-51-7.
- Sonja: „negativ-dekadent“. Eine rebellische Jugend in der DDR. Osburg, Hamburg 2014, ISBN 978-3-95510-042-1.
- Anthologien
- mit Heide Meyer: Mutter Corsage. Enthüllungen einer Dessous-Verkäuferin. Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2012, ISBN 978-3-426-78516-4.
- Artikel und Beiträge
- Der Apparat Abschiebegefängnis. In: taz. 18. Februar 2004, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Der lange Marsch durch die Illusionen. In: taz. 27. November 2004, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Ghettos in Göttingen. In: taz. 30. März 2005, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Women on Waves. In: Sarah Diehl (Hrsg.): Deproduktion. Alibri, Aschaffenburg 2007, ISBN 978-3-86569-016-6, S. 174–177.
- Der Film als Medium für politische Bildung. In: Dirk Lange, Ayça Polat, Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Migration und Alltag. Unsere Wirklichkeit ist anders (= Perspektiven politischer Bildung. 1). Wochenschauverlag, Bonn 2009, ISBN 978-3-8389-0001-8.
- Der Krieg ist aus. In: Ernst Piper (Hrsg.): 1945. Niederlage und Neubeginn. Lingen, Köln 2015, ISBN 978-3-945136-20-1, S. 178–189.
- Prekäre Tätigkeit der Clickworker: Gesichtslos, emotionslos, nie krank. In: taz. 25. Juli 2018, abgerufen am 9. Dezember 2025.
- Vom Suchen und Finden – Stasi-Razzia in der Umweltbibliothek. In: bpb.de. 26. Juli 2018, abgerufen am 9. Dezember 2025.
Filmografie
- 2014: Geheimnisvolle Orte. Folge 64: Schloss Liebenberg (Fernsehserie)
- 2016: Die guten Feinde. Mein Vater, die Rote Kapelle und ich, Regie: Christian Weisenborn
Weblinks
- Silke Kettelhake bei IMDb
- Werke von Silke Kettelhake im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kettelhake, Silke. In: Deutsche Biographie (Index-Eintrag).
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Silke Kettelhake bei Perlentaucher
- Website von Silke Kettelhake
- Silke Kettelhake: Sonja: „negativ-dekadent“. Eine rebellische Jugend in der DDR. In: bundesstiftung-aufarbeitung.de. Abgerufen am 15. April 2025.