Silkeborg IF

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Silkeborg Idrætsforening, kurz Silkeborg IF oder SIF, ist ein dänischer Sportverein aus der Stadt Silkeborg in der Region Midtjylland. Der Verein ist vor allem für seine Fußballabteilung bekannt, die mit Unterbrechungen seit 1988 in der höchsten dänischen Spielklasse spielt und 1994 Meister wurde.

Schnelle Fakten Basisdaten, Erste Fußballmannschaft ...
Silkeborg IF
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Basisdaten
Name Silkeborg Idrætsforening
Sitz Silkeborg, Dänemark
Gründung 26. April 1917
Farben weiß-rot
Präsident Danemark Kent Madsen
Website silkeborgif.com
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Danemark Kent Nielsen
Spielstätte JYSK Park
Plätze 10.000
Liga Superliga
2024/25 7. Platz
Heim
Auswärts
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Geschichte

Gründung und Anfangsjahre

In Silkeborg bestimmte Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst Silkeborg Idrætsforening Fremad das Sportgeschehen. Der Verein, in dem neben Leichtathletik auch Fußball, Cricket und Gymnastik praktiziert wurde, geriet jedoch 1915 in finanzielle Schwierigkeiten und musste aufgelöst werden.[1] In der Folge gründete sich der Silkeborg Boldklub af 1916 als Fußballverein, welcher sich jedoch schon bald wieder eine breitere Aufstellung mit weiteren Sportlern wünschte. So wurde am 26. April 1917 zu einer Versammlung in das Hotel Højskolehjemmet eingeladen, bei der der Sportverein Silkeborg Idrætsforening af 1917 gegründet wurde.[2]

Der Sportverein gewann von Jahr zu Jahr weiter an Mitgliedern und auch wenn im Verein wieder Cricket und Leichtathletik ausgeübt wurde, war der Fußball die Hauptaktivität der Sportler. Allerdings stellte sich der sportliche Erfolg zunächst nicht ein und der SIF musste sich in den 1930er Jahren mit lokalen Konkurrenten wie dem Alderslyst Boldklub (ABK) und Arbejdernes Idrætsklub (AIK) messen. Nachdem im April 1941 Alderslyst nach Silkeborg eingemeindet wurde, kam schließlich auch eine Zusammenlegung beider Vereine zum 1. Juli 1941 zustande und Silkeborg Idrætsforening legte die bis dahin getragene Jahreszahl aus dem Namen ab. Im Jahr darauf löste sich auch der AIK auf. Das Jahr stellte einen besonderen Punkt in der Vereinshistorie dar, da man 1942 auch in die höchste jütländische Spielklasse aufstieg. In den 1940er Jahren etablierte sich auch der Handball im Verein, der besonders bei den Frauen Erfolge brachte. 1946 wurde der Alderslyst Boldklub neu gegründet und in Silkeborg kehrte man daher zum alten Namen zurück: Silkeborg Idrætsforening af 1917.[2]

Weg in die Erstklassigkeit

In der Saison 1962 startete die erste Herrenmannschaft im Fußball erstmals in der 3. Division, stieg aber als Tabellenletzter wieder in die Jyllandsserie ab. Doch nachdem man 1965 erneut den Aufstieg in die 3. Division schaffte – welche mittlerweile auf zwei Staffeln aufgeteilt war – wurde man 1966 auf Anhieb Tabellenerster und stieg folglich in die 2. Division auf. Dort konnte Silkeborg sich zunächst für drei Jahre halten, erreichte 1970 aber den direkten Wiederaufstieg. Doch nach wechselhaften Erfolgen in den Vorjahren war 1976 mit nur fünf Siegen in 30 Partien der Abstieg besiegelt. Doch auch in der 3. Division konnte Silkeborg nicht mehr Fuß fassen und rutschte 1977 weiter in die viertklassige Danmarksserien ab.[3]

Die Professionalisierung im dänischen Fußball machte auch vor Silkeborg nicht halt und so wurde am 21. April 1982 das Unternehmen SIF Support A/S gegründet, das für den professionellen Fußball im Verein verantwortlich sein sollte. Der angestrebte Aufstieg in die höheren Spielklassen, nach Jahren in der Danmarksserie, setzte auch tatsächlich ein. Die erste Mannschaft stieg 1982 in die 3. Division auf, während die zweite Mannschaft in die Jyllandsserie aufrückte. Im Jahr darauf folgte sofort der Durchmarsch in die 2. Division, womit man wieder in der zweithöchsten Spielklasse Dänemarks angelangt war. Der Erfolg riss nicht ab und 1984 wurde man Fünfter mit nur vier Punkten Rückstand auf den dritten Aufstieg in Folge.

Zur Saison 1987 wurde Viggo Jensen als Trainer verpflichtet. Für den früheren dänischen Nationalspieler war es die dritte Trainerstation. Nachdem man im vorherigen Jahr nur knapp die Klasse halten konnte, bewies Jensen seinen großen Einfluss und brachte die Mannschaft 1987 zum Gewinn der 2. Division.[2] Der Aufstieg in die 1. Division galt als große Überraschung und ein Journalist des Politiken schrieb: „Det vil være en overraskelse, hvis Silkeborg får tilkæmpet sig et hjørnespark“ (Es wäre eine Überraschung, wenn Silkeborg einen Eckstoß gewinnt).[4]

Meisterschaft und Pokalsieg

Entgegen vieler Erwartungen stieg Silkeborg in der Saison 1988 nicht sofort wieder ab. Im Gegenteil: Silkeborg gewann ganze elf Partien, darunter auch mit 1:0 gegen Brøndby IF. Am Ende stand ein neunter Platz zu Buche. Es war erst der Auftakt zu einer Zeit, die später als goldene Periode im Verein betrachtet würde. Nach einem siebten Platz 1989 wurde 1990 der vierte Platz erreicht und man verpasste nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz die Qualifikation für den UEFA-Pokal. Der größte Erfolg dieser Zeit folgte nur vier Jahre später. Die Superliga 1993/94 spielte zunächst eine Vorrunde unter den zehn Erstligisten aus. Schon diese gewann Silkeborg mit nur zwei Niederlagen, doch zählten die Punkte nur zur Hälfte in das Endergebnis ein. Doch auch in der Schlussrunde überzeugte die Mannschaft weiter, schlug etwa den FC Kopenhagen mit 5:0, und wurde am Ende dänischer Meister. Im dänischen Pokal schied man erst im Halbfinale aus.

Der Meistertrainer Bo Johansson verließ Silkeborg nach der Saison, doch mit einem dritten Platz 1995 gehörte die Mannschaft wieder zu den dänischen Top-Klubs und qualifizierte sich wieder für europäische Wettbewerbe. Bei der europäischen Premiere nach dem Meistertitel war Silkeborg noch in der Qualifikationsrunde der UEFA Champions League 1994/95 gescheitert. Beim UEFA-Pokal 1995/96 besiegte man den Crusaders FC und schied gegen Sparta Prag aus, konnte allerdings in Prag mit 1:0 gewinnen. 1996 war Silkeborg einer der Sieger des Intertoto Cups. Auch in den folgenden Jahren gehörte Silkeborg zu den besseren Mannschaften der Superliga, wie sich auch 1997/98 durch einen zweiten Platz hinter Brøndby bewies. Zudem hatte Silkeborg dreimal in Folge das Halbfinale des dänischen Fußballpokals erreicht. Ein letzter Höhepunkt dieser Zeit war noch die Saison 2000/01 unter Trainer Benny Johansen, in der Silkeborg Dritter der Liga wurde und im Pokalfinale AB Gladsaxe mit 4:1 schlug.

Wandel zur Fahrstuhlmannschaft

Der Sommer 2001 bedeutete einen großen Umbruch im Verein. Trotz der vergangenen Erfolge war der Verein finanziell angeschlagen und musste sparen. Zeitgleich verließen wichtige Spieler wie Thomas Røll und Peter Kjær den Verein. Morten Bruun, der 13 Jahre für Silkeborg spielte und 424 Spiele bestritt, beendete seine Karriere. In den ersten 13 Spielen holte Silkeborg gerade einmal drei Punkte. Johansen gab den Trainerposten an Morten Bruun ab, der die Mannschaft noch auf den sicheren neunten Platz retten konnte.[2] 2003 stieg Silkeborg jedoch nach 16 Jahren Erstklassigkeit wieder ab. Zwar schaffte der Verein den sofortigen Wiederaufstieg und hielt sich zwei Jahre im Mittelfeld der Liga; 2007 folgte aber erneut der Abstieg in die 1. Division. Silkeborg konnte sich wieder einmal zurückkämpfen und wurde 2011 Fünfter, doch folgte 2013 der dritte Abstieg aus der Superliga. Die nächsten Jahre pendelt der Klub als Fahrstuhlmannschaft ständig zwischen den beiden Ligen. Bis 2021 schafft er es in neun Spielzeiten zu vier Ab- und vier Aufstiegen.

Reetablierung in der Superliga

Nach dem Aufstieg schaffte Silkeborg es 2021/22 als Sechster der Vorrunde knapp in die Meisterrunde und wurde abschließend Dritter. 21 Jahre nach dem Pokalsieg konnte man sich wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. Auch in den folgenden Spielzeiten hielt sich Silkeborg erfolgreich im Mittelfeld der Superliga. Insbesondere im Pokal stach Silkeborg hervor. 2023 erreichte man das Halbfinale. 2024 gewann der Verein durch einen 1:0-Finalsieg über Aarhus GF zum zweiten Mal den Pokal. Auch 2025 stand man im Finale.

Erfolge

Saisonbilanzen

Bis 1995 galt die Zwei-Punkte-Regel. In den Spielzeiten 1991/92 bis 1994/95 fand eine Vorrunde statt, dessen Ergebnisse halbiert zur Schlussrunde dazuzählten.

Weitere Informationen Saison, Höhe ...
Saison Höhe Platz Spiele Tore Diff. Punkte Pokal
Spielzeiten 1983 bis 2014/15[3]
Saison Höhe Platz Spiele Tore Diff. Punkte Pokal
1983III 03.3037:29+8371. Runde
1984II 05.3053:39+1437Achtelfinale
1985II 10.3048:47+1273. Runde
1986II 11.3034:42−8272. Runde
1987II 01.2654:22+3241Achtelfinale
1988I 09.2639:35+426Achtelfinale
1989I 07.2631:29+225Viertelfinale
1990I 04.2635:26+9303. Runde
1991I 09.1823:33−1015
1991/92I 06.1413:20−7223. Runde
1992/93I 05.1417:17+14234. Runde
1993/94I 01.1423:15+831Halbfinale
1994/95I 03.1423:16+724Achtelfinale
1995/96I 06.3344:42+249Viertelfinale
1996/97I 06.3351:55−445Halbfinale
1997/98I 02.3355:31+2463Halbfinale
1998/99I 09.3352:53−144Halbfinale
1999/2000I 06.3349:33+1649Achtelfinale
2000/01I 03.3349:36+1356Sieger
2001/02I 09.3341:50−932Viertelfinale
2002/03I 11.3352:54−236Achtelfinale
2003/04II 01.3070:25+4567Achtelfinale
2004/05I 08.3350:52−2474. Runde
2005/06I 08.3333:50−1739Achtelfinale
2006/07I 12.3334:60−26222. Runde
2007/08II 03.3060:33+27573. Runde
2008/09II 02.3068:27+41692. Runde
2009/10I 08.3347:51−443Viertelfinale
2010/11I 05.3343:49−643Achtelfinale
2011/12I 08.3351:47+439Achtelfinale
2012/13I 12.3338:66−2831Achtelfinale
2013/14II 01.3367:38+29662. Runde
2014/15I 12.3326:59−3314Achtelfinale
2015/16II 02.3359:29+30633. Runde
2016/17I 09.2631:46−1530Achtelfinale
2017/18I 11.2634:49−1528Finale
2018/19II 01.3360:41+19613. Runde
2019/20I 14.2631:55−2416Viertelfinale
2020/21II 02.3276:28+48732. Runde
2021/22I 03.3254:37+17493. Runde
2022/23I 09.3244:49−541Halbfinale
2023/24I 06.3239:59−2036Sieger
2024/25I 07.3256:41+1541Finale
2025/26I Teilnahme
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! Dänischer Meister/Pokalsieger ! Aufstieg ! Abstieg

Europapokalbilanz

Weitere Informationen Saison, Wettbewerb ...
Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1994/95UEFA Champions League Qualifikation Ukraine Dynamo Kiew1:30:0 (H)1:3 (A)
1995/96UEFA-Pokal Vorrunde Nordirland Crusaders FC6:12:1 (A)4:0 (H)
1. Runde Tschechien Sparta Prag(a)2:2(a)1:0 (A)1:2 (H)
1996UEFA Intertoto Cup Gruppenphase Belgien Sporting Charleroi4:24:2 (A)
Polen Zagłębie Lubin0:00:0 (H)
Osterreich SV Ried3:03:0 (A)
Wales Conwy United4:04:0 (H)
Halbfinale Russland Uralmasch Jekaterinburg(a)2:2(a)2:1 (A)0:1 (H)
Finale Kroatien Segesta Sisak(a)2:2(a)2:1 (A)0:1 (H)
1996/97UEFA-Pokal 1. Runde Russland Spartak Moskau3:52:3 (A)1:2 (H)
1997UEFA Intertoto Cup Gruppenphase Osterreich Grazer AK0:20:2 (A)
Kroatien NK Hrvatski dragovoljac5:05:0 (H)
Frankreich SC Bastia0:10:1 (A)
Wales Ebbw Vale AFC6:16:1 (H)
1998/99UEFA-Pokal 2. Qualifikationsrunde Slowenien NK Mura Murska Sobota2:00:0 (A)2:0 (H)
1. Runde Italien AS Rom0:30:2 (H)0:1 (A)
2000UEFA Intertoto Cup 1. Runde Belarus Dnjapro-Transmash Mahiljou2:41:2 (A)1:2 (H)
2001/02UEFA-Pokal 1. Runde Spanien Real Saragossa1:50:3 (A)1:2 (H)
2022/23UEFA Europa League Play-offs Finnland HJK Helsinki1:20:1 (A)1:1 (H)
2022/23UEFA Europa Conference League Gruppenphase Belgien RSC Anderlecht0:30:1 (A)0:2 (H)
England West Ham United2:42:3 (H)0:1 (A)
Rumänien FCSB Bukarest10:05:0 (H)5:0 (A)
2024/25UEFA Europa League 2. Qualifikationsrunde Norwegen Molde FK4:51:3 (A)3:2 (H)
2024/25UEFA Conference League 3. Qualifikationsrunde Belgien KAA Gent4:52:2 (H)2:3 n. V. (A)
2025/26UEFA Conference League 2. Qualifikationsrunde Island KA Akureyri4:31:1 (H)3:2 n. V. (A)
3. Qualifikationsrunde Polen Jagiellonia Białystok2:30:1 (H)2:2 (A)
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Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 44 Spiele, 15 Siege, 7 Unentschieden, 22 Niederlagen, 70:59 Tore (Tordifferenz +11)

Kader der Saison 2025/26

Stand: 11. September 2025[5][6]

Weitere Informationen Nr., Position ...
Nr. Position Name
1 DanemarkDänemark TW Nicolai Larsen
2 DanemarkDänemark AB Andreas Poulsen
3 Norwegen AB Robin Østrøm
4 PortugalPortugal AB Pedro Ganchas
7 DanemarkDänemark MF Villads Westh
8 DanemarkDänemark MF Jeppe Andersen
9 DanemarkDänemark ST Alexander Simmelhack
10 DanemarkDänemark ST Younes Bakiz
14 DanemarkDänemark MF Sofus Berger
15 DanemarkDänemark ST Asbjørn Bøndergaard
16 DanemarkDänemark TW Bastian Holm
17 AustralienAustralien ST Callum McCowatt
18 DanemarkDänemark AB Leonel Montano
19 DanemarkDänemark AB Jens Martin Gammelby
Nr. Position Name
20 DanemarkDänemark MF Mads Larsen
21 DanemarkDänemark AB Benjamin Clemmensen
22 SchwedenSchweden MF Rami Al Hajj
23 DanemarkDänemark ST Tonni Adamsen
24 DanemarkDänemark AB Alexander Priesborg Madsen
25 SchwedenSchweden AB Pontus Rödin
26 DanemarkDänemark MF Mikkel Øxenberg
28 DanemarkDänemark AB Simon Stüker
30 DanemarkDänemark TW Aske Andrésen
33 DanemarkDänemark MF Mads Freundlich
35 DanemarkDänemark MF Sebastian Biller
36 DanemarkDänemark MF Julius Lorents
40 DanemarkDänemark AB Alexander Busch
41 DanemarkDänemark MF Oskar Boesen
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Bekannte Spieler

Bekannte Trainer

Andere Sportarten

Einzelnachweise

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