Sindelsdorf

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Sindelsdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Habach.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Sindelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sindelsdorf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 43′ N, 11° 20′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Verwaltungs­gemeinschaft: Habach
Höhe: 609 m ü. NHN
Fläche: 17,5 km²
Einwohner: 1206 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82404
Vorwahl: 08856
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 153
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulgasse 2
82404 Sindelsdorf
Website: www.sindelsdorf.de
Erster Bürgermeister: Andreas Obermaier (CSU/Offene Bürgerliste)
Lage der Gemeinde Sindelsdorf im Landkreis Weilheim-Schongau
Karte
Karte
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Pfarrkirche St. Georg

Geografie

Sindelsdorf von Nordwesten
Riederner Weiher, Sindelsdorf
Filze südlich von Sindelsdorf

Die Gemeinde liegt in der Region Oberland. Südöstlich des Ortes befindet sich das Naturschutzgebiet Fichtsee im Sindelsbachfilz.

Es gibt fünf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt nur die Gemarkung Sindelsdorf.

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Der Ort wird in einer Urkunde anlässlich der Gründung des Klosters Scharnitz im Jahr 763 erstmals erwähnt.

Sindelsdorf im heutigen Oberbayern gehörte zum Kloster Benediktbeuern unter der Landeshoheit des Kurfürstentums Bayern.

Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die Gemeinde Sindelsdorf, die zum Landgericht Weilheim gehörte.

20. Jahrhundert

Sindelsdorf war wie Murnau ein Zentrum der Redaktionsgemeinschaft des Blauen Reiters. Von 1909 bis 1914 lebten hier Franz Marc, Jean-Bloé Niestlé und Heinrich Campendonk. Nicht weniger bekannte Künstler wie Wassily Kandinsky, August und Helmuth Macke, Gabriele Münter sowie Alexej von Jawlensky kamen zu Arbeitsgesprächen zu Besuch. Viele berühmte Gemälde wie Der Turm der blauen Pferde von Marc entstanden in Sindelsdorf.[4]

Einwohnerentwicklung

  • Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 808 auf 1203 um 395 Einwohner bzw. um 48,9 %.
Weitere Informationen Jahr ...
Jahr187119251950197019871991199520002010
Einwohner[5]4068838466817838958991.0111.078
Jahr20152020
Einwohner1.1991.215
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Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl 2020 erbrachte folgende Sitzverteilung:[6]

  • CSU/Offene Bürgerliste Sindelsdorf: 7 Sitze
  • Unabhängige Wählergruppe Sindelsdorf: 5 Sitze

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit Mai 2020 Andreas Obermaier von der CSU/Offene Bürgerliste. Sein Amtsvorgänger war ab Mai 1990 Josef Buchner von der Unabhängigen Wählergruppe (UWS).

Wappen

Blasonierung: „In Rot ein silbernes Balkenkreuz, dessen Querbalken einen vorne stehenden goldenen Abtstab überdeckt; im linken oberen Winkel ein goldenes Widderhorn, im linken unteren Winkel ein sechsstrahliger goldener Stern.“[7]

Wappenführung seit 1978

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gab nach der amtlichen Statistik 2023 127 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 540. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 28 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 791 ha. Davon waren 103 ha Ackerfläche und 688 ha Dauergrünfläche.

Bildung

Es bestehen folgende Einrichtungen (Stand 2024):

  • eine Kindertageseinrichtung: 55 genehmigte Betreuungsplätze, 53 betreute Kinder

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Sindelsdorf

Personen, die vor Ort gewirkt haben

  • Heinrich Campendonk (1889–1957), deutsch-niederländischer Maler des Blauen Reiters, in Sindelsdorf von 1911 bis 1916
  • Franz Marc (1880–1916), deutscher expressionistischer Maler des Blauen Reiters, in Sindelsdorf von 1910 bis 1914
  • Jean-Bloé Niestlé (1884–1942), Schweizer Maler des Blauen Reiters, in Sindelsdorf von 1910 bis 1914[9]

Literatur

  • Karl Steinberger: Aus der Geschichte von Sindelsdorf. Gemeindeverwaltung Sindelsdorf, 1982
Commons: Sindelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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