Siniša Karan
bosnischer Politiker (SNSD)
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Siniša Karan (serbisch-kyrillisch Синиша Каран; * 17. Mai 1962 in Grabovac, SR Kroatien, Jugoslawien) ist ein bosnischer Politiker (SNSD) serbischer Volkszugehörigkeit.[1][2] Er ist seit Februar 2026 Präsident der Republika Srpska, einer der zwei Entitäten von Bosnien und Herzegowina.
Leben
Karan schloss 1985 ein Studium der Politikwissenschaft an der Universität Sarajevo ab. Er war als Polizist in Kupres tätig, danach in leitender Position bei der Kriminalpolizei in Sarajevo. Im Innenministerium der Republika Srpska leitete er die Abteilung für Verbrechensbekämpfung. Parallel dazu studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Banja Luka und promovierte dort 2009.
Ab 2008 war er Sicherheitsberater des damaligen Präsidenten der Republika Srpska Rajko Kuzmanović, von 2009 bis 2019 Generalsekretär des Präsidenten der Republika Srpska (zunächst noch Kuzmanović, dann Milorad Dodik, zuletzt Željka Cvijanović). Von 2019 bis Dezember 2022 war er Generalsekretär der Regierung der Republika Srpska. Daneben hatte er Lehraufträge und Professuren an mehreren privaten Hochschulen (Universität Sinergija in Bijeljina, Paneuropäische Universität „Apeiron“ in Banja Luka und Unabhängige Universität Banja Luka).
In der Republika Srpska war er von 2022 bis 2025 Innenminister in der Regierung von Radovan Višković. Seit September 2025 ist er Minister für Wissenschaft und Bildung in der Regierung von Savo Minić.
Milorad Dodik, der 2022 erneut Präsident der Republika Srpska wurde, wurde im Februar 2025 vom bosnisch-herzegowinischen Bundesgericht zu einer Haftstrafe und einem sechsjährigen Verbot der Ausübung politischer Ämter verurteilt, weil er zwei vom Parlament verabschiedete Gesetze, die gegen die bosnische Verfassung verstießen, unterzeichnet hatte. Daher wurde Dodik im August 2025 seines Amtes enthoben. Bei der daraufhin erforderlichen Präsidentschaftswahl am 23. November 2025 konnte sich Karan knapp gegen Branko Blanuša (SDS) durchsetzen. Nachdem am Wahltag schwere Unregelmäßigkeiten festgestellt wurde, wurde eine Teilwiederholung der Wahl am 8. Februar 2026 in einigen Wahlkreisen angeordnet. Dies änderte jedoch nichts am Ausgang der Wahl. Seine Vereidigung erfolgte am 17. Februar 2026.[3] Karan gilt als enger Vertrauter Dodiks und als Befürworter einer Abspaltung der Republika Srpska von Bosnien-Herzegowina.
Veröffentlichungen
- Parlamentarna skupština Bosne i Hercegovine. Specifičnost ustavnopravnog položaja; tendencije proširenja nadležnosti (Die parlamentarische Versammlung von Bosnien und Herzegowina. Besonderheiten der verfassungsrechtlichen Stellung; Tendenzen zur Ausweitung der Gerichtsbarkeit), 2012, ISBN 978-99955-23-41-1
Weblinks
- Ko je Siniša Karan, novi predsednik Republike Srpske: Dodikov kandidat koji je decenijama vezan za policiju i obaveštajne službe, blic.rs, 24. November 2025
- Novi predsjednik Republike Srpske rođen je u Hrvatskoj, bio je šef policije u Kupresu: ‘On je Dodikov udarni igrač‘, jutarnji.hr, 24. November 2025
- Thomas Roser, Knapper Sieg von Dodik-Strohmann Karan schürt Hoffnung der Opposition, fr.de, 25. November 2025