Sinosaurus

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Sinosaurus („Chinaechse“) ist eine Gattung von ausgestorbenen theropoden Dinosauriern aus dem Unterjura der Volksrepublik China. Wie einige andere Theropoden aus dieser Zeit besaß Sinosaurus auf seinem Schädel ein Paar aus knöchernen Kämmen.

Schnelle Fakten Zeitliches Auftreten, Fundorte ...
Sinosaurus

Skelettrekonstruktion von Sinosaurus.

Zeitliches Auftreten
Hettangium (Unterjura)[1]
201,3 bis 199,3 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Dinosaurier (Dinosauria)
Echsenbeckensaurier (Saurischia)
Theropoda
Neotheropoda
Sinosaurus
Wissenschaftlicher Name
Sinosaurus
Young, 1948
Arten
  • Sinosaurus anlongbaoensis(?)
  • Sinosaurus sinensis(?)
  • Sinosaurus triassicus (Typusart)
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Forschungsgeschichte

Porträt von Sinosaurus.

Die ersten bekannten Fossilien (Fragmente des Kiefers und Zähne aus den Schichten der Lufeng-Formation) wurden 1948 von Chung-Chien Young unter dem Namen Sinosaurus triassicus vorgestellt.[2] Das Artepitheton triassicus geht zurück auf die Annahme, dass die Fundschichten von Sinosaurus während der Trias abgelagert wurden. Neuere biostratigraphische Erkenntnisse deuten dagegen auf eine Entstehung während des unteren Jura hin.[3]

Weitere Funde wurden ursprünglich anderen Gattungen zugeordnet. Ein fast vollständiges Skelett, das in unmittelbarer Nähe zu Resten des sauropodomorphen Dinosauriers Yunnanosaurus lag, wurde 1993 von Hu Shaojin aufgrund seiner Ähnlichkeiten mit dem nordamerikanischen Dilophosaurus wetherilli als Dilophosaurus sinensis beschrieben.[4][5] Wang et al. (2017) benannten anhand eines unvollständigen Schädels die Art Shuangbaisaurus anlongbaoensis.[6] Beide Funde werden mittlerweile Sinosaurus zugeordnet. Ob es sich dabei um Synonyme der Art Sinosaurus triassicus oder um jeweils eigene Arten (Sinosaurus sinensis, Sinosaurus anlongbaoensis) handelt, wird weiterhin diskutiert.[5]

Beschreibung

Größenvergleich zwischen Sinosaurus und einem Menschen.

Sinosaurus war ein mittelgroßer Theropode von etwa 5,5 Metern Länge. Ähnlich Dilophosaurus hatte die Gattung ein Paar knöcherner Schädelkämme (bestehend aus dem Nasen- und Tränenbein), sowie eine deutliche Einbuchtung zwischen Oberkieferknochen und Zwischenkieferbein. Im direkten Vergleich war die Schnauze kürzer und die Zähne kleiner und kräftiger.[4]

Sinosaurus lässt sich von anderen Theropoden unter anderem durch die Ausprägung seiner Schädelkämme und die Gestalt des Antorbitalfensters unterscheiden.[5]

Es gibt Hinweise für einen ausgeprägten Sexualdimorphismus.[7]

Systematik

Sinosaurus kann allgemein den Neotheropoda zugeordnet werden. Die genaue verwandtschaftliche Stellung ist allerdings unsicher und variiert je nach durchgeführter Analyse. Einige Arbeiten sehen in ihm ein Mitglied der Dilophosauridae[8] oder allgemein der Coelophysoidea.[7] Es könnte sich bei Sinosaurus allerdings auch um einen frühen Vertreter der Tetanurae handeln.[9] Generell könnte die Ähnlichkeit mit Dilophosaurus nur oberflächlicher Natur sein und keine enge Verwandtschaft zwischen beiden Gattungen bestehen.[10]

Kladogramm nach Smith et al. (2007).[8]

 Neotheropoda 

Coelophysoidea


   

Neoceratosauria


   

Tetanurae


   

Zupaysaurus


 Dilophosauridae 

Sinosaurus


   

Dracovenator


   

Dilophosaurus


   

Cryolophosaurus






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Kladogramm nach Hendrickx et al.(2015).[9]

 Neotheropoda 

Coelophysidae


   

Liliensternus


   

Zupaysaurus


   
 Dilophosauridae 

Dilophosaurus


   

Dracovenator



 Averostra 

Ceratosauria


 Tetanurae 

Cryolophosaurus


   

Sinosaurus


   

Monolophosaurus


   

Orionides



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Paläobiologie

Lebendrekonstruktion von Sinosaurus mit einem frühen Sauropodomorphen.

Biomechanik

Die knöchernen Schädelkämme von Sinosaurus zeigen mehrere Öffnungen. Wissenschaftler um Lida Xing konnten zeigen, dass diese die Kämme empfindlich für externe Kräfte machten und deshalb wahrscheinlich nicht in Kämpfen eingesetzt wurden.[11]

Neuroanatomie

Anhand eines Schädelausgusses konnte die Neuroanatomie von Sinosaurus mit der anderer ausgestorbener Theropoden verglichen werden. Allgemein zeigen sich viele Ähnlichkeiten mit Allosauroideen. So ist die Pneumatisation des Ausgusses ähnlich ausgeprägt wie bei Sinraptor. Die allgemeine Morphologie des Gehirns entspricht allerdings eher der von Allosaurus, Acrocanthosaurus, aber auch der von Coelophysis. Das könnte dafür sprechen, dass es sich dabei um eine urtümliche Ausprägung des Theropodengehirns handelt.[12]

Pathologie

Obwohl Sinosaurus wohl wie viele andere Reptilien seine Zähne permanent ersetzen konnte, wurde bei einem Exemplar auch ein komplett verschlossenes Zahnfach entdeckt. Der knöcherne Umbau erfolgte wahrscheinlich nach dem Verlust des Zahns durch ein nicht-tödliches Trauma.[3]

Einzelnachweise

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