Siri Dahlquist

schwedische Theologin, Kirchenfunktionärin und Kirchenlieddichterin From Wikipedia, the free encyclopedia

Sigrid (Siri) Hedvig Naëmi Dahlquist (* 14. März 1889 in Bromma (nach älteren Angaben in Sundbyberg) als Sigrid Jonsson; † 22. Januar 1966 in Uppsala) war eine schwedische Theologin, Kirchenfunktionärin und Kirchenlieddichterin.

Siri Dahlquist, ca. 1940

Leben

Sigrid Jonsson war eine Tochter von Per Jonsson (1861–1936) und seiner Ehefrau Hedvig Maria Lind (1863–1933), die beide als Volksschullehrer arbeiteten.[1] Nachdem sie 1907 an der Wallinska skolan in Stockholm das Abitur abgelegt hatte, studierte sie Evangelische Theologie an der Universität Uppsala. Schon im Studium und darüber hinaus war sie eine treibende Kraft in der Ungkyrkorörelsen. 1913 legte sie – als zweite Frau in Uppsala nach Emilia Fogelklou – das theologische Kandidatenexamen ab. Sie arbeitete kurzzeitig als Lehrerin an Mädchenschulen in Stockholm und wollte nach dem Examen eine Dissertation über Fredrika Bremer schreiben. Ihr Lehrer Nathan Söderblom brachte sie aber davon ab und riet ihr, sich lieber selbst an religiöser Lyrik zu versuchen. Nach der Heirat mit dem Pfarrer Gunnar Dahlquist (1884–1945) gab sie 1913 die Berufstätigkeit auf und unterstützte ihren Mann als Pfarrfrau in Degerfors (1913–1920) und später in Säby bei Tranås (1925–1928). Zwischen 1914 und 1925 bekam das Ehepaar sechs Kinder, darunter Thorild (1920–2009, Philosoph) und Germund (1925–2005, Mathematiker).[2]

1915–1917 war Dahlquist ehrenamtliche Redakteurin der Sonntagsschulzeitung Sveriges Barn. Als Gunnar Dahlquist zuerst 1920 Sekretär und 1928 Direktor bei Svenska kyrkans mission wurde, engagierte auch Siri Dahlquist sich in der Missionsarbeit. Sie wurde 1922 stellvertretende Vorsitzende und 1928 Vorsitzende der Frauenmissionsvereinigung (Svenska Kvinnors Missionsförening). Von 1937 bis zu ihrem Tod war sie wieder stellvertretende Vorsitzende. Seit den 1930er Jahren war sie auch in der Oxford Group movement engagiert. Großen Einfluss nahm sie auf die Modernisierung der Konfirmandenarbeit in der Schwedischen Kirche.

Nach ihrem Tod wurde Siri Dahlquist in Uppsala, ihrem Wohnort ab 1928, auf dem Alten Friedhof an der Seite ihres Mannes bestattet.

Werk

Dahlquist war seit ihrer frühen Ehezeit auch als Autorin und Übersetzerin tätig. Sie übersetzte die erste Biografie des indischen Religionsphilosophen Sundar Singh (von Burnett Hillman Streeter und Aiyadurai Jesudasen Appasamy, Original 1921, schwedisch 1922). Unter den eigenen Büchern ragt eine Biografie der Indien-Missionarin Amy Carmichael (1954) heraus. Daneben veröffentlichte sie Andachtsbücher (Längtan, trohet, glädje, mit Vivi von Krusenstjerna und Elisabeth Aulén, 1919), Gedichtsammlungen (Liv och längtan, 1925; Livets sånger, 1952; En lyftad skål, 1955; Pilgrimer hälsa varandra, 1959) und eine Biografie ihres verstorbenen Mannes (En arbetsdag i Guds rike, 1971).

Zu ihren Lebzeiten fand Siri Dahlquist vor allem als Kirchenlieddichterin und -übersetzerin große Anerkennung. Einige Lieder finden sich schon in der Anthologie Unga psalmer (1919) und in Nya psalmer (1921), dem Anhang zum offiziellen Gesangbuch der Schwedischen Kirche. Schon 1913 übersetzte sie ein Lied von Annie Coghill, das als Verka, tills natten kommer im Gesangbuch von 1986 (Nr. 585) enthalten ist. Ebenfalls dort ist ihr Missionslied Låt nya tankar tolka Kristi bud von 1923 enthalten (Nr. 417). Viel gesungen wird auch das Passionslied Den kärlek du till världen bar (Nr. 137) von 1924, eine Übersetzung eines Liedes des schottischen Theologen George Robson von ca. 1900.

In neuerer Zeit findet Siri Dahlquist vor allem als Vorkämpferin der Ordination von Frauen Beachtung. Schon 1907, zu Beginn ihres Theologiestudiums, äußerte sie in einem Brief ihren Wunsch, Pastorin zu werden, obwohl daran in der Schwedischen Kirche noch gar nicht zu denken war. In einem Aufsatz von 1919 in der Wochenzeitschrift Idun[3] plädierte sie für ein eigenes kirchliches Amt für theologisch ausgebildete Frauen, das einen Schwerpunkt in der Verkündigung haben sollte.

Literatur

  • Nils Styrbjörn Lundström: Svenska kvinnor i offentlig verksamhet. Porträtt och biografier. 1924, S. 82
  • O. Mannström: J Gunnar N Dahlquist. In: Svenskt biografiskt lexikon, Band 9, 1931, S. 749 ff (riksarkivet.se)
  • Inger Selander: Siri Dahlquist. Ungkyrklig psalmist och frivillig hjälppräst. In: 12 kvinnor. I 1900-talets svenska kyrkohistoria. Artos & Norma, Skellefteå 2010, ISBN 978-91-7580-488-0, S. 59–74.
  • Vivi-Ann Grönqvist (red.): Siri Dahlquist. Psalmförfattare, prästfru och teolog. Artos, Skellefteå 2012, ISBN 978-91-7580610-5
Commons: Sigrid Hedvig Naëmi Dahlquist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI