Sirikit
Königin von Thailand von 1950 bis 2016, danach Königinmutter (1932–2025)
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Sirikit (* 12. August 1932 in Bangkok; † 24. Oktober 2025 ebenda[1]; voller Titel: Somdet Phra Nangchao Sirikit Phra Borommarachininat „Ihre Majestät Königin Sirikit“, Thai สมเด็จพระนางเจ้าสิริกิติ์ พระบรมราชินีนาถ, Aussprache [sǒmdèt pʰráʔ naːŋ ʨâːw sìríkìt pʰráʔ bɔromraːʨʰíniːnâːt], ) war die Gattin von König Bhumibol Adulyadej. Sie war von 1950 bis 2016 Königin von Thailand; danach trug sie den Titel Königinmutter. Sie galt weithin als die am längsten amtierende Königsgemahlin der Welt.[2]

Leben und Wirken
Königin Sirikit, geboren unter dem Namen Mom Rajawongse Sirikit Kitiyakara, war die Tochter von Prinz Nakkhatra Mangala, dem Fürsten von Chanthaburi, und Mom Luang Bua Kitiyakara (geb. Sanitwong). Sie war eine Urenkelin von König Chulalongkorn (Rama V.). Sirikit hatte zwei ältere Brüder und eine jüngere Schwester. Sie besuchte den Kindergarten an der Rachini-Schule, bevor sie in der Konventschule St. Francis Xavier im Bangkoker Bezirk Dusit Unterricht erhielt. Als ihr Vater Botschafter in Frankreich, später in Dänemark und schließlich in England wurde, setzte Sirikit ihre Ausbildung in diesen Ländern fort. Zum Schluss besuchte sie ein Internat in Genf.
In Paris begegnete Sirikit 1947 oder 1948[3] zum ersten Mal Bhumibol Adulyadej, dem späteren König Rama IX. Die beiden sind durch ihre gemeinsame Abstammung von König Chulalongkorn (1868–1910) verwandt. In einer seltenen BBC-Dokumentation von 1980 beschrieb sie die erste Begegnung scherzhaft als „Hass auf den ersten Blick“, weil er drei Stunden zu spät gekommen sei.[4] Nach Bhumibols schwerem Autounfall im Oktober 1948 in der Nähe von Lausanne, bei dem er den Großteil des Sehvermögens auf einem Auge verlor,[2] besuchte Sirikit ihn oft im Krankenhaus. Es entwickelte sich eine Beziehung, die im Juli 1949 zur geheimen Verlobung in Pully[3], einem Vorort von Lausanne, und – nach öffentlicher Bekanntgabe an ihrem 17. Geburtstag in London – zur Heirat am 28. April 1950 im Sra-Pathum-Palast in Bangkok führte.[2] Nach Hochzeit und Krönung kehrte das Paar zunächst in die Schweiz zurück, um das Studium des Königs fortzusetzen, und nahm 1951 die Amtsgeschäfte in Bangkok auf.[2] Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Prinzessin Ubol Ratana (* 1951), Kronprinz und späterer König Maha Vajiralongkorn (* 1952), Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn (* 1955) und Prinzessin Chulabhorn Walailak (* 1957).

Als Bhumibol Adulyadej 1956 für 15 Tage in ein buddhistisches Kloster ging, wie es für männliche Thailänder üblich ist, führte Königin Sirikit die Geschäfte des Königshauses. Seither trug sie den Titel Phra Borommarachininat („Königin und Regentin“).
Ab dem 12. August 1956 war die Königin Präsidentin des Roten Kreuzes in Thailand. In dieser Position sorgte sie für die Errichtung mehrerer Flüchtlingslager an der Grenze zu Kambodscha, als 1979 etwa 40.000 Khmer vor der Schreckensherrschaft von Pol Pot die Flucht nach Thailand ergriffen.
Während und nach der ausführlichen Reise des Königspaars durch Europa und Nordamerika im Jahr 1960 erntete Sirikit große öffentliche Aufmerksamkeit. Insbesondere die Unterhaltungspresse würdigte ihre Attraktivität und ihr Modebewusstsein.[5] 1965 zeichnete das Magazin Vanity Fair sie als „bestangezogene Frau der Welt“ aus.[6] Als junges Paar reisten König und Königin in den 1960er-Jahren häufig ins Ausland und trafen unter anderem US-Präsident Dwight D. Eisenhower, Elisabeth II. und Elvis Presley.[4]

Ihr Einsatz für Toleranz gegenüber der muslimischen Minderheit im Süden Thailands (Provinzen Pattani, Yala und Narathiwat) machte sie bei der dortigen Bevölkerung außerordentlich beliebt. Zugleich unterstützte sie buddhistische Gruppen und Organisationen in Südthailand während der lang andauernden separatistischen Unruhen.[2] Sie förderte zudem thailändisches Kunsthandwerk und gründete die Support Foundation (SUPPORT), um Frauen in ländlichen Regionen durch die Produktion und Vermarktung von Textilien und anderen Handarbeiten ein Einkommen zu ermöglichen.[2] Seit 1976 wird ihr Geburtstag, der 12. August, in Thailand als Muttertag begangen.[4]
Während der politischen Krise 2008 bezog Sirikit Stellung für die Volksallianz für Demokratie („Gelbhemden“). Sie besuchte die Trauerfeier einer getöteten Aktivistin und spendete Geld für die Behandlung von Mitgliedern der Protestbewegung, die bei ihren Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften verletzt worden waren.[7] In den folgenden Jahren galt sie als zunehmend einflussreich; Offiziere der Queen’s Guard nahmen zentrale Posten in den Streitkräften ein.[2]
2012 erlitt Sirikit einen Schlaganfall und zeigte sich in der Folge nur noch selten öffentlich.[4] Sie starb am späten Abend des 24. Oktober 2025 im Alter von 93 Jahren in einem Bangkoker Krankenhaus.[4] Als Todesursache nannte der Königliche Haushalt Komplikationen einer Blutvergiftung.[2] König Maha Vajiralongkorn ordnete ein königliches Begräbnis an; der Leichnam wird in der Dusit Throne Hall des Großen Palasts aufgebahrt, die königliche Familie rief eine einjährige Staatstrauer aus,[4] die am 25. Oktober 2025 begann. Im Oktober 2026 soll sie dann auf einem Sandelholz-Scheiterhaufen im Herzen von Bangkok eingeäschert werden.[3]
Nach der Königin sind zahlreiche Einrichtungen in Thailand benannt:
- das Königin-Sirikit-Kongresszentrum in Bangkok
- der Queen Sirikit Park in Bangkok
- der Sirikit-Staudamm im Norden des Landes
- der Queen Sirikit Botanic Garden in Chiang Mai
- der Queen Sirikit Arboretum Garden in Pathum Thani
- der Queen Sirikit Cup, ein jährlich ausgetragenes Golfereignis, an dem Teams aus dem asiatisch-pazifischen Raum teilnehmen
- die Königin-Sirikit-Krabbe (Thaiphusa sirikit)
- die Königin-Sirikit-Rose
- der Queen’s Cup, eine Fußballveranstaltung
Familie
Vorfahren
| Ahnentafel Sirikit | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Urgroßeltern |
|
Prinz Devawongse Varopakar (1858–1923) |
Prinz Sai Sanitwong (1845–1912) |
? | ||||
| Großeltern |
Prinz Kitiyakara Voralaksana, Fürst von Chanthaburi (1874–1931) |
Chao Phraya Wongsanupraphan (M.R. Sathan Sanitwong; 1866–1940) | ||||||
| Eltern |
Prinz Nakkhatra Mangala, Fürst von Chanthaburi (1897–1953) | |||||||
Nachkommen
| Name | Geburtsdatum | Heirat Datum | Ehegatte | Enkel | Urenkel | |
|---|---|---|---|---|---|
| Prinzessin Ubol Ratana | 5. April 1951 | 1972 (geschieden 1998) | Peter Ladd Jensen | Khun Ploypailin Jensen (* 1981) | Max Wheeler (* 2010) |
| Khun Poom Jensen (1983–2004) | |||||
| Khun Sirikitiya Jensen (* 1985) | |||||
| König Maha Vajiralongkorn | 28. Juli 1952 | 1977 (geschieden 1991) | Prinzessin Soamsawali | Prinzessin Bajrakitiyabha (* 1978) | |
| 1994 (geschieden 1996) |
Sujarinee Vivacharawongse (geb. Yuvadhida Polpraserth) | Prinz Juthavachara Mahidol (* 1979) | |||
| Prinz Vacharaesorn Mahidol (* 1981) | |||||
| Prinz Chakriwat Mahidol (* 1983) | |||||
| Prinz Vatcharawee Mahidol (* 1985) | |||||
| Prinzessin Sirivannavari Nariratana (* 1987) | |||||
| 2001 (geschieden 2014) | Srirasmi Suwadee (ehem. Prinzessin Srirasm) | Prinz Dipangkorn Rasmijoti (* 2005) | |||
| unbekannt | Königin Suthida | ||||
| Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn | 2. April 1955 | ||||
| Prinzessin Chulabhorn | 4. Juli 1957 | 1982 (geschieden 1996) | Virayudh Tishyasarin | Prinzessin Siribhachudabhorn (* 1982) | |
| Prinzessin Aditayadornkitikhun (* 1984) | |||||
Weblinks
- Literatur von und über Sirikit im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek