Sixtus Lampl
deutscher Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler und Publizist
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Sixtus Lampl (* 6. August 1941[1] in Schliersee) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Musikwissenschaftler. Er war Oberkonservator am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und ist der Gründer und Eigentümer des Orgelzentrums Valley.


Leben und Werk
Sixtus Lampl erhielt bereits während seiner Gymnasialzeit in Schäftlarn und Tegernsee Orgelunterricht. Nach dem Abitur studierte er Philosophie, Theologie, Kirchen- und Kunstgeschichte sowie Musikwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er wurde 1972 mit einer Arbeit über die Klosterkirche Tegernsee bei Norbert Lieb promoviert und arbeitete zunächst als Universitätsassistent, bevor er dann 1977 am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Konservator angestellt wurde. 2006 ging er in den Ruhestand.
Im Jahr 1980 wurde er als Orgelreferent mit der denkmalpflegerischen Betreuung der historischen Orgeln in ganz Bayern betraut.[2]
Im Rahmen dieser Tätigkeiten versuchte er 1983, die 1914 erbaute Koulen-Orgel von St. Martin in Landshut, eine der letzten großen romantischen Orgeln in Bayern, vor der Verschrottung zu bewahren. Da sich für ein derart großes Instrument kein Interessent fand, kaufte er es schließlich selber. Als für diese Orgel kein passender Aufstellungsort zu finden war, erwarben er und seine Frau Inge 1987 die Ruine des Alten Schlosses in Valley, restaurierten es und richteten es als Orgelmuseum her.
1993 ließ er einen barocken Bundwerkstadel und 2001 eine frühere Sägewerkshalle mit Zollingerdach auf das Orgelzentrumsgelände transferieren. Der Stadel und die Werkhalle werden nun als Depot, Ausstellungs- und Konzertsaal genutzt.[3] 2025 wurde ein weitgehend unterirdischer Verbindungsbau vom Alten Schloss zur Zollingerhalle fertiggestellt, der ebenfalls für das Orgelmuseum genutzt wird.[4]

Eine drohende Einsturzgefahr des Alten Schlosses in Valley auf der Südseite des Gebäudes konnte bereits durch einen von 2008 bis 2010 errichteten Anbau abgewendet werden, der den mächtigen Südost-Giebel des Altbaus stützt.[5]
Zurzeit befinden sich im Orgelzentrum mehr als 60 Orgeln verschiedener Bauweisen. Davon sind 24 wieder spielbereit aufgebaut und werden von Lampl regelmäßig im Rahmen von Führungen präsentiert. Namhafte Organisten geben dort Konzerte[6].
Lampl ist Autor zahlreicher kunstgeschichtlicher Veröffentlichungen und Kirchenführer und betreibt den Schloßverlag Valley. Er leitet vier Chöre und Orchester: die Valleyer Barockmusikfreunde, den Kirchenchor Oberdarching-Laindern, das Schloßorchester Valley und den Männergesangverein Valley.[7]
Ehrungen
- außerordentliches Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie (1981)
- Bundesverdienstkreuz am Bande (1997)
- Bayerische Verfassungsmedaille in Silber (2015)[8]
- Akademie-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (2017)
- Bayerischer Verdienstorden (2025)[9]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Mit Wilhelm Neu: Denkmäler in Bayern – Bd. 2 Niederbayern. Oldenbourg Verlag, München 1986, ISBN 978-3-486-52393-5.
- Denkmäler in Bayern – Bd. 3 Oberpfalz. Oldenbourg Verlag, München 1986, ISBN 978-3-486-52394-2.
- Dominikus Zimmermann. Verlag Schnell & Steiner, München, Zürich 1987, ISBN 3-7954-0242-5.
- Sixtus Lampl (Hrsg.): Musik und Orgelwerke des Klosters Tegernsee. Schloßverlag Valley, Valley 2007, ISBN 978-3-932055-03-4.
- Die Zollingerhalle beim Alten Schloss Valley – ihre Konstruktion und ihre Orgeln. Mit CD-Einspielungen der Orgeln durch Hedwig Bilgram. Schloßverlag Valley, Valley 2007, ISBN 3-932055-04-1.
- Johann Baptist Zimmermann (1680–1758). Wegbereiter des bayerischen Rokoko. Buch mit CD-Einspielungen unbekannter Musik des Rokoko. Schloßverlag Valley, Valley 2008, ISBN 978-3-932055-05-8.