Sobotín

Gemeinde in Tschechien From Wikipedia, the free encyclopedia

Sobotín (deutsch Zöptau) ist eine Gemeinde des Okres Šumperk im Olomoucký kraj in Tschechien. Die Gemeinde ist Mitglied im Gemeindeverband Svazek obcí údolí Desné.

Schnelle Fakten Basisdaten, Verkehr ...
Sobotín
Wappen von Sobotín
Sobotín (Tschechien)
Sobotín (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Olomoucký kraj
Bezirk: Šumperk
Fläche: 4399 ha
Geographische Lage: 50° 1′ N, 17° 6′ O
Höhe: 365 m n.m.
Einwohner: 1.153 (1. Jan. 2023)[1]
Postleitzahl: 788 14–788 16
Verkehr
Straße: ŠumperkOpava
Bahnanschluss: Šumperk–Sobotín
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 3
Verwaltung
Bürgermeister: Iveta Fojtíková (Stand: 2010)
Adresse: Sobotín 89
788 16 Sobotín
Gemeindenummer: 540986
Website: www.sobotin.cz
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Geografie

Sobotín liegt im Norden des tschechischen Landesteils Mähren nahe der Stadt Šumperk (Mährisch Schönberg) und nahe der Grenze zum historischen Landesteil Mährisch-Schlesien am Fluss Merta, die hier durch ein Tal des Altvatergebirges fließt.

Gedenktafel vor der St. Laurentius-Kirche in Zöptau zur Erinnerung an die Opfer der Hexenprozesse 1678

Geschichte

Sobotín wurde 1351 erstmals erwähnt. Es gehörte zum Besitz der Adelsfamilie Zierotin. Der Hostiendiebstahl der Bettlerin Marina Schuch in der St. Laurentius-Kirche zu Palmarum 1678 war der Auslöser der Hexenprozesse von Groß Ullersdorf.[2] Der Direktor der Herrschaft Wiesenberg, Joachim Stettenhofen, ließ in den 1770er Jahren eine Eisenhütte anlegen und gründete die nach ihm benannte Kolonie Stettenhof (Štětínov).

Im 19. Jahrhundert bauten die Brüder Klein ein Stahlwerk auf, in dem Bestandteile von Brücken und Eisenbahnen hergestellt wurden. 1871/72 wurde auf Betreiben der Gebrüder Klein ein Eisenbahnanschluss über eine Stichbahn zur Mährischen Grenzbahn errichtet. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte der Ort zum Siedlungsgebiet der Deutschmährer, die von hier 1945 vertrieben wurden. Danach siedelten sich hier Tschechen aus dem Landesinneren, Wolhynientschechen und Slowaken an. Zu Beginn des Jahres 2010 lösten sich Petrov nad Desnou und Terezín los und bildeten eine eigene Gemeinde.

Sobotin: Paschalis Haus
Maria Paschalis Haus in Sobotin. Foto Oktober 2025
Informationen zu Maria Paschalis und ihren Leidensgefährtinnen
Schaukasten vor dem Maria Paschalis-Haus in Sobotin. Foto Oktober 2025
Denkmal für den 1. Weltkrieg. Foto Oktober 2025
Vor dem Eingang zum Kirchhof, gegenüber dem Gedenkstein für die Hexenverbrennung, befindet sich ein Denkmal für den 1. Weltkrieg. Foto Oktober 2025

Maria Paschallis Jahn, eine katholische Nonne, war gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mit anderen Schwestern vor der herannahenden sowjetischen Armee nach Sobotin geflüchtet. Am 11. Mai 1945 wurde sie von einem Sowjetsoldaten erschossen. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof neben der Kirche und wird von Ortsbewohnern gepflegt. Die ehemalige Schule, der Ort des Verbrechens, wurde nach Maria Paschalis benannt. Die deutsche Nonne und ihre Leidensschwestern werden heute in Polen und in Tschechien verehrt.

Wirtschaft

In Zöptau befanden sich die Eisenwerke der Gebrüder Klein, in denen Bestandteile von Stahlbogenbrücken oder Eisenbahnschienen gefertigt wurden. Außerdem wurden hier Fahrräder hergestellt. Von Bedeutung ist ferner der Fremdenverkehr, hauptsächlich für den Inlandstourismus.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Sobotín besteht aus den Ortsteilen Klepáčov (Kleppel), Rudoltice (Rudelsdorf), Sobotín (Zöptau) sowie den Ortslagen Nové Rudoltice (Neu Rudelsdorf) und Štětínov (Stettenhof).

Commons: Sobotín – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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