Sol M. Wurtzel

US-amerikanischer Filmproduzent From Wikipedia, the free encyclopedia

Solomon Max Wurtzel (* 12. September 1890 in New York City; † 9. April 1958 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Filmproduzent und als solcher ein überaus produktiver Hersteller von B-Pictures und Serien-Filmen.

Leben und Wirken

Der Sohn deutsch-jüdischer Einwanderer knüpfte seine ersten Filmkontakte über William Fox, dem Gründer der Fox Film Corporation. Fox stellte Wurtzel zunächst als Stenograf ein und machte ihn später zu seinem Sekretär. Der mit seiner Firma zu dieser Zeit noch überwiegend an der US-Ostküste aktive Fox entsandte Wurtzel 1917 nach Kalifornien, um den dortigen Studiobetrieb im aufblühenden Hollywood zu beaufsichtigen. Wurtzel übernahm kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs die Studioproduktion, war aber erst mit Ende der Stummfilm-Ära regelmäßig als Produzent tätig.

Mitte der 1930er Jahre besaß er wiederholt eine glückliche Hand, als er mit Shirley Temple den kassenträchtigen Herzwärmer Lachende Augen produzierte und anschließend den soeben mit dem IRA-Drama Der Verräter zu Starruhm gekommenen John Ford unterstützte und dessen Nebenwerk Mit Volldampf voraus produzierte. Auch trat er bei drei der ersten Filme (Das Schiff des Satans, Paddy O’Day und Gefährliche Fracht) der seinerzeit noch unbekannten Rita Cansino, der späteren Rita Hayworth, als Produzent in Erscheinung.

Rund zwei Jahrzehnte lang, in den gesamten 1930er und Jahren, warf Wurtzel Hunderte von zumeist billig hergestellten Filmchen auf den US-Markt. Vor allem gegen Ende der 1930er Jahre landete Wurtzel damit Erfolge, als er mehrere Geschichten um die ostasiatischen Spürnasen Charlie Chan (gespielt von Warner Oland) und Mr. Moto (gespielt von Peter Lorre) in die Kinos brachte. Zu Beginn der 1940er Jahre stellte Wurtzel auch einige alterszahme Lustspiele mit dem einst erfolgreichen Komiker-Gespann Laurel und Hardy her. Zeitgleich, während des Zweiten Weltkriegs, produzierte Wurtzel auch mehrere Propagandafilme wie Manila Calling, Secret Agent of Japan, Chetniks und Bomber’s Moon.

Keine von Wurtzels knapp 200 Produktionen war sonderlich gehalt- oder anspruchsvoll. Allerdings haben seine Filme von 1941 bis 1945 filmhistorische Bedeutung, da sie während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen der psychologischen Kriegspropaganda entstanden oder zumindest vom Office für Kriegsinformationen (OWI) genehmigt wurden. Seine Massenware erfreute sich zudem beim anspruchsarmen Publikum beträchtlicher Beliebtheit. 1949 war seine Filmkarriere beendet, drei Jahre später erlitt Sol M. Wurtzel einen Schlaganfall.

Filme (Auswahl)

als Herstellungsleiter oder Filmproduzent

Literatur

  • Ephraim Katz: The Film Encyclopedia, Fourth Edition. Revised by Fred Klein and Ronald Dean Nolen. New York 2001, S. 1483.
Commons: Sol M. Wurtzel – Sammlung von Bildern

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