Rotzahnspitzmäuse

Gattung der Familie Spitzmäuse (Soricidae) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Rotzahnspitzmäuse (Sorex) sind eine Säugetiergattung aus der Familie der Spitzmäuse (Soricidae). In einem weiteren Sinn wird auch die Unterfamilie der Soricinae so bezeichnet. Sie umfasst 86 Arten, von denen mehrere auch in Europa verbreitet sind.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Rotzahnspitzmäuse

Waldspitzmaus (Sorex araneus)

Systematik
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Insektenfresser (Eulipotyphla)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Soricinae
Gattung: Rotzahnspitzmäuse
Wissenschaftlicher Name
Sorex
Linnaeus, 1758
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Merkmale

Rotzahnspitzmäuse erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 46 bis 100 Millimetern, wozu noch 25 bis 82 Millimeter Schwanz kommen. Ihr Gewicht beträgt zwischen 2 und 18 Gramm. Die Fellfärbung variiert von sandfarben bis schwarz und kann auch gemustert sein. Die Augen sind klein, auch die Ohren ragen kaum aus dem Fell. Der Schwanz ist bei erwachsenen Tieren oft unbehaart. Ihre 30 bis 32 Zähne weisen rote Spitzen auf.

Verbreitung und Lebensraum

Rotzahnspitzmäuse leben in Europa, in den nördlichen und zentralen Teilen Asiens sowie in Nord- und Mittelamerika (bis Guatemala). Sie bewohnen eine Vielzahl von Lebensräumen, bevorzugen jedoch eher feuchte Gebiete.

Lebensweise

Rotzahnspitzmäuse ernähren sich vorwiegend von Insekten, Spinnen, Würmern und Schnecken und sind durch eine hohe Stoffwechselrate gekennzeichnet. Sie sind sehr fruchtbar: das Weibchen kann mehrmals pro Jahr nach einer Tragzeit von wenigen Wochen bis zu zehn Jungtiere zur Welt bringen.

Bedrohung

Mehrere Arten werden von der IUCN wegen der Zerstörung ihres Lebensraumes oder ihres kleinen Verbreitungsgebietes als gefährdet oder bedroht gelistet. Zwei Arten, Gansu-Spitzmaus (Sorex cansulus) und Kozlov-Spitzmaus (Sorex kozlovi), gelten unmittelbar als vom Aussterben bedroht (critically endangered), zwölf weitere als bedroht oder gefährdet.

Die Arten

Mehrere Arten leben auch in Mitteleuropa, dies sind:

Im südlichen Europa kommen die Iberische Waldspitzmaus (Sorex granarius), die Italienische Waldspitzmaus (Sorex samniticus) und die neuentdeckte Arvonchi-Wüstenspitzmaus (Sorex arunchi) vor. Im nördlichen und östlichen Europa leben darüber hinaus die Knirpsspitzmaus (Sorex minutissimus), die Lappland- oder Maskenspitzmaus (Sorex caecutiens), die Taigaspitzmaus (Sorex isodon), Sorex tundrensis, Sorex averini und Sorex volnuchini.

Zu den bekanntesten nordamerikanischen Arten zählen die Amerikanische Zwergspitzmaus (Sorex hoyi), die Amerikanische Maskenspitzmaus (Sorex cinereus), die Langschwanzspitzmaus (Sorex dispar) und die Amerikanische Wasserspitzmaus (Sorex palustris).

Innere Systematik der Rotzahnspitzmäuse nach Bannikova et al. 2018[1]
 Sorex  

  alpinus-Gruppe  

 Sorex alpinus


   




  samniticus-Gruppe  

 Sorex samniticus


  araneus-Gruppe  


 Sorex araneus


   

 Sorex arcticus


   



 Sorex asper


   

 Sorex tundrensis



   

 Sorex daphaenodon



   

 Sorex satunini





   

 Sorex coronatus




   
  minutus-Gruppe  


 Sorex buchariensis


   

 Sorex minutus


   

 Sorex volnuchini




   

 Sorex gracillimus


   

 Sorex thibetanus


   

 Sorex minutissimus





  caecutiens-Gruppe  


 Sorex caecutiens


   

 Sorex cansulus



   

 Sorex isodon


   

 Sorex unguiculatus






  roboratus-Gruppe  

 Sorex roboratus



  raddei-Gruppe  

 Sorex raddei



  cylindricauda-Gruppe  

 Sorex bedfordiae


   

 Sorex cylindricauda


   

 Sorex excelsus






   


 Sorex hoyi


  cinereus-Gruppe  

 Sorex camtschatica


   

 Sorex cinereus




  vagrans-Gruppe  

 Sorex palustris


   

 Sorex monticolus





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Insgesamt werden rund 85 Arten unterschieden, wobei die Systematik einiger Arten sowie die Einteilung in Untergattungen noch nicht restlos geklärt ist. Molekulargenetisch formen die einzelnen Arten mehrere näher miteinander verwandte Gruppen, innerhalb derer sich einzelne kryptische Arten verbergen können. So wurden innerhalb der cylindricauda-Gruppe, welche Arten mit Rückenstreifen aus dem östlichen Asien einschließt, mehr als ein Dutzend genetische Linien festgestellt, die sich auf wenigstens acht Arten verteilen und zudem mehrere unbenannte taxonomische Einheiten enthalten.[1][2][3]

Die folgende Liste folgt Burgin et al. (2018) und ordnet die Arten nach dem wissenschaftlichen Namen. Sie berücksichtigt zudem weitere nachfolgend benannte Arten oder solche, die nachträglich anerkannt wurden:

Literatur

  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 2 Bände. 3. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. 2 Bände. 6. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1999, ISBN 0-8018-5789-9.
  • Connor Burgin, Rudolf Haslauer, Kai He, Arlo Himckey, Stefan Hintsche, Rainer Hutterer, Paulina D. Jenkins, Masaharu Motokawa, Manuel Ruedi, Boris Sheftel und Neal Woodman: Soricidae (Shrews). Don E. Wilson und Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 8: Insectivores, Sloths, Colugos. Lynx Edicions, Barcelona 2018, S. 332–551, ISBN 978-84-16728-08-4

Einzelnachweise

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