Sottomarina

Italienische Adriainsel und Siedlung, Stadtteil von Chioggia From Wikipedia, the free encyclopedia

Sottomarina ist eine Insel am Südrand der Lagune von Venedig, die zu Chioggia gehört. Dabei bilden die Lagune, das offene Meer und der Fluss Brenta im Süden die Grenzen der etwa dreieckigen, 2,36 km² großen Insel. Im Südwesten der Insel liegt Brondolo, wo sich seit dem Frühmittelalter ein bedeutendes Kloster befand. Vor der Umleitung der Brenta vor rund einem Jahrhundert war Sottomarina eine Halbinsel, heute schließt der Fluss die nunmehrige Insel nach Süden ab.

Schnelle Fakten
Sottomarina
Satellitenbild von Sottomarina zwischen Lagune und Adria, westlich Chioggia und Borgo San Giovanni, südlich schließt der Brenta die Insel ab
Gewässer Lagune von Venedig
Geographische Lage 45° 11′ 34″ N, 12° 17′ 35″ O
Sottomarina (Lagune von Venedig)
Sottomarina (Lagune von Venedig)
Länge 5,6 km
Breite 3 km
Fläche 2,36 km²
Hauptort Chioggia
Schließen

Kulturell steht der Norden eher Venedig nahe, der Süden hingegen Chioggia. Während der Norden, der ältere Teil der Stadt Sottomarina, eher der Altstadt von Chioggia ähnelt, ist der Süden von jüngeren Bauten und Straßen geprägt. Die Ostseite wird von einem bis zu 300 m breiten Sandstrand beherrscht. Sottomarina ist dementsprechend ein viel besuchter Badeort.

Geographie, Gliederung, Nachbarinseln

Die Lagune von Venedig, an deren äußerstem Südrand Sottomarina liegt, umfasst eine Fläche von ca. 550 km². Sie ist ein durch Landzungen und vier langgestreckte Inseln weitgehend von der Adria abgetrennter Meerbusen. Zwischen diesen langen Sandbänken bestehen drei Durchfahrten, durch die die Gezeiten der Adria auf die Lagune einwirken. Dabei ist die venezianische Lagune nur eine in einer Lagunenkette, die sich vom Raum Ravenna bis zur Lagune von Grado erstreckt. Diese Lagunen entstanden durch Ablagerungen der Brenta und anderer Flüsse, vor allem von Tagliamento, Sile und Piave. Die Lagune von Venedig entstand vor rund 6000 Jahren, nachdem der steigende Meeresspiegel die Adria weiter nordwärts ausgedehnt hatte – die Gletscher der letzten Eiszeit schmolzen und ließen den Meeresspiegel um mehr als 100 m ansteigen – und während küstenparallele Strömungen die Ablagerungen der Flüsse auf fünf bis sieben Meter hohen Strandwällen aufhäuften. Die Ablagerungen der Flüsse schufen, indem sie ihre Sedimente ostwärts vorschoben, die Lagunenränder von der Festlandsseite her. Dieser Rand wanderte immer weiter in die Adria, wobei die Nehrung an acht Stellen durch Durchfahrten unterbrochen war. Die Umleitung der Flüsse um die Lagune herum führte dazu, dass das Wasserbecken im Süden, die laguna viva, durch die Spülwirkung der Adria immer tiefer wird.

2012 stellte sich heraus, dass die Regionen des Gebietes mit unterschiedlicher Geschwindigkeit absinken. Demnach sinkt der Untergrund im nördlichen Teil der Lagune nur um 2 mm pro Jahr, hingegen doppelt so schnell im südlichen Bereich. Zugleich kippt die Region ein wenig nach Osten, was die Abwärtsbewegung für den Ostrand der Lagune verstärkt. Die Adriaplatte, auf der die gesamte Lagunenlandschaft ruht, taucht unter dem Apennin unter die Eurasische Platte.[1]

Den Südrand der sich keilförmig nach Norden verjüngenden Insel Sottomarina bildet seit rund einem Jahrhundert der Fluss Brenta, eine kleine, bewaldete Insel befindet sich im Fluss. Den Norden der Insel beherrscht die städtische Siedlung, ebenso wie den Westen. Im Osten befinden sich hingegen die touristischen Einrichtungen entlang der breiten Strände. Im Süden schließlich dominiert die Landwirtschaft.

Forte San Felice, unmittelbar an der Durchfahrt zur Adria gelegen, aus der Luft. Die dortigen Festungswerke reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück.

Nördlich von Sottomarina, dessen Uferbefestigungen sich von Forte San Felice im Westen auf einer Linie ostwärts bis zu einem Leuchtturm erstrecken, dem Faro Rosso Chioggia,[2] der bereits weit in der Adria steht, schließt sich die langgestreckte Insel Pellestrina an. An der Westseite Sottomarinas befinden sich von Nord nach Süd: die kleine Insel Del Buon Castello, Isola dell’Unione (von dort geht es weiter nach Chioggia), dann die große Insel Borgo San Giovanni. Südlich und westlich davon befinden sich weitere, zum Teil sehr kleine Inseln, die partiell unter Wasser liegen.

Verkehr

Bebauung an der Viale Mediterraneo, einer der Hauptverkehrsachsen der Insel

Nahe der Grenze zwischen Stadt und Agrarland durchquert die Viale Mediterraneo als eine der Hauptverkehrsachsen die Insel von Ost nach West, wobei sie Sottomarina mit der westlich benachbarten Insel Borgo San Giovanni verbindet; diese Aufgabe bewältigt die kleinere Via Roma bei der Verbindung mit der nördlicher gelegenen Isola dell’Unione, die weiter Richtung Chioggia führt. Die Via San Marco, die Viale Padova und Lungomare Adriatico sowie die Viale Vittor Pisani – benannt nach einem Admiral des 14. Jahrhunderts namens Vettor Pisani – bewerkstelligen die Straßenverbindung nach Norden Richtung Stadt und bis zum Fähranleger nach Pellestrina. Die Verbindung nach Süden bewältigen im Westen die Via Padre Emilio Venturini, im Osten die Via Agostino Barbarigo. Der gesamte Autoverkehr über den Brenta läuft über die Strada Statale 309 Romea, die bis nach Ravenna führt.

Geschichte

Urgeschichte, römische Siedlungen

Filippo Naymiller: Provincia di Padova, Atlante Geografico dell’Italia, Francesco Vallardi, 50 × 33 cm, nach 1866

Mit fortschreitender archäologischer Beforschung der Lagune wurden die ältesten menschlichen Spuren bis ins Mesolithikum zurückverfolgt, allerdings tauchen solche Spuren im Süden erst sehr viel später auf. In der Eisenzeit kontrollierten offenbar Padua und Altinum die Lagune, wobei sich Patavium auf den mittleren und südlichen Teil der Lagune, Altinum auf den nördlichen konzentrierte.[3] Eine durchgängige Besiedlung bestimmter Punkte in der Lagune war angesichts der starken klimatischen Schwankungen noch kaum möglich. Inseln versanken, sobald der Meeresspiegel wieder anstieg, und auch die Dynamik des Untergrunds der Lagune war von Bedeutung, vor allem aber die Frage, welche Mengen an Sedimenten durch welche Flüsse wo eingetragen wurden.

Als gesichert gilt die durchgängige Besiedlung spätestens ab dem 1. Jahrhundert, wobei zu dieser Zeit der Meeresspiegel noch etwa 3 m tiefer lag als heute. Chioggia war eine römische Militärsiedlung am Südrand der Lagune mit Namen Clodia. Schon im 1. Jahrhundert konnte man auf Wasserwegen, also durch die Lagune, von Ravenna nach Altinum gelangen. Zudem wurden Kanäle (fossae) gezogen. Die fossa Clodia, die bis Chioggia reichte, und die Booten die Vorbeifahrt an Pellestrina, Poveglia und Metamaucum auf dem Lido gestattete, ließ den Verkehr von Ravenna entlang dieser Wasserwege bis nach Altinum zu.

In der Spätantike hieß die heutige Insel Sottomarina Clodia minor, was sie von Chioggia unterschied, das Clodia maior hieß. Um diese Zeit versanken große Städte im Norden der Lagune, wie Ammiana oder Costanziaco, im Wasser. Es ließ sich anhand von Grabungsergebnissen plausibel machen, dass Venedig um 400 noch immer 1,9 m unter dem Meeresspiegel des Jahres 1897 lag.[4] Bei der Entstehung der Lagune lag der Meeresspiegel noch tiefer, nämlich um rund 5 m. Dieses zunächst relativ langsame Einsinken der Stadt in den Untergrund unter gleichzeitigem Ansteigen des Meeresspiegels begann sich ab dem 5. Jahrhundert zu beschleunigen, nämlich auf durchschnittlich rund 13 cm pro Jahrhundert. Neben den Verwerfungen der Spätantike und der Völkerwanderungszeit mag auch dies zum Bevölkerungsrückgang in der nördlichen Lagune beigetragen haben. In der Spätantike entstanden im Süden der Lagune hingegen wieder größere Inseln, da es in dieser Zeit zu einer Landhebung kam, die bis um 900 andauerte. Dies ließ sich etwa bei der kleinen Insel Torson di Sotto nachweisen.[5]

Verteidigung der Lagune, Kloster Brondolo, Salzgewinnung

Byzantinische Gebiete im Osten Oberitaliens um 600, verzeichnet ist auch Clodia Minor

Im Frühmittelalter vertrat ein Tribun die byzantinische Macht, die zu dieser Zeit noch bis in die nördliche Adria reichte. Während dieser Zeit kam es zu einem politischen Zentralisierungsprozess, der im 8. Jahrhundert zum Amt des Dogen als Spitze einer die Lagune umfassenden Machtballung führte. Zunächst war Heracleia eine Art Hauptstadt, dann Metamaucum, schließlich ab dem frühen 9. Jahrhundert das heutige Venedig. Der fränkische Angriff König Pippins, eines Sohnes Karls des Großen, auf die Städte der Lagune, der zwischen etwa 803 und 810 erfolgte, wurde von Süden unternommen, genauso wie der Angriff der Ungarn um 899. Daher versuchte Venedig im Raum Sottomarina/Brondolo schon früh eine Sperre durch Festungsbauten zu errichten.

Dieser Besitz musste nicht nur gegen die Karolinger, sondern auch gegen das Heilige Römische Reich abgesichert werden. Dabei halfen nicht so sehr Festungsbauten, sondern vertragliche Abmachungen und die dazugehörigen Zeremonien. Im Süden von Clodia minor, in dieser Epoche noch eine Halbinsel, befand sich spätestens 724 das Kloster Brondolo. 856 empfingen die Dogen Petrus und sein Sohn Johannes Tradonicus König Ludwig II. in diesem Kloster. Dabei erkannte der König den Vertrag seines Vaters mit Venedig an. In einer Urkunde Karls III. wurde Brondolo im Jahr 880 ausdrücklich als Teil Venedigs anerkannt.

Eingriffe in die Lagune: der Brenta-Fluss

Karte mit den wichtigsten Wasserwegen, der Brenta mündet noch bei Fusina in die Lagune

Innerhalb der Lagune brachte nur das Salz von Chioggia höhere Einnahmen als Ausgaben, klagte im 14. Jahrhundert der Senat. Der Süden der Lagune wurde daher partiell zugunsten von Salinen umgestaltet. Um die Gestaltung und Nutzung der Lagune in geregelte Bahnen zu lenken, wurde 1224 ein eigener Magistrato alle Acque gegründet. Für diesen spielte das Flusssystem eine zentrale Rolle, insbesondere um die Verschlammung der Lagune zu verhindern. 1327 wurde eine erste Umleitung der Mündung des Brenta bei Fusina begonnen. 1336 versuchte man die Vermischung von Süß- und Salzwasser zu verhindern, 1360 wurde die Mündung bei Fusina wiederhergestellt. 1368 wurde sie erneut ins Bacino di Malamocco verlegt, 1437 die Mündung bei Fusina wieder geöffnet, was schon im folgenden Jahr wieder rückgängig gemacht wurde. 1507 verlegte man die Mündung weiter südwärts ins Bacino di Chioggia, 1550 mündete der Fluss erstmals außerhalb der Lagune nahe Chioggia.

Die Republik Venedig ließ den Fluss mehrfach umleiten, einmal ins Becken des Val di Brenta gegenüber von Chioggia. Der so entstandene Kanal wurde Brenta Nova genannt und im Jahr 1507 fertiggestellt. Dann bauten die Venezianer den Parador di Brondolo, einen Damm, um den Fluss von der Lagune von Venedig abzuschneiden und diesen von der Lagune von Brondolo zu trennen. Der Brenta wurde Richtung Brondolo-Einfahrt umgeleitet und in die Lagune von Brondolo weitergeführt. Diese Baumaßnahme wurde 1577 abgeschlossen.

Susinello Marino, Notar von 1348 bis 1364

Aus dem Chioggia minore vor der Zerstörung durch die Genuesen existiert nur eine einzige Quelle, nämlich die Notariatsimbreviatur des Pfarrers und Notars Susinello Marino, ein Heft von 36 Blättern mit 92 Einträgen. Die Urkunden entsprechen den üblichen Alltagsgeschäften, sie weisen dasselbe Formular auf, das die Notare in Venedig verwendeten, um Vollmachten, Wechsel oder Quittungen, Gesellschafterverträge, Mitgiften usw. für die mögliche Verwendung in späterer Zeit festzuhalten. Sergio Perini, der Herausgeber, fügte eine urkundliche Besitzübertragung aus der Zeit um 1300 hinz, deren Pergament dem Heft als Umschlag diente, sowie sieben Testamente aus den Jahren 1345–1361. Ihre Originale haben sich ebenso zufällig erhalten, wie das schmale Heft Marinos.[6]

Zerstörung durch Genuesen (1379), Verbot des Wiederaufbaus (bis 17. Jahrhundert)

1229 wurde das Kloster Brondolo dem Zisterzienserorden übergeben, doch wurde es 1379 von den Genuesen, die den Süden der Lagune im Rahmen des Chioggia-Kriegs besetzt hatten, völlig zerstört. Chioggia wurde dabei von der Land- und der Seeseite belagert. Im August eroberten die Genuesen den Hafen, dann den Ort Sottomarina, den sie niederbrannten. Nach dem Ende des Krieges wurde an Stelle des Klosters eine Befestigungsanlage errichtet. Die Mönche mussten 1409 auf die Insel Santo Spirito umziehen, südlich der Kernstadt Venedig. Der Senat der Republik Venedig verbot den Wiederaufbau von Chioggia minore. Erst ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts lebte der Ort wieder auf, nach rund drei Jahrhunderten.

Schutzwall gegen die Adria (2. Hälfte 17. Jahrhundert), Wiederbesiedlung

Bis ins 17. Jahrhundert war die Halbinsel unbewohnt und, was für die venezianischen Behörden entscheidend war, Überschwemmungen ausgesetzt. Diese konnten das mühsam aufrechterhaltene Gleichgewicht innerhalb der Lagune gefährden Erst als die Halbinsel zunehmend Teil der Befestigungsanlagen rund um die Lagune wurde, insbesondere der von 1744 bis 1782 errichteten Murazzi, kam es zur Neubesiedlung. Diese Schutzwerke gegen die Fluten der Adria erstrecken sich im Bereich Sottomarina über eine Länge von 1200 m. Dabei sind sie 14 m breit und bis zu 4 m hoch.[7]

In der Descrizione topografica, e storica del Dogado di Venezia, erschienen 1777, heißt es, der „Lido di sotto marina“ habe 1476 Einwohner gehabt, 745 davon männlich, 731 weiblich.[8]

Österreich: Festungssystem, Verlegung des Brenta

Karte mit Planskizzen zu den Flüssen Brenta und Bacchiglione von 1789

Mit der Auflösung der Republik endete 1797 die Herrschaft Venedigs, und damit die Kontrolle über die Wasserwege und die gesamte Lagune.

Die Österreicher, die 1815 wieder Venetien zugesprochen bekamen, planten, die Lagune in ein Festungssystem zum Schutz des Hinterlands einzubeziehen. Daher sollten der Brenta (und der Sile) wieder in die Lagune fließen. Die Diskussionen über Umbaupläne wucherten dermaßen, dass sich Wien veranlasst sah, den Präsidenten des Istituto Lombardo delle Scienze Camillo Vacani di Forteolivo mit einer Untersuchung der bisherigen Lagunenpolitik zu beauftragen. Trotz der schweren Überflutungen von 1816, 1823, 1825 und 1827 kam es jedoch zu keiner Einigung zwischen Gegnern und Befürwortern. Der Florentiner Hydrologe Vittorio Fossombroni erhielt schließlich 1829 den Auftrag, eine Entscheidung vorzubereiten. Er ließ sich sechs Jahre Zeit, bevor er 1835 jenes Werk vorstellte, das erst 1867 veröffentlicht wurde.[9] Ihm schwebte die Einleitung des Brenta auf der Höhe von Chioggia in die Lagune vor. Doch erst nach der kostspieligen Überschwemmung des Jahres 1839 ordnete der Vizekönig persönlich die sofortige Verlegung des Brenta an, so dass dieser ab April 1840 wieder in die Lagune strömte.

Revolution von 1848/1849, kurzfristiger Erfolg gegen österreichische Flotte

Dem Ort räumte F. H. Ungewitter im ersten Band seiner Neuesten Erdbeschreibung und Staatenkunde, oder geographisch-statistisch-historisches Handbuch rund 6000 Bewohner ein.[10] Wie in weiten Teilen Europas kam es zu Revolutionen auch in Italien, Venedig erklärte sich für unabhängig und wehrte 17 Monate lang die Versuche Wiens ab, die Stadt zu erobern. Vom 2. bis 4. Juni 1849 kam es während des venezianischen Aufstands gegen die österreichische Herrschaft auch zu schweren Kämpfen um die südliche Lagune. Die österreichische Flotte musste sich angesichts des Widerstands der fünf Festungen im Raum Chioggia zurückziehen. Im Juli konnten die Chioggioten die Österreicher so weit zurückdrängen, dass sie vier Tage lang Lebensmittel beschaffen konnten, um die belagerte Stadt zu versorgen. Die österreichische Flotte musste sich nach Caorle zurückziehen.[11]

Gustav Schönleber: Sotto Marina bei Venedig, 1875
Sottomarina, Druck von 1895[12]

Wie abgelegen Sottomarina, inzwischen berühmt für seine Kürbisse und seine Schweine, in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch war, zeigt die Beschreibung durch Adalbert Müller aus dem Jahr 1857.[13] Darin heißt es: „Südlich zieht sich auf einer nur wenige Klafter breiten, zwei bis drei Fuss hohen Sandinsel eine Doppelreihe steinerner Häuser mitten zwischen den Wogen hin, welche sie schon längst vernichtet hätten, wenn die Murazzi (Riesenmauern) nicht den Flecken schirmten, der seine kühne Lage schon durch den Namen Sottomarina anzeigt.“

Italien (ab 1866): Brentaverlegungen, Sottomarina wird zur Insel

1867 erscheint in Francesco Predaris Guida topografica, storica, artistica di Venezia ed isole circonvicine „Sotto Marina“ als „grossa borgata“, deren Einwohner sich dem Fischfang, der Seefahrt und dem Gemüseanbau widmen. Die Kirche des Ortes biete nichts was Aufmerksamkeit verdiene.[14]

Die erneute Verlegung des Brenta, der mehr als ein halbes Jahrhundert in die Lagune strömte, wurde erst 1896 – Venetien war 1866 an Italien gekommen – von der Regierung rückgängig gemacht. Sottomarina wurde damit eine Fastinsel. Dies änderte sich in den nächsten Jahrzehnten. Die Lagune von Brondolo, zeitweise ein Süßwassersee durch das Wasser des Brenta, versandete nämlich. Um dies zu verhindern, und da man die Rückkehr der Malaria fürchtete, wurde der Brenta in den 1930er Jahren mit dem Bau eines Damms zur Adria umgeleitet. Seitdem verbreitert sich die Südseite der Küste von Sottomarina, seither eine Insel, stetig aufgrund der vom Fluss herbeigeführten Sedimente in die Adria.

Bildung, Kunst und Kultur

Bei der scuola primaria Salvatore Todaro befindet sich das Schulamt, das Istituto Comprensivo Statale. Sottomarina Nord. Chioggia. Es führt die Aufsicht über sechs Schulkomplexe, zwei Kindergärten, zwei Grundschulen und zwei Mittelschulen. In Sottomarina zählt dazu der Kindergarten Padovan im Stadtteil Murazzi, ebenso aber auch der Kindergarten Ca’ Lino (frazione Ca’ Lino), die Grundschulen Salvatore Todaro in der Altstadt von Sottomarina, sowie Poliuto Penzo (frazione S. Anna). Außerdem zählen dazu die Mittelschulen Giovanni Pascoli in Sottomarina und Bruno Maderna in S. Anna. Für höhere Bildung oder technische Ausbildungen müssen die Schüler die Insel verlassen.

Die Kirche Buon Pasore, seit 2000, bzw. 2012 in Funktion
Fassade der Kirche Beata Maria Vergine della Navicella

Von Norden nach Süden befinden sich folgende Kirchenbauten in Sottomarina: Chiesa della BV de Lourdes, die Chiesa Parocchiale di San Martino, dann das Istituto Piccole Suore di Sacra Famiglie, danach schließt sich die Gemeinde del Santo Spirito[15] an sowie die Chiesa Parocchiale del Buon Pastore[16]. Nahe der Südseite der Viale Mediterraneo befindet sich die Kirche Beata Vergine della Navicella.[17] Diese Kirche im mittleren Westen der langgestreckten Insel birgt ein Kreuz des 16. Jahrhunderts. Ganz im Südwesten der Insel befindet sich das Monastero della Santissima Trinità e San Michele di Brondolo, das Kloster Brondolo.

Literatur

  • Chioggia e il suo territorio, Artmedia, Padua 2003.
  • Fabrizio Boscolo, Cinzio Gibin, Pier Giorgio Tiozzo Gobetto: Un mestiere e un paese: i sabionanti di Sottomarina, Marsilio, Venedig 1986.
  • Giorgio Boscolo, Gianni Scarpa: Una diga un fiume. La spiaggia di Sottomarina, Il Leggio, Sottomarina 2008.
  • Giorgio Boscolo, Gianni Scarpa: Sottomarina. Terra di mare Terra di Laguna, Il Leggio, Sottomarina 2004.
  • Ugo Levi: I monumenti più antichi del dialetto di Chioggia, Venedig 1901 (die Dialekte in Chioggia, Sottomarina, Pellestrina, Lio Mazor und Burano aus religiösen mittelalterlichen Texten).
  • Sergio Perini (Hrsg.): Susinello Marino notaio in Chioggia Minore, 1348–1364, Venedig 2001 (Fonti relative alla storia di Venezia, Sezione III: Archivi notarili).
  • Graziano Rotondi, Marcello Zunicaa. Il lido di Sottomarina: processi interattivi di costruzione e consumo, III, Universität Padua, Dipartimento di geografia, 1995.
  • Quel leggendario Clodia… e gli anni ruggenti del Sottomarina, Nuova Scintilla, Chioggia 2010.
  • Separazione dal Comune amministrativo di Chioggia del Sobborgo di Sottomarina: note e ricordi agli Onor. consiglieri della Provincia di Venezia, C. Ferrari, Venedig 1906.
Commons: Sottomarina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

Related Articles

Wikiwand AI