Spielplatz

Ort mit Spielgeräten für Kinder From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Spielplatz oder Kinderspielplatz ist ein Ort, an dem verschiedene Spielgeräte vorhanden sind, mit bzw. auf denen Kinder spielen können. Spielplätze liegen oft in Siedlungen oder dicht besiedelten Gebieten. In manchen Fällen gibt es einen gesonderten Platz für Ballspiele (Bolzplatz, Basketballplatz). Günstig ist die Nachbarschaft zu einer Grünflächen oder die Integration einer Rasenfläche. Es gibt auch Hallenspielplätze und andere wettergeschützte Spielplätze, z. B. in Einkaufszentren und Raststätten.

Wasserspiele auf einem Frankfurter Spielplatz
Spielplatz in Berlin-Friedrichshain

Die Bauordnungen der meisten deutschen Bundesländer schreiben die Anlage von Kinderspielplätzen vor. Die Bayerische Bauordnung legt beispielsweise fest, dass bereits bei der Errichtung von Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen ein Spielplatz anzulegen ist.[1] Alternativ vereinbart die Gemeinde mit dem Bauherrn eine Ablösungszahlung, die zur Anlage eines öffentliche Spielplatzes verwendet wird. Der Zustand öffentlicher und kommunaler Spielplätze wird üblicherweise einmal pro Jahr von einer geschulten Person überprüft.

Das zentrale Element von Spielplätzen für Kleinkinder ist der Sandkasten. Spielplätze mit weniger robuster Ausstattung werden oft nur für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren freigegeben. Auf den meisten Spielplätzen gilt ein uneingeschränktes Hundeverbot.

Sandkasten in Erfurt um 1955
Abenteuerspielplatz in Dresden um 1975

Geschichte

Im 19. Jahrhundert entstanden erste Spielplätze, um Kinder beim Spiel vor den Gefahren der zunehmend verkehrsreichen und industrialisierten Großstadt zu bewahren. Ende des 19. Jahrhunderts richteten viele Großstädte Sandspielplätze ein. Später wurden Sandkästen nach deutschem Vorbild auch in US-amerikanischen Großstädten angelegt.[2]

Als Reaktion auf prekäre Lebensbedingungen in eng bebauten Stadtvierteln im 19. Jahrhundert forderte der deutsche Arzt und Architekturtheoretiker Bernhard Christoph Faust im Rahmen seiner Sonnenbaulehre die Einrichtung von Kinderspielplätzen.[3][4]

In den 1950er- bis 1970er-Jahren entwickelte sich der Spielplatz zu einem Experimentierfeld für Pädagogen, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Künstler. Der ehemalige Profiboxer und spätere Bildhauer Joseph Brown erfand die Kletterspinne als „Zappelnetz“ zum Training des Balancegefühls. Eine vom Schweizer Künstler Yvan Pestalozzi erdachte gewundene Röhre zum Hindurchklettern – genannt „Lozziwurm“ – wurde ein Exportschlager.[2]

Als Alternative zum einheitlichen ausgestatteten und asphaltierten Kinderspielplatz entstand der sogenannte Abenteuerspielplatz, der Kindern mehr Gestaltungsmöglichkeiten bieten sollte, indem diesen unter anderem auch Baumaterialien und Werkzeuge bereitgestellt wurden. Der erste deutsche Abenteuerspielplatz entstand 1967 zwischen den Hochhäusern des Märkischen Viertels in West-Berlin unter der Leitung eines „Playworkers“ aus London, wo ähnliche Spielplätze bereits 20 Jahre zuvor entstanden waren. In der jungen Bundesrepublik galten Abenteuerspielplätze – zeitgemäß abgekürzt mit ASP – zunächst als linke, antiautoritäre Projekte.[2]

In den USA konnten sich Abenteuerspielplätze aufgrund hoher Schadensersatzforderungen bei Unfällen nicht durchsetzen. Die Angst vor Klagen hat dort auch zur Schließung vieler gewöhnlicher Spielplätze oder zur Beschränkung auf Spielmöglichkeiten für Kleinkinder geführt. Auch im deutschsprachigen Raum steht der Sicherheitsaspekt zunehmend im Vordergrund, Freiräume schwinden. Zeitgleich möchten Großstädte ihre Kinderfreundlichkeit auch im internationalen Wettbewerb unter Beweis stellen.[2]

Seit 2025 ersetzt die Verwaltung der Stadt Köln den Begriff „Spielplatz“ unter anderem auf der Beschilderung durch Spiel- und Aktionsfläche.[5]

Kunst

Spielplatz Straße: Die Kinderspiele von Pieter Bruegel dem Älteren, 1560

Die wohl älteste künstlerische Darstellung eines öffentlichen Platzes, auf dem Kinder spielen, ist das um das Jahr 1560 entstandene Gemälde Die Kinderspiele des flämischen Malers Pieter Bruegel der Ältere.

Arten von Spielplätzen

Hallenspielplatz

Ein Hallenspielplatz (auch Indoorspielplatz) ist ein überdachter, wettergeschützter Kinderspielplatz. Die Ausstattung erfolgt in Form von professionellen Spielgeräten, ergänzt durch Gastronomie mit Sitzplätzen für Kinder und begleitende Erwachsene, sowie Kindergeburtstagsräumen. Die Zielgruppe der Hallenspielplatzbetreiber sind Familien mit Kindern und Kindergruppen.

Abenteuerspielplatz

Abenteuerspielplätze sind in der Regel von Lehrern oder Sozialpädagogen betreut und bieten den Kindern Möglichkeiten, mit Werkzeug umzugehen (z. B.: beim Hüttenbau). Da Abenteuerspielplätze nicht frei zugänglich und betreut sind, unterliegen sie nicht den Spielplatznormen und müssen nicht abgenommen und kontrolliert werden. Die Verantwortung für die Sicherheit tragen die Betreuer.

Erlebnisspielräume

Es gibt Möglichkeiten, Spielplätze zu Erlebnisspielräumen weiterzuentwickeln. Dazu gehört eine ansprechende Geländemodellierung, der Einbezug der Vegetation, insbesondere der Bäume, die Möglichkeit mit Wasser zu spielen und zu matschen. Ruhige Bereiche sind so gestaltet, dass sie die Kommunikation und kreatives Spielen fördern. Ergänzungen mit Sinnelementen wie Waldxylophon, Summ- und Klangsteine, Barfußpfad erweitern das Erlebnisspektrum. Idealerweise enthält ein Erlebnisspielraum Angebote für alle Generationen, wie z. B. Gartenschach, Beachvolleyball, Bocciabahn.

Mehrgenerationenplatz

Ein Spielplatz kann auch zu einer Nutzung für „Jung und Alt“ umgestaltet werden. Dazu lässt sich beispielsweise ein angrenzender Bereich für ältere Menschen mit speziellen Spiel- bzw. Trainingsgeräten ausstatten. Eine etwas andere Lösung sind sogenannte Bewegungsparcours, die sich an Menschen aller Altersgruppen wenden, und als Bewegungspark in öffentlichen Parkanlagen eingerichtet oder Teil eines Seniorenzentrums oder Klinikums sein können. Die Bezeichnung „Seniorenspielplatz“ benennt das Konzept eines abgegrenzten Bewegungsplatzes (Trimm-Dich-Platzes) im Freien. Solche Einrichtungen haben außerdem häufig Spielflächen, z. B. für Boccia. Ähnlich wie Spielplatzgeräte oder Sportgeräte unterliegen auch Fitness- und Trimmgeräte Sicherheitsanforderungen und Prüfintervallen, z. B. gemäß EN 16630.

Bespielbare und Besitzbare Stadt

Griesheim in Hessen vermarktet sich in den 2010er Jahren als erste bespielbare Stadt Deutschlands. In einem mit dem Pädagogen Bernhard Meyer entwickelten Projekt wurden in der ganzen Stadt über 100 Spielstationen aufgestellt, die den öffentlichen Raum, der normalerweise wenig Rücksicht auf Kinder nehme, für die Kinder wieder attraktiv machen sollen. Dem Trend, dass Spielplätze für Kinder zu Inseln inmitten einer für sie langweiligen Umgebung werden, wurde in Griesheim so entgegengewirkt. Zudem besteht das Projekt „Spielstraße auf Zeit“, bei dem Anlieger von speziell ausgewiesenen Straßen von Frühjahr bis Herbst die nachmittägliche Sperrung ihrer Straße an einem Werktag beantragen können.[6] Der sogenannte „Griesheimer“ zeigt außerdem auf von Kindern häufig frequentierten Wegen gefahrenarme Möglichkeiten zur Straßenüberquerung an.

Griesheim ist auch die erste besitzbare Stadt Deutschlands. In einem bundesweit einzigartigen Projekt wurden vor allem an und zwischen für alte Menschen wichtige Orte im ganzen Stadtgebiet 161 spezielle Sitzgelegenheiten aufgestellt, beispielsweise an und zwischen: Metzgern, Bäckern, anderen Geschäften, öffentlichen Einrichtungen, Kirchen, Altersheimen, dem Friedhof etc., die zum Verschnaufen einladen und die Altersmobilität fördern. Durch die speziell entwickelten Geräte ist ein selbständiges Aufstehen gewährleistet. Viele ältere Menschen würden vorher abwägen, ob sie einen bestimmten Weg bewältigen können und würden durch die Sitzgelegenheiten ermutigt, ihr Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Weiterhin dienen sie als Treffpunkt und ermöglichen Senioren, sich an einem interessanten Ort niederzulassen und die Umgebung zu beobachten.[7][8][9]

Mit diesen beiden Projekten hat die Stadt Griesheim mehrere nationale und internationale Auszeichnungen errungen[10][11][12] und ist beispielhaft für die Integration von im öffentlichen Raum benachteiligten Gruppen, nämlich der Jüngsten und Ältesten.

Beispiele für die Vielgestaltigkeit von Spielplätzen

Spielplatzgestaltung

Spielplatzgeräte (Auswahl)

Spielgeräte sind unter anderem: Spieltürme, Kletterwände, Klettergeräte, Miniaturholzhäuser, Rutschbahnen, Schaukeln, Wippen, Sandkästen, Karusselle, Seilbahnen, Wasserspielgeräte (z. B. Matschanlagen), Balancier- und Turngeräte etc.

Alterszuordnungen

Die Spiel-, Sport- und Freizeitplätze sowie deren Spielanlagen und Geräte werden in der Planungsphase in folgende Altersgruppen aufgeteilt:

  • Kleinkindbereich für 0–6-Jährige: nutzbare Spielfläche von mindestens 150 Quadratmeter, mindestens ausgestattet mit Sandkasten, Rutschen und einer Schaukel.
  • Spielplätze für 6–12-Jährige: nutzbare Fläche von mindestens 2.000 Quadratmetern, ausgestattet mit unterschiedlichen Kletterkombinationen, Drehscheiben, Ballspielplätzen, Sandflächen, Hügel, Flächen für freies naturnahes Spiel, Tobeflächen, Bolzplätze.
  • Spielplätze für 12–18-Jährige: Kletterwände, Ballspielbereiche einschließlich Tischtennisplatten, Skate-Anlagen, Sitzmöglichkeiten fürs Plaudern, Flächen für freies und naturnahes Spiel; Sport- und Fitness-Geräte; Jugendtreffpunkte.

Manche Städte bieten auch pädagogisch betreute Spielplätze mit über 4000 Quadratmetern Nutzfläche oder Wintersportanlagen wie Eis- oder Rodelbahnen an.

Neben Spielplätzen gibt es in vielen Freizeitanlagen auch Einrichtungen zum allgemeinen Gebrauch: Sitzgelegenheiten; Rasen- und Liegeflächen; Fitnessgeräte zum Trainieren von Kraft, Gleichgewicht, Beweglichkeit; Spiel mit der Familie; Trimm-dich- bzw. Vita-Parcours; Ballspielangebote inklusive Tischtennis und Boulebahnen; barrierefreie Wegeverbindungen; Flächen zum Laufen und Walken; Brettspiele; Rasenflächen für gymnastische Übungen und Meditation.[13]

Kennzeichnung

Hinweisschild der Stadt Köln an einem Kölner Spielplatz

Auf die Alterseinteilung sollte gegebenenfalls am Spielplatz oder den Geräten hingewiesen werden. Einige Berliner Bezirksverwaltungen sehen eine solche Kennzeichnung nicht als notwendig an und führen aus: „...einerseits würde die Kompetenz der Aufsichtspersonen in Zweifel gezogen, andererseits sagt das biologische Alter eines Kindes nichts über dessen Koordinierungsfähigkeiten und Kraft aus. Allein die Größe mancher Gerätschaft gibt ja schon Hinweise auf die Zielgruppe. Darüber hinaus sehen die Konstruktionsvorschriften einen dreifachen Sicherheitsfaktor vor, das heißt, die Nutzung aller Geräte durch ältere Kinder und selbst Erwachsene ist unproblematisch. Und Bolzplätze erhalten ein Zusatzschild „für Kinder unter 18 Jahren“ mit einem Verweis auf die einzuhaltenden Ruhezeiten.“[14]

Wenn der Spielplatz auf einem Schild eindeutig bezeichnet wird, ist der Aufenthaltsort bei einem Notfalleinsatz einfach bekannt zu geben. Eine Spielplatzbeschilderung nach EN 1176 ist seit 2020 auf öffentlichen Spielplätzen vorgeschrieben.

Häufig werden Gebote und Verbote auf Schildern als Piktogramme dargestellt: Radfahrverbot, Verbot von Suchtmitteln, Hundeverbot, keine Benutzung bei Schnee und Eis sowie Ablegen von Helmen.[13]

Da sich die Telefonnummern des zuständigen Amts oder Spielplatzbetreibers gelegentlich ändern, können diese vorteilhaft als Aufkleber angebracht werden. Als feste Installation sollte die zugehörigen Telefonnummern genannt werden. In Deutschland wären das die Behördennummer 115 und die Nummer des medizinischen Notrufs.

Ausführung

DIN EN 1176-1 "Spielplatzgeräte und Spielplatzböden - Teil 1" und DIN EN 1177 "Stoßdämpfende Spielplatzböden" beschreiben Fallschutzeigenschaften und Prüfverfahren. Sie enthalten nur wenige Angaben zu Aufbau und Herstellung von Fallschutzflächen. Oft werden als Bodenbelag und Fallschutz Sand, Gummigranulat, Rundkies, Rindenmulch oder Holzschnitzel verwendet, die gegebenenfalls durch Trommeln verrundet und entsplittert werden.

Pfostenschuhe an Holzpfosten verhindern die Verwitterung des Holzes durch direkten Kontakt mit dem Erdreich (→ Konstruktiver Holzschutz).

Gleisbohlen (Bahnschwellen) enthaltenen meist gefährliche Holzschutzmittel. Anhand der Kennzeichnung der Schwellen kann festgestellt werden, ob die verwendeten Mittel unbedenklich sind.

Spielgeräte nach EN 71, die z. B. in Baumärkten angeboten werden, erfüllen in der Regel nicht die Anforderungen für öffentliche Spielplätze. Diese Geräte sind lediglich für den Privatgebrauch gedacht und weniger belastbar als Geräte nach der für öffentliche Spielplätze geltenden Normenreihe EN 1176.

Gewöhnliches Kletter- und Spielgerüst

Richtlinien und Normen

Die Planung von Spielgeräten sowie die Überwachung von Herstellung und Aufbau hat in der Europäischen Union seit 1998 von einem Sachverständigen auf Grundlage der EN 1176 und 1177 zu erfolgen. Für Bau und Errichtung der Spielgeräte ist keine Qualifikation erforderlich. Eine Prüfung durch den TÜV oder ähnliche Institutionen muss (in Deutschland) nicht erfolgen. Die Abstimmung mit der zuständigen Versicherung (in Deutschland meistens die Landesunfallkasse [LUK] bzw. Gemeinde-Unfallversicherung [GUV]) ist zu empfehlen, da nach einer Zustimmung auch eine Haftung von der Versicherung übernommen wird. Über die Abnahme wird ein Bericht angefertigt, der mit allen weiteren Prüfberichten in einer Spielgeräteakte gesammelt werden sollte.[15]

Zuvor galt in Deutschland die DIN 7926. Ebenfalls zu beachten sind die DIN 18034 (Spielplätze und Freiräume zum Spielen – Anforderungen für Planung, Bau und Betrieb) und für Spielplätze in Schulen und Kindergärten die Regelwerke der DGUV (Deutsche-Gesetzliche-Unfallversicherung).

In Berlin erfolgt die Instandhaltung von Freizeitanlagen auf der Grundlage der Ausführungsvorschrift Verkehrssicherheit öffentliche Spielplätze des Senats.[16]

Öffentliche Spielplätze sind die frei zugänglichen Spielplätze der Kommunen. In Deutschland werden auch alle frei zugänglichen Spielplätze von Wohngebäuden (außer Einfamilienhäusern), Schulen, Kindergärten, Restaurants, Einkaufszentren, touristisch genutzten Anlagen, Vereinen und Ähnlichem in Outdoor- sowie Indoorbereichen als öffentlich angesehen.

Für private Spielplätze und Spielgeräte (das sind nur die ausschließlich eigengenutzten) gilt in der EU die weniger strenge EN 71. Die nach dieser Norm hergestellten Geräte sind billiger, weniger robust und langlebig.

Nach den Normen (insbesondere EN 1176 und EN 1177) richten sich die erforderlichen Vorkehrungen beim Bau und Betrieb eines Spielplatzes zur Erfüllung der Verkehrssicherungspflichten. Normen werden oft als Hinweis auf den Stand der anerkannten Regeln der Technik herangezogen. In Deutschland kommt nach § 823 BGB bei Verstoß gegen die Normen eine Schadensersatzpflicht in Frage.

„Der Hersteller eines Spielgerätes hat in Bezug auf dessen konstruktive Anforderungen allerdings regelmäßig die anerkannten Regeln der Technik einzuhalten: Damit darf er sich begnügen, soweit diese Regeln nicht hinter der technischen oder wissenschaftlichen Entwicklung und jüngeren Gefahrenerkenntnissen hinterherhinken.“

Urteils des Oberlandesgerichts Celle vom 28. Mai 2003 – 9U 7/03

Bestimmungen und Sicherheitsanforderungen

Die EN 1176 sagt aus, dass bis zu einer Fallhöhe von 0,60 Meter keine Anforderungen an das Fallschutzmaterial gestellt werden und die Ausdehnung des Fallraums 1,50 Meter um das Gerät beträgt. Dieser ist jedoch frei von Hindernissen und Gegenständen zu halten. Für Fallhöhen von 0,60 Meter bis 1,50 Meter muss der Fallraum 1,50 Meter breit sein und der Untergrund im Fallraum kann eine Rasenfläche sein. Ab einer Fallhöhe von 1,50 Meter ist geeigneter Sand, Kies, Holzschnitzel oder Rindenmulch in ausreichender Schichtdicke (z. B. 20 cm) oder synthetischer Fallschutz erforderlich.[17]

Eine Sichtkontrolle soll bei stark frequentierten Spielplätzen bis zu täglich, eine operative Inspektion alle ein bis drei Monate (Prüfung auf Funktion und Stabilität) und jährlich muss durch einen unabhängigen Sachkundigen oder Sachverständigen eine Hauptinspektion durchgeführt werden. Ebenso ist die unabhängige Abnahme bei neu installierter Geräte erforderlich.

Unfall-Prävention

Eindeutige Vorschriften an einem Spielplatz in Washington

Manche Unfälle lassen sich auf Mängel an den Geräten zurückführen, die durch sachkundige Kontrollen vermeidbar gewesen wären. Bei tödlichen und schweren Unfällen überwiegen drei Mängelkategorien:

  1. Instabile Pfosten, Fundamente, Verankerungen im Boden, überwiegend durch Holzfäulnis infolge Pilzbefall hervorgerufen. Hölzerne Einmastgeräte sind besonders gefährdet. Verletzungen entstehen beim Sturz oder durch herunterstürzende Teile des Gerätes.
  2. Fangstellen für Kleidung und Finger, z. B. Spalten zwischen 3,6 mm und 25 mm Breite, Winkel kleiner als 60 Grad oder Enden von Stäben und anderen Bauteilen, an denen Ketten, Kapuzen, Kordeln, Schals, Schlüsselanhänger oder Fahrradhelme hängenbleiben.
  3. Fangstellen für den Kopf durch Abstände zwischen 9 cm und 23 cm (gem. EN 1176:2008) zwischen Brettern und ähnlichem. Kinder können hineinrutschen und sich erdrosseln.

Beim Tragen von Fahrradhelmen sind auch Fangstellen mit größerer Öffnung als 23 cm problematisch. Deswegen sollte ein Warnschild mit durchgestrichenem Fahrradhelm auffordern, diesen abzulegen.

Siehe auch

Literatur

  • Carles Broto: Spielplatz Design. Links Books, Barcelona 2009, ISBN 978-84-92796-32-8
  • Deutsches Institut für Normung (Hrsg.): Spielplätze und Freizeitanlagen = DIN-Taschenbuch 105 2018-02
  • Peter Fibich: Von Kletterpilzen und Rutschelefanten – Öffentliche Spielplätze in der DDR. In: Die Gartenkunst 28 (1/2016), S. 119–126.
  • Brigitte Kleinod: Spielbereiche. Planen – entwerfen – kalkulieren. = Der Gartenplaner 5. Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-8001-3590-5
  • Daniel Rimbach: Zur Etablierung von öffentlichen Freianlagen für Kinder bis zum Ende der Weimarer Republik. In: Die Gartenkunst 28 (1/2016), S. 103–112.
  • Gabriela Burkhalter: The Playground Projekt 2023, ISBN 978-3-03860-349-8

Einzelnachweise

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