Spirodiclofen

chlorierte, polycyclische, ungesättigte Verbindung, verwendet als Insektizid From Wikipedia, the free encyclopedia

Spirodiclofen ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Tetronsäurederivate.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Spirodiclofen
Allgemeines
Name Spirodiclofen
Andere Namen

3-(2,4-Dichlorphenyl)-2-oxo-1-oxa­spiro[4.5]dec-3-en-4-yl-2,2-dimethylbutyrat

Summenformel C21H24Cl2O4
Kurzbeschreibung

weißer geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 148477-71-8
EG-Nummer (Listennummer) 604-636-5
ECHA-InfoCard 100.130.204
PubChem 177863
ChemSpider 154839
Wikidata Q425807
Eigenschaften
Molare Masse 411,32 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

1,29 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

94,8 °C[1]

Dampfdruck

3·10−7 Pa (20 °C)[4]

Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Wasser[4]
  • löslich in Xylol, Dichlormethan, Aceton, Ethylacetat und Acetonitril[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[5] ggf. erweitert[6]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 317350361f373410
P: 202260273280302+352308+313[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Spirodiclofen kann aus Ethyl-1-hydroxycyclohexancarboxylat und 2,4-Dichlorphenylacetylchlorid gewonnen werden. Ersteres wird durch Reaktion von Cyclohexanon durch Cyanwasserstoff-Addition zum Cyanhydrin, gefolgt von Verseifung und Veresterung gewonnen. Die Synthese des zweiten Zwischenproduktes erfolgt aus 2,4-Dichlorbenzylchlorid durch Cyanidaustausch, Verseifung und Umwandlung in das Säurechlorid.[7] Beide Edukte werden kondensiert und das erhaltene Tetronsäurederivat mit 2,2-Dimethylbuttersäure verestert.

Eigenschaften

Spirodiclofen ist ein weißer geruchloser Feststoff, der unlöslich in Wasser ist.[1]

Verwendung

Spirodiclofen wird als Akarizid im Obst und Weinbau,[4] sowie als Insektizid und Akarizid (gegen Spinnmilben und Gallmilben[8]) verwendet. Die Wirkung beruht auf der Hemmung der Biosynthese von Lipiden.[1]

In der Schweiz gilt für Auberginen und Tomaten ein relativ hoher Rückstandshöchstgehalt von 0,5 Milligramm Spirodiclofen pro Kilogramm.[9]

Zulassungsstatus

In der Europäischen Union wurde der Wirkstoff Spirodiclofen auf Antrag von Bayer CropScience mit Wirkung vom 1. August 2010 für Anwendungen als Insektizid und Akarizid zugelassen.[10] In der Schweiz und einigen Staaten der EU waren Pflanzenschutzmittel (z. B. Envidor) mit diesem Wirkstoff zugelassen, nicht jedoch in Deutschland und Österreich. Die Zulassung des Wirkstoffs lief in der Schweiz zum 1. Juli 2020, in der EU zum 31. Juli 2020 aus.[11][12]

Einzelnachweise

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