Spital am Semmering

Gemeinde im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag, Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Spital am Semmering ist eine Gemeinde in Österreich, Bundesland Steiermark, Gerichtsbezirk Mürzzuschlag, politischer Bezirk Bruck-Mürzzuschlag mit 1424 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Spital am Semmering
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Spital am Semmering
Spital am Semmering (Österreich)
Spital am Semmering (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Steiermark Steiermark
Politischer Bezirk: Bruck-Mürzzuschlag
Kfz-Kennzeichen: BM (ab 1.7.2013; alt: MZ)
Fläche: 72,74 km²
Koordinaten: 47° 37′ N, 15° 45′ O
Höhe: 800 m ü. A.
Einwohner: 1.424 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 20 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 8684, 8685, 8680
Vorwahl: 03853
Gemeindekennziffer: 6 21 31
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Bundesstraße 16
8684 Spital am Semmering
Website: www.spitalamsemmering.com
Politik
Bürgermeisterin: Maria Fischer (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(15 Mitglieder)
10
4
1
10 4 1 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Spital am Semmering im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag
Lage der Gemeinde Spital am Semmering im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)Turnau
Lage der Gemeinde Spital am Semmering im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag (anklickbare Karte)
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Spital am Semmering liegt 6,5 km vom Semmeringpass entfernt auf 800 m Seehöhe an der Semmering Schnellstraße (S 6). Die höchste Erhebung ist das Stuhleck mit 1782 m Seehöhe. Die Gesamtfläche beträgt 72,74 km².

Gemeindegliederung

Die Gemeinde setzt sich aus insgesamt vier Katastralgemeinden zusammen (Fläche 2001):

  • Fröschnitz (2.003,39 ha),
  • Schöneben-Spital (542,70 ha),
  • Semmering (1.864,25 ha),
  • Spital am Semmering (2.861,62 ha).

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

Nachbargemeinden

Neuberg Breitenstein (NK) Semmering (NK)
Mürzzuschlag Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Schottwien (NK)

Trattenbach (NK)

Rettenegg (WZ)

Geschichte

Spital (oben rechts) um das Jahr 1876 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Der Name der Gemeinde geht auf eine Pilgerherberge zurück, die 1160 hier von Ottokar III. für jene, die den Semmering überqueren wollen, gegründet wurde. Das früheste Schriftzeugnis ist von 1165/66 und lautet „hospitalem“. Es liegt althochdeutsch hospital hus (Herberge, Wirtschaft) zugrunde.[2] Die Region war in früher Zeit immer wieder Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen, etwa zur Zeit der Türkenkriege, als der Ort schwere Schäden durch das durchziehende osmanische Heer erlitt.

Besonders der Eisenbergbau war lange Zeit die Haupteinnahmequelle der Region, 1882 musste er jedoch aufgrund zu großen Konkurrenzdrucks eingestellt werden.[3]

Die neue Bahnstrecke über den vorher nur mühsam zu überquerenden Semmeringpass führte ab dem 19. Jahrhundert zu einem massiven Aufschwung des Fremdenverkehrs.

Bevölkerungsentwicklung

Spital am Semmering: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
2.108
1880
 
2.107
1890
 
2.161
1900
 
2.290
1910
 
2.444
1923
 
2.739
1934
 
2.600
1939
 
2.420
1951
 
2.528
1961
 
2.416
1971
 
2.322
1981
 
2.073
1991
 
2.168
2001
 
1.887
2011
 
1.608
2021
 
1.683
2025
 
1.424
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Spital am Semmering
Bikepark Zauberberg
Eduard-Nittner-Denkmal in der Katastralgemeinde Semmering, Spital am Semmering

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...

Von den 66 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 32 Nebenerwerbsbetriebe. Auffallend ist der Rückgang der Erwerbstätigen im Produktionssektor in den Jahren 2001 bis 2011.[4][5][6]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021[7] 2011 2001 2021[7] 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 38 66 72 43 51 56
Produktion 10 6 12 261 7 191
Dienstleistung 106 97 93 340 312 294
1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
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Betriebe
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Erwerbstätige
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Verkehr

Bahnhof Spital am Semmering (Blickrichtung Semmering)

Spital am Semmering liegt an der Südbahn, es halten Regionalzüge in Richtung Payerbach-Reichenau bzw. Mürzzuschlag. Weiters gibt es für Pendler in der Früh Regionalexpresszüge Richtung Wien und am Abend Richtung Mürzzuschlag.

Bildung

Spital am Semmering besitzt eine zweiklassige Volksschule (Stand 2023).[8] Das heutige Schulgebäude besteht in seiner ursprünglichen Form seit 1873.[9]

Sport und Tourismus

1893 wurde das Stuhleck als erster Alpengipfel mit Skiern bestiegen, seitdem hat Spital am Semmering immer größere Bedeutung als Skigebiet gewonnen.

Doch nicht nur dem Wintersport kann man nachgehen. Auch Wander- und Mountainbikestrecken, ein Mountainbike-Park, Tennisplätze, ein Kneipp-Lehrpfad, ein Schwimmbad und andere Freizeiteinrichtungen werden angeboten. Als besondere Attraktion gilt die Gaisschlager-Mühle, eine funktionstüchtige Wassermühle im Kaltenbachgraben. Bei Spital am Semmering liegen die Räuberhöhlen, die von Kletterern genutzt werden. Im Gebiet von Steinhaus befinden sich auch mehrere Siedlungen für die Sportbegeisterten, darunter das Europadorf, die Stuhleckblicksiedlung und die Siedlung Südhang.

Open-Air-Festival

Von 2003 bis 2010 fand jährlich am Kaltenbach bei Spital am Semmering das Kaltenbach Open Air statt, ein Metal-Freiluft-Festival. 2013, jedoch von einem anderen Veranstalter, gab es das Metal-Invasion-Festival. 2014 wurde das Kaltenbach Open Air vom Kulturverein Oberes Mürztal neu aufgelegt. KOA, wie das Kaltenbach Open Air in Anlehnung an das Wacken Open Air (W:O:A) genannt wird, ist mittlerweile zu einem der genrebestimmenden Festivals in der europäischen Metal-Szene angewachsen. Bis zu 40 Bands aller Metal-Genres treten dort auf.[10]

Politik

Gemeindeamt

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Ludwig Zatzka (1857–1925): Der Wiener Stadtbaumeister baute 1890–1905 in Spital zwei Gründerzeitvillen (Obere Bahnstraße 5 und Obere Bahnstraße 13) und realisierte auch einige weitere Bauten, etwa 1903 die Erweiterung der Pfarrkirche und 1904 die Kapelle „Zur unbefleckten Mariä“ (Maria an der Steinwand). 1903 wurde Zatzka Ehrenbürger der Gemeinde und verbrachte hier den Lebensabend. Er starb am 14. September 1925 in Spital.
  • Andrea Felber (* 1981), Skirennläuferin

Trivia

Literatur

  • Bernhard Reismann: Geschichte der Gemeinde Spital am Semmering. Eigenverlag, Spital am Semmering 1997, keine ISBN. Neuauflage anlässlich der 850-Jahr-Feier 2010.
Commons: Spital am Semmering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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