Spullerschafberg
Berg des Lechquellengebirges in Vorarlberg
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Der Spullerschafberg, auch Spuller Schafberg oder im örtlichen Dialekt Spuller Schofberg, ist ein laut Vorarlberg Atlas 2679 m ü. A.[1] hoher Berg im Lechquellengebirge im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Laut Lidar-Messung ist er 2678,4 m ü. A. hoch.[2]
| Spullerschafberg | ||
|---|---|---|
| Alpsee und Spullerschafberg | ||
| Höhe | 2679 m ü. A. | |
| Lage | Österreich
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| Gebirge | Lechquellengebirge, Spullerschafberg-Gruppe | |
| Dominanz | 3,92 km → Untere Wildgrubenspitze | |
| Schartenhöhe | 669 m ↓ Stierlochjoch | |
| Koordinaten | 47° 10′ 26″ N, 10° 4′ 33″ O | |
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| Typ | Felsgipfel | |
| Gestein | Hauptdolomit | |
| Besonderheiten | 2 Gipfelkreuze | |

Lage
Der Berg gehört politisch zur Gemeinde Dalaas im Klostertal im Bezirk Bludenz. Regional gehört er aber eher zum Hochtannberggebiet. Die nächstgelegene Ortschaft ist Zug, ein Ortsteil von Lech.
Gebirgsmäßig liegt er im Lechquellengebirge, nach der Gliederung der SOIUSA in der Gruppe Spuller Schafberg-Wildgrubenspitze-Kette, in der Untergruppe Spullerschafberg-Gruppe.
Gewässermäßig liegt er auf der Wasserscheide zwischen Lech und Alfenz und somit auf einer Europäischen Hauptwasserscheide (Nordsee/Schwarzes Meer).
Genau südlich liegen der Spullersee, südöstlich die Ravensburger Hütte, östlich das Stierlochjoch und die Alpe „Brazer Stafel“, nordöstlich der Untere Schafberg (2407 m ü. A.), nördlich der Mehlsack (2652 m ü. A.), westlich die Spulleralpe und südwestlich die Alpe „Dalaaser Stafel“.
Benachbarte Gipfel
Eine Auswahl der umliegenden Berge:
- Mehlsack (2652 m ü. A.) 700 m nördlich
- Pfaffeneck (2539 m ü. A.) 2,66 km westlich
- Plattnitzer Jochspitze (2318 m ü. A.) 2,5 km südwestlich
- Roggalspitze (2673 m ü. A.) 3,27 km ostsüdöstlich
- Untere (Große) Wildgrubenspitze (2753 m ü. A.) 3,92 km ostsüdöstlich
- Obere (Kleine) Wildgrubenspitze (2625 m ü. A.) 3,45 km östlich
Geologie
Tektonisch gehört der Berg zu den Nördlichen Kalkalpen, konkret zur Lechtaldecke. Die Gesteine sind vorwiegend Hauptdolomit, aber auch Kössen-Formation, Oberrhätkalk, Hierlatzkalk, Allgäu-Formation, Lech-Formation (Kreideschiefer) und Raibler Schichten. Der Berg ist außer am Fuß vegetationsarm, Felsen und Felsschutt dominieren die Landschaft.[3][4]
Naturschutz
Das Gebiet steht nicht unter Naturschutz, obwohl es hier eine bedeutende Steinwild-Kolonie gibt. Weiters leben hier Gämse, Birkhühner, Turmfalken und andere bedrohte Vogelarten. Heliskiing ist aus Naturschutzgründen in ganz Österreich verboten, nur auf der Vorarlberger Seite des Arlberggebietes ist es zumindest bis 2027 erlaubt. Die Absetzstellen für die Hubschraubertouristen befinden sich am Gipfel des Mehlsacks sowie im östlich und unterhalb davon gelegenen Kar „Schneetäli“. Diese Genehmigung des Landes Vorarlberg ist heftig umstritten.[3][4][5][6]
Siehe auch Heliskiing in Lech
Wege und Kletterrouten
Der Aufstieg beginnt bei der Ravensburger Hütte über einen alpinen Steig. Laut Literatur dauert er gut 2 Stunden,[7] laut Wegweiser 2,5 Stunden und ist nur für Geübte geeignet.[8] Der Weg führt über den südlichen Grat. Es gibt einen Übergang zum Mehlsack (UIAA I, 45 Minuten). Mit einem Abstieg von diesem direkt zur Ravensburger Hütte lassen sich beide Gipfel im Rahmen einer Rundtour besteigen. An den bis zu 250 m hohen, aus griffigem Oberrätkalk bestehenden Nordwestabstürzen des Spullerschafbergs gibt es mehrere Kletterrouten.[7] Am Südostfuß des Berges sind in der näheren Umgebung der Ravensburger Hütte mehrere Klettergärten („Spullerplatten“, „Luggiwand“, „Bellavista“) eingerichtet.[9]
Aussicht

Der Spullerschafberg ist der vierthöchste Gipfel des Lechquellengebirges, somit bietet er eine nur wenig eingeschränkte Rundumsicht. Diese reicht im Norden, über die westlichen Allgäuer Alpen hinweg, bis zum Horizont, z. B. Moosberg (518 m, nordöstlich von Augsburg) in 154 km Entfernung. Im Nordosten erhebt sich der Allgäuer Hauptkamm. Im Ostnordosten überragt die Zugspitze die Lechtaler Alpen, rechts davon spitzen Gipfel der Mieminger Berge hinter den Lechtalern hervor. Im Ostsüdosten steht die nahe, höhere Untere Wildgrubenspitze einer Fernsicht im Weg, rechts von dieser erheben sich das Verwall und dahinter die Ötztaler Alpen (mit Durchblicken zu den Stubaier Alpen). Im Süden sieht man die östliche Silvretta mit ihren 3000ern, über der westlichen Silvretta die Berninagruppe. Im Südsüdwesten stehen einige größere Schweizer Berge (Piz Corvatsch, Piz d’Err, Piz Platta) auf oder vor dem Alpenhauptkamm.
Im Südwesten steht der Rätikon im Mittelgrund, darüber reicht der Blick wiederum bis zum Alpenhauptkamm (z. B. Pizzo Tambo, Rheinwaldhorn). Im Westen stehen Glarner und Urner Alpen mit Ringelspitz, Tödi, Titlis und dem mit seinen Bändern auffallenden, breiten Glärnisch. Rechts davon schließen sich Alviergruppe, Churfirsten und Alpstein an; die hinter dem Alpstein stehende, 199 km entfernte Hasenmatt dürfte der am weitesten entfernte, vom Spullerschafberg aus sichtbare Gipfel sein. Rechts der nahen und etwas höheren Roten Wand reicht der Blick bis zum Schwarzwald mit Belchen (184 km) und Feldberg sowie über den Bregenzerwald hinweg zur Schwäbischen Alb.[10]
