Historisches Zentrum der Stadt Remscheid
Archiv und Museum in Deutschland
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Das Historische Zentrum der Stadt Remscheid (HIZ) besteht aus den drei Abteilungen Deutsches Werkzeugmuseum, Stadtmuseum „Haus Cleff“ und Stadtarchiv. Der Vorläufer dieser Verwaltungsstruktur geht mit der Gründung des Stadtarchivs ins Jahr 1925 zurück. Stadtarchiv, Bibliothek und das bald eingerichtete „Heimatmuseum“ bildeten bereits in diesen Jahren eine Einheit. 1927 wurde Haus Cleff und die Gebäudeeinheiten an der Cleffstraße 2–6 durch die Stadt Remscheid angekauft. In Haus Cleff zog ab 1927 das „Heimatmuseum“ der Stadt Remscheid ein, ab 1928 war im ehemaligen Kontorhaus eine Abteilung „Werkzeuggeschichte“ zu sehen.


Haus Cleff
Das erste, auf dem Areal errichtete Gebäude ist das 1778 erbaute Wohnhaus der Kaufmannsbrüder Hilger. Das prachtvolle und repräsentative Doppelwohnhaus verbindet Stilmerkmale des Rokokos mit dem „bergischen Dreiklang“ in schwarz-weiß-grün. Bauhistorische Besonderheiten stellen u. a. die in die Schmuckelemente über den Eingangstüren integrierten Wappen Hollands und Russlands dar, die selbstbewusst auf die internationalen Handelsbeziehungen der Hilgers verweisen.[1][2]
Das Warenzeichen der Gebrüder Hilger, ein „H“ mit einer Lilie, ziert die Essen der beiden Küchen.
Prägend für die wechselreiche Nutzungsgeschichte des Standorts waren im Folgenden insbesondere die Brüder Fritz und Carl Cleff, die das Haus 1847 erwarben und deren Name es heute trägt. Sie erweiterten das Wohnhaus 1873 um ein ausgelagertes Kontorhaus, sowie 1881 um ein Fabrikgebäude zur Produktion von Werkzeugen mit Dampfmaschine und Kesselhaus (heute: „Haus und Halle Berger“). 1897 wurde die Produktionsstätten um eine „Shedhalle“ erweitert (heute Bestandteil des Deutschen Werkzeugmuseums).
1927 erwarb die Stadt Remscheid Haus Cleff, Kontorhaus und Shedhalle, in die sukzessive das Heimatmuseum der Stadt (Haus Cleff), der Vorläufer des Deutschen Werkzeugmuseums (Kontorhaus) sowie Teile des Stadtarchivs (Haus Cleff) einzogen.
Haus Cleff diente bis zu seiner Schließung am 10. Dezember 2013 weiterhin als „Heimatmuseum“, musste in diesem Jahr jedoch aufgrund des Befalls durch den Totenuhrkäfer und die Baufälligkeit des Fachwerks geschlossen werden. Es beherbergte die Büro- und Verwaltungsräume des Historischen Zentrums / Deutschen Werkzeugmuseums.
Bis 2025 mobilisierte die Stadt Remscheid Eigenmittel in Höhe von 6,5 Millionen Euro sowie weitere Fördergelder, um die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes zu ermöglichen. Am 12. April 2025 konnte Haus Cleff als Museum wiedereröffnet werden. Eine Sonderausstellung des Künstlers Wolfgang Tillmans zog beinahe 19.000 internationale Besucher auf den Hasten. Dem vom Rat der Stadt Remscheid beschlossenen Gesamtentwicklungsplan für das Historische Zentrum zufolge ist beabsichtigt, in den kommenden Jahren eine Dauerausstellung zu Wirtschaft und Handel der Werkzeugstadt Remscheid in Haus Cleff einzurichten und das Haus in seine dauerhafte museale Nutzung als regionale Gedächtnis der Stadt zu überführen.
Deutsches Werkzeugmuseum
Bereits 1928 war im ehemaligen Kontorhaus der Cleffs eine kleine Ausstellung vor- und frühgeschichtlicher Werkzeuge sowie Remscheider Werkzeuge und Werkzeugmaschinen eingerichtet worden. Mit dem Ausbau und der Eröffnung der „Thieneshalle“ wurde das Werkzeugmuseum ab 1967 eigenständige Einheit und öffentlich sichtbar. 1970 erwirkte das Museum aufgrund seines Alleinstellungsmerkmals den Zusatz „Deutsches Werkzeugmuseum“.
1995 fasste die Stadt Remscheid als Trägerin und Betreiberin des Deutschen Werkzeugmuseums und des Heimatmuseums „Haus Cleff“ die beiden Einrichtungen gemeinsam mit dem Stadtarchiv als „Historisches Zentrum“ zusammen. Im selben Jahr wurde das „Deutsche Werkzeugmuseum“ um einen großzügigen Neubau erweitert, für den die Thieneshalle abgerissen wurde. Hier fand der Veranstaltungs- und Multifunktionsraum der „Begegnungsstätte“ sowie die Dampfmaschine der Firma H. Reinoldt ihren Platz. Der Neubau verband Kontorhaus und historische Shedhalle und erweiterte die Räumlichkeiten auf knapp 1000 m² Ausstellungsfläche; die Quadratmeterzahl des Museums insgesamt wuchs auf rund 1.700 m². Am 31. Oktober 1998 präsentierte Museumsleiter Dr. Urs Diederichs der Öffentlichkeit die neu konzipierte Dauerausstellung, die seitdem besichtigt werden kann.
Im Zuge des städtischen Gesamtentwicklungskonzepts für das Historische Zentrum steht 2026 der zweite Bauabschnitt mit einer Sanierung des Kontorhauses und von Haus Berger an. In der nachfolgenden Bau- und Konzeptionsphase ist auch eine bauliche Ertüchtigung der Gebäudeeinheiten „Deutsches Werkzeugmuseum“ sowie eine Modernisierung dessen Dauerausstellung beabsichtigt.
Stadtarchiv
Als Abteilung des Historischen Zentrums zog das Stadtarchiv Remscheid 2007 wieder zurück in die unmittelbare Umgebung der beiden Museen, genau: in die Hastener Straße 100–102. Es stellt neben „Haus Cleff“, dem „Deutschen Werkzeugmuseum“ die dritte Abteilung des Fachdienstes 1.48 innerhalb der Stadtverwaltung Remscheid dar.