Stadtbad Gotha
Bauwerk in Gotha, Thüringen
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Das Stadtbad Gotha ist ein historischer Bäderbau in zentraler Lage am nördlichen Rand der Gothaer Altstadt. Der unter Denkmalschutz stehende Ursprungsbau wurde 1909 in Betrieb genommen und in den 1980er Jahren nach langer Nutzung wegen Baufälligkeit geschlossen. Ab 2007 wurde das Bad grundlegend saniert und modern erweitert auf mehr als die doppelte Fläche; die Wiedereröffnung erfolgte 2014.
Geschichte
Das historische Stadtbad wurde 1905–1909 nach Plänen des Gothaer Stadtbaurats Wilhelm Goette ausgeführt, es stand im Kontext einer Welle von ähnlichen Bäderbauten in Deutschland. Wie in anderen Städten wurden damals auch in Gotha eine Schwimmhalle, Reinigungsbäder sowie eine Sauna eingerichtet. Stilistisch ist das Bad dem Historismus zuzuordnen, die Architektur zeigt aber auch starke Anklänge an den Jugendstil.
Mit dem Revitalisierungsprojekt entstand ein barrierefreies Familien-, Schul- und Vereinsbad mit zusätzlichen Wellness- und Therapieangeboten. Die alte Schwimmhalle ist weiterhin das Kernstück, auch die anderen historischen Teile des Bades, wie z. B. die Kuppelräume der Sauna, wurden integriert. Hinzu kamen eine neue Sauna, ein wettkampfgerechtes 25-m-Sportschwimmbecken und ein Lehrschwimmbecken. Das sanierte und erweiterte Bad wurde mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichnet.
Beschreibung
Die Erweiterung des historischen Stadtbads ist städtebaulich und architektonisch klar, aber zurückhaltend. Eine Anordnung der Neubauteile erfolgt in linearer Struktur westlich und östlich der historischen Schwimmhalle, zurückgesetzt hinter dem an der Bohnstedtstraße stehenden historischen Vorderhaus.
Die zentralen Innenräume sind die historische Schwimmhalle mit Therapiebecken sowie die neue Schwimmhalle mit Sport- bzw. Mehrzweckbecken, Lehrschwimmbecken und Kinderbecken. Verbindendes Element zwischen ihnen ist die neue große Treppenanlage. Der alte Haupteingang an der Bohnstedtstraße ist auch der neue Eingang des sanierten Bades. Aus dem zentralen Oval des Vestibüls erschließen sich über das historische Treppenhaus und einen Aufzug die Obergeschosse sowie insbesondere der Umkleidetrakt im Sockelgeschoss. Dort ist auch der Zugang zum Schwimmbad.
Die Verbindung von Alt und Neu zu einer Einheit war an vielen Stellen eine Herausforderung, insbesondere bei der Anpassung des Altbaus an heutige Anforderungen der Statik, Bauphysik, der Raumakustik, der Energietechnik und des Brandschutzes – insbesondere bei der Einpassung der technischen Anlagen. Gestalterisch ging es vor allem um die Schaffung von plausiblen zeitgemäßen Raumgestaltungen im historischen Kontext. Ein wesentliches Gestaltungsmittel dabei ist neben dem Licht die Farbe.
Die Neubaukörper bestehen aus einer Stahlbeton-Skelettkonstruktion. Stahlbeton-Stützen tragen Spannbeton-Einfeldträger mit 20 m Spannweite und rund 1,4 m statischer Höhe. Das Dach besteht aus Brettsperrholz-Elementen mit darüber liegendem, gedämmtem Flachdachaufbau. Erheblichen Aufwand erforderten die Untersuchung und die Sanierung des Tragwerks des Altbaus.