Stadtbild

kulturgeographischer Begriff From Wikipedia, the free encyclopedia

Stadtbild ist der optische Eindruck einer Stadt bzw. ihrer Teile.[1] Es ist ein kulturgeographischer, kunsthistorischer, städtebaulicher und denkmalpflegerischer Fachbegriff, der die im öffentlichen Raum sichtbare Gestalt bzw. Gesamtansicht einer Stadt[2] in ihren räumlichen, architektonischen, historischen und ästhetischen Dimensionen zu umschreiben versucht. Vergleichbar sind die Begriffe Dorfbild[3] und Flurbild[4] sowie Straßenbild und Platzbild; allgemeiner werden die Begriffe Ortsbild oder Landschaftsbild verwendet.

Stadtbild von Regensburg

Geschichte

Der Begriff Stadtbild wurde nach dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm zunächst als das „von einem ausblick gewonnene(s) bild einer stadt“ verstanden.[5] Insofern entsprach die frühe Bedeutung der Vedute oder dem Panoramabild. Eine entsprechende frühe literarische Verwendung unternahm Wilhelm Heinrich Riehl in seinem 1869 erschienenen Wanderbuch.[5]

Stadtbilder bestimmen die Wahrnehmung von Städten und Ortschaften über Generationen hinweg; nicht selten konstituieren erst sie das Malerische oder Monumentale von Bauten und Ensembles und „markieren die Koordinaten für die populäre Wahrnehmung von Städten“.[6] Solche Bilder dienten spätestens seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als „optisch-ikonische (...) Zeichensysteme“.[7]

Mit dem Erkennen der Stadtbild-Qualitäten gingen entsprechende Schutzbemühungen Hand in Hand: Nachdem sich die Denkmalpflege zunächst nur isoliert um Einzelgebäude kümmerte, sind seit dem späten 19. Jahrhundert im Zuge der Heimatschutzbewegung und mit den Bemühungen u. a. von Camillo Sitte, Paul Mebes, Albert Brinckmann und Paul Schultze-Naumburg[8] übergeordnete Stadt- und Ortsbilder als Ensembles wichtiger Gegenstände der (erst seit den 1970er Jahren[9] sogenannten) städtebaulichen Denkmalpflege geworden.

Stadtbildpflege

Stadtbildpflege ist eine Nebenkategorie der Baudenkmalpflege und bezieht sich anstatt auf die Substanz vielmehr auf das Abbild des Gesamtensembles der Gebäude in einer Stadt.[10] Entsprechend tragen einige Großstadt-Denkmalschutzbehören die Zuständigkeitsbezeichnung „Stadtbild- und Denkmalpflege“.[11] Daneben kümmern sich bürgerschaftliche private Vereine[12] und Stiftungen[13] um Stadtbildpflege und setzen sich dabei teilweise auch für Projekte der Stadtreparatur und Gebäuderekonstruktion ein.

Stadtmarketing

Da das Stadtbild ein Merkmal der regionalen Identifikation von Städten und Regionen ist und einzelne Wahrzeichen einen Wiedererkennungswert schaffen, dient es auch dem Stadtmarketing. Beispiele für das Stadtbild aufgreifende Slogans verwenden etwa Stuttgart (Großstadt zwischen Wald und Reben[14]), Karlsruhe (viel vor. viel dahinter[15]), Schweinfurt (Industrie und Kunst[16]), Eisenhüttenstadt (Viele Eisen im Feuer[17]), Burghausen (Die längste Burg[18]), Freudenstadt (Innen Stadt, außen wild[19]) oder Husum (Graue Stadt ganz bunt[20]).

Siehe auch

Literatur

(chronologisch)

Wiktionary: Stadtbild – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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