Stannopalladinit

Mineral, natürliche Legierung From Wikipedia, the free encyclopedia

Stannopalladinit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente, genauer der Metalle und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Pd,Cu)3Sn2 und bildet längliche oder abgerundete kubische Kristalle bis zu 0,1 mm Größe. Es ist mit Niggliit verwachsen.

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Stannopalladinit
Metallische Einschlüsse des Stannopalladinit in Verbindung mit Pyrit in einem Schliff
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Spdn[1]

Chemische Formel (Pd,Cu)3Sn2
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Elemente – Metalle und intermetallische Legierungen
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

I/A.05b
I/A.16-050

1.AG.25
01.02.09.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem hexagonal
Kristallklasse; Symbol Bitte ergänzen!
Gitterparameter a = 4,40 Å; c = 5,66 Å Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Formeleinheiten Z = 1 Bitte Quelle als Einzelnachweis ergänzen!
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5 bis 5
Dichte (g/cm3) Bitte ergänzen!
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe braun-rosa
Strichfarbe Bitte ergänzen!
Transparenz opak
Glanz metallisch
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Etymologie und Geschichte

Stannopalladinit wurde erstmals 1947 von L. N. Maslenitzky, P. V. Faleev und E. V. Iskyul in seiner Typlokalität, der Ugol’nyi-Ruchei-Mine in der Nähe von Norilsk in Sibirien (Russland) gefunden. Es ist nach den enthaltenen Elementen Palladium und Zinn benannt.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Stannopalladinit zur Mineralklasse der „Elemente“ und dort zur Abteilung „Metalle und intermetallische Legierungen (ohne Halbmetalle)“, wo er gemeinsam mit Iridium, Palladium, Platin, Rhodium und Zvyagintsevit in der „Platin-Reihe“ mit der Systemnummer I/A.05b steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer I/A.16-050. Dies entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Stannopalladinit zusammen mit Atokit, Niggliit, Norilskit, Palarstanid, Plumbopalladinit, Rustenburgit und Zvyagintsevit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer I/A.16 bildet.[2]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[3] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Stannopalladinit in die Klasse der „Elemente“ und dort in die Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „PGE-Metall-Legierungen“ zu finden, wo es zusammen mit Plumbopalladinit die „Stannopalladinit-Gruppe“ mit der Systemnummer 1.AG.25 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Stannopalladinit die System- und Mineralnummer 01.02.09.01. Das entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Elemente“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Elemente: Platingruppenmetalle und -legierungen“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 01.02.09.

Bildung und Fundorte

Stannopalladinit bildet sich in sulfidischen Kupfer-Nickel-Erzen. Es ist mit Chalkopyrit, Platin-Eisen-Legierungen, Niggliit, Hessit, sowie Platin- und Palladiumtelluriden vergesellschaftet.

Neben seiner Typlokalität sind Funde aus der Majak-Mine (ebenfalls in Norilsk), Lydenburg in Südafrika und dem Prince of Wales-Hyder Census Area im US-Bundesstaat Alaska bekannt.

Kristallstruktur

Stannopalladinit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 4,40 Å und c = 5,66 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle. Eine genaue Raumgruppe ist nicht bekannt.

Siehe auch

Literatur

  • Stannopalladinit. In: Anthony u. a.: Handbook of Mineralogy. 1990, 1, 101 (PDF).

Einzelnachweise

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