Stefan Charles
Schweizer Kulturmanager
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Leben und Wirken
Charles war in seiner Jugend Musiker und absolvierte nach seiner Schulzeit das Lehrerseminar.[3] An das berufsbegleitende Masterstudium für Design & Kunst im Kulturmanagement an der Hochschule Luzern hängte er ein postgraduales Studium in Unternehmensführung an der Universität Zürich an. An der Columbia Business School in New York besuchte er das Executive Program in Digital Marketing Strategy.
Beruflich ging Charles anschließend in die Musikproduktion und wurde nacheinander Creative Direktor im Musikverlag der EMI Music in Berlin, Geschäftsführer im Zürcher Rohstofflager und Dozent und Abteilungsleiter Produktion an der Zürcher Hochschule der Künste. Von 2011 bis 2020 war er kaufmännischer Direktor am Kunstmuseum Basel und dort für die Neuausrichtung des Museums und die Abwicklung des Neubaus verantwortlich. Vom 1. Januar 2017 bis April 2020 war Charles in der Nachfolge von Nathalie Wappler Abteilungsleiter Kultur beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und damit verantwortlich für Radio SRF 2 Kultur, das Dokumentarfilm-Angebot, die fiktionalen Eigenproduktionen und die Kulturplattform im Internet. Ferner verantwortete er die Neuausrichtung des SRF am neuen Standort in Basel und war Mitglied der Geschäftsleitung des SRF. Sein besonderes Anliegen galt der Film-, Musik- und Literaturförderung. Seit 2014 hat Charles an der Universität Zürich einen Lehrauftrag.[4]
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker schlug Charles am 23. August 2021 dem Rat der Stadt als neuen Beigeordneten für das Dezernat Kunst und Kultur in der Nachfolge von Susanne Laugwitz-Aulbach vor.[5][6] Dort wurde Charles mit großer Mehrheit gewählt und trat sein Amt nach Einholung der Zustimmung der Bezirksregierung Köln zu seiner Wahl am 1. Oktober 2021 an.[7][8][9] 2022 war Charles maßgebend an den Verhandlungen mit nigerianischen Vertretern über die Restitution der sogenannten Benin-Bronzen beteiligt, von denen das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum mit 96 Stücken eine der vier umfangreichsten Sammlungen in Deutschland besitzt.[10][11][12] Für die acht städtischen Museen der Stadt Köln möchte Charles ein Zentraldepot installieren, damit eine angemessene Unterbringung der bislang auf 15 Depothallen im Stadtgebiet verteilten Exponate langfristig gesichert werden kann.[13]
Stefan Charles gilt unter seinem Geburtsnamen Stefan Wittwer als Komponist der Debütsingle „Bum“ der Erfurter Sängerin Yvonne Catterfeld aus dem Jahr 2001. Er selbst bestätigt die Identität auf Nachfragen nicht ausdrücklich und will erst nach seinem Karriereende dazu Stellung nehmen.[14]
Privates
Auszeichnungen
- 2012 wurde die von Charles lancierte Internet-Plattform kulturkritik.ch mit dem Greulich-Kulturpreis für herausragendes Schaffen im Schweizer Kulturjournalismus ausgezeichnet.[16]
Publikationen
- Hrsg. mit Philippe Bischof: The Making of. Neubau Kunstmuseum Basel. Christoph Merian, Basel 2016, ISBN 978-3-85616-808-7.
Weblinks
- Stadt Köln Dezernat VII - Kunst und Kultur: Zur Person
- WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik vom 6. Oktober 2016: Kulturdezernent Stefan Charles im Gespräch
- WDR 5 (Westdeutscher Rundfunk) Scala. Hintergrund Kultur vom 24. November 2021: Was Kölns neuer Kulturdezernent Stefan Charles ändern will
- Kölner Stadt-Anzeiger vom 10. November 2022: Kulturdezernent Charles „Wäre ich Künstler, würde ich nach Köln ziehen“, von Anne Burgmer
- Kölner Stadt-Anzeiger Kultur & Medien vom 15. März 2025: Interview Stefan Charles „Ich würde das nicht mehr so machen“, von Christian Bos, Anne Burgmer und Michael Kohler
