Stella Bossi
deutsch-italienische Techno-DJ und Musikproduzentin
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Stella Bossi ist eine deutsch-italienische Techno-DJ, Musikproduzentin sowie mit The Beat Must Fuck (TBMF) Labelbetreiberin. Bekannt geworden ist Bossi anfangs als Techno-Influencerin und hat auf Instagram und TikTok je über eine Million Abonnenten. Sie ist Resident-DJ der Partyreihe Symbiotikka im KitKatClub.

Leben
Stella Bossi wurde in Berlin geboren und wuchs dort auf.[1] Sie hat italienische Wurzeln.[2] Im Alter von 15 Jahren kam sie erstmals mit Techno-Musik in Berührung, als sie den Berliner Club Bar25 besuchte. Sie beschrieb diesen Moment als prägend.[3][4]
Sie studierte Business & Economics in Frankfurt am Main auf Bachelor und in Amsterdam auf Master,[5] wo sie in einer Künstler-Wohngemeinschaft lebte, bevor sie ihre DJ-Karriere in Berlin begann.[6]
Stella Bossi lebt in Berlin.
Karriere

Im November 2018 begann Bossis Karriere mit einem spontanen Tanzvideo,[7] das nach einer Clubnacht außerhalb des Kater Blau entstand.[8] Das Video zeigte sie in einem Badeanzug und mit dunkler Sonnenbrille mit „verstrahlten Bewegungen, wie ein sympathisches Wesen von einem anderen Stern“, wie Elena Witzeck in der FAZ schrieb.[9] In den folgenden Monaten produzierte Bossi weitere Videos, in denen sie nachts im Bahnhof, im Supermarkt und an Tankstellen tanzte und sich dabei filmte.[9] Unter dem Motto „Das Leben ist zu kurz für bad vibes“[10] baute sie sich eine wachsende Anhängerschaft auf.[11]
Ihren ersten Auftritt als DJ hatte Bossi 2019 bei einer Berlinale-Party, bei der sie ungebucht die Decks übernahm. Sie spielte etwa 45 Minuten, bevor die Security eingriff.[12] Im Oktober 2020 gründete Bossi ihr eigenes Musiklabel The Beat Must Fuck (TBMF), bei dem die Community über eingereichte Demos per Voting entscheidet.[13] Im Dezember 2020 führte Bossi während des Corona-Lockdowns eine Protestaktion auf dem Kurfürstendamm in Berlin durch, bei der sie ein DJ-Set spielte.[14] Die Aktion wurde von ihr als Statement für den Erhalt der Berliner Clubkultur bezeichnet. Unter dem Motto „If you can't come to the club, I will bring the club to you“ fuhr sie mit mobilem Mischpult und Lautsprechern in der U-Bahn zum Kudamm, wo sie für Passanten auflegte.
Seit September 2021[15] ist Bossi Resident-DJ der Partyreihe Symbiotikka im KitKatClub.[5] Im Sommer 2022 absolvierte Bossi innerhalb von zwei Monaten 24 Auftritte in 13 Ländern.[4] Seitdem ist sie regelmäßig im Line-up großer Festivals zu finden, so 2022 beim Open Beatz Festival, 2023 beim Glücksgefühle Festival und bei der Tanzinsel,[16] 2023 und 2025 beim Echolon[17][18] und 2024 beim Southside Festival und dem Hurricane Festival.[19] In Italien legte sie 2025 beim Snowland Music Festival[20] und beim Nameless Festival auf.[21]
Im Oktober 2025 war Bossi die erste Künstlerin,[22] die eine offizielle Videoaufnahme im KitKatClub produzieren durfte,[23] in dem sonst ein striktes Fotografier- und Filmverbot herrscht. Begleitet wurde das DJ-Set-Video durch eine Kurzdoku, in der Stella Bossi über die Berliner Club-Szene spricht und warum diese bedroht ist.[24]
Sowohl auf TikTok als auch auf Instagram hat sie jeweils über eine Millionen Follower[25] und verknüpft in ihrem Content Techno mit Sketch-Comedy.[26]
Bossi äußerte sich mehrfach zu Sexismus und Diskriminierung in der elektronischen Musikszene,[27] so sei ihr von etablierten männlichen DJs vom Auflegen abgeraten wurden.[13]
Kontroversen
Im September 2023 kam sie beim Stuttgart Techno and Rave zu spät zu ihrem Gig, der Veranstalter ließ Pappenheimer daher länger spielen. Bei ihrer Ankunft griff sie in Pappenheimers Set ein, beendete dieses während eines laufenden Tracks[28] und behandelte ihn respektlos.[9] Nach öffentlicher Kritik entschuldigte sich Bossi bei dem betroffenen DJ.[29]
Auszeichnungen
- 2022: DJ National (beste deutsche DJ) durch das Faze Magazin[30]
- 2025: No. 1 DJ in Germany & No. 17 on the worldwide Top-DJane-List auf DJaneTop[31][32]
Diskografie (Auswahl)
EPs
- 2025: All You Can Eat (The Beat Must Fuck)
Singles
- 2020: First Take
- 2021: Molly for Breakfast
- 2021: Poetry (mit Auk.)
- 2021: Das Boot
- 2021: Tackle
- 2022: 3 Days Awake (mit Marco Faraone)
- 2022: System XTC (mit Da Hool)
- 2022: Monolith
- 2022: Boring Love
- 2023: Take That (mit Fappe & Bru)
- 2023: Drowning
- 2024: The Acid Folk (mit Perplexer)
- 2024: Licky (B1 Recordings)
- 2025: Deja Vu
- 2025: Say What You Want
- 2025: Weekend Baddie