Stellaris

Computerspiel aus dem Jahr 2016 From Wikipedia, the free encyclopedia

Stellaris ist ein echtzeitbasiertes 4X-Globalstrategiespiel des Entwicklers Paradox Development Studio. Der Spieler hat die Aufgabe, eine Galaxie zu erforschen, sie zu kolonisieren und ein Sternenreich durch diplomatische, wirtschaftliche und militärische Maßnahmen zu errichten und erhalten.

Schnelle Fakten Entwickler, Publisher ...
Stellaris
Entwickler Paradox Development Studios
Publisher Paradox Interactive
Leitende Entwickler Henrik Fåhraeus, Joakim Andreasson, Daniel Moregård, Johan Andersson
Komponist Andreas Waldetoft
Veröffentlichung Windows, MacOS, Linux
9. Mai 2016
PlayStation 4, Xbox One
26. Februar 2019[1]
Plattform Windows, Linux, macOS, PlayStation 4, Xbox One
Spiel-Engine Clausewitz Engine
Genre Globalstrategiespiel
Thematik Science-Fiction, Weltraumkolonisierung
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Maus und Tastatur
Medium Download
Sprache Englisch
Altersfreigabe
USK
USK ab 6 freigegeben
USK ab 6 freigegeben
PEGI
PEGI ab 7 Jahren empfohlen
PEGI ab 7 Jahren empfohlen
PEGI-Inhalts­bewertung Gewalt
Schließen

Das Spiel wurde am 9. Mai 2016 für Microsoft Windows, Mac OS X und Linux veröffentlicht. Am 26. Februar 2019 erschien eine Portierung für PlayStation 4 und Xbox One. Damit ist Stellaris das erste Grand-Strategy-Spiel, das für moderne Spielekonsolen erhältlich ist.[2]

Spielprinzip

Stellaris gibt keine Geschichte vor, sondern lässt den Spieler – nach Auswahl und Anpassung einer Spezies und deren Verhaltensweisen und Technologien – auf eigene Faust ein Sternenreich aufbauen.

Zu Beginn steht dem Spieler neben dem Heimatplaneten samt Raumhafen eine kleine Raumflotte aus je einem Forschungs- und Konstruktionsschiff sowie einer Handvoll Militärschiffe zur Verfügung. Mit wachsender Größe gesellen sich militärische und diplomatische Aufgaben zum anfänglichen Forschungs- und Aufbaumanagement, sobald das wachsende Imperium auf andere Zivilisationen und prä-interstellare besiedelte Welten trifft.

Im späteren Spielverlauf treten galaxisweite Zufallsereignisse ein, wie beispielsweise eine Invasion aus einer anderen Dimension bzw. von außerhalb der Galaxis oder ein Roboteraufstand, der das gesamte bekannte Universum in die Krise stürzt und nicht nur das Reich des Spielers allein betrifft. Die Entwickler hoffen, durch diese Krisen ein generelles Manko von Strategiespielen dieser Art zu beseitigen: Im späteren Verlauf kann eine Fraktion so übermächtig werden, dass Motivation und Spielspaß darunter leiden.

Mit der Veröffentlichung weiterer kostenpflichtiger DLCs wurden weiter Spielelemente eingeführt, die einigen Mechaniken gegen Ende eines Spieldurchlaufs mehr Tiefe und Komplexität verleihen sollen. Ein großer Fokus lag auf der Diplomatie zwischen Spieler und Computergegnern.

Entwicklung

Stellaris wurde von Paradox Development Studios entwickelt und von deren Muttergesellschaft Paradox Interactive vertrieben. Die im Spiel verwendete Clausewitz Engine nutzt Paradox bereits seit 2007, erstmals für Europa Universalis III. Erstmals angekündigt wurde das Spiel auf der Gamescom 2015. Während der Entwicklung wurden in regelmäßigen Abständen Entwicklertagebücher veröffentlicht, die verschiedene Aspekte des Spiels beleuchteten.[3]

Anfang 2018 wurde zusammen mit dem DLC Cherryh (benannt nach C. J. Cherryh) Version 2.0 des Spiels veröffentlicht, welche viele Spielmechaniken grundlegend umgestaltete und den Fokus von Kriegsführung hin zu Erkundung, Diplomatie und Wirtschaftssimulation verlagerte. Insbesondere Einführung der Spielmechanik „Kriegsmüdigkeit“ dämmte die Möglichkeit konstanter aggressiver Expansion massiv ein. Außerdem wurde die Benutzeroberfläche den Rückmeldungen der Spieler nach überarbeitet. Viele Funktionen, die zuvor als kostenpflichtige Erweiterungen verkauft worden waren, wurden zudem kostenlos in das Hauptspiel integriert.[4]

Soundtrack

Der Soundtrack wurde von Andreas Waldetoft komponiert und durch das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder) eingespielt.[5]

Ableger

Im Juni 2020 erschien mit Stellaris: Galaxy Command ein Free-to-play-Ableger für Mobilgeräte mit den Betriebssystemen Android und iOS.[6]

Erweiterungen

Weitere Informationen Name, Veröffentlichungsdatum ...
Name Veröffentlichungsdatum Vollständige Erweiterung Beschreibung
Plantoids Species Pack 4. August 2016 Nein Einführung neuer pflanzlicher Spezies, aus denen Spieler und KI-Imperien auswählen können, einschließlich neuer Illustrationen und Animationen für Anführer, Schiffe und Städte.[7]
Leviathans Story Pack 20. Oktober 2016 Nein Einführung neuer „Leviathane“, mächtige Weltraumkreaturen, welche man untersuchen oder bekämpfen kann; neu unabhängige Enklaven und eine neue Mechanik mit welcher „gefallene Reiche“ wieder erweckt werden können, um entweder zu versuchen, die Galaxie erneut zu erobern oder gegeneinander einen „Himmelskrieg“ zu führen.[8]
Utopia 6. April 2017 Ja Fügt Megastrukturen, wie z. B. Ringwelten und Dyson-Sphären, „Aufstiegsvorteile“, mit welchem man seine Spezies biologisch, synthetisch oder psionisch weiterentwickeln kann, Schwarmbewusstseine, neue Möglichkeiten um Sklaven und die Bevölkerung zu indoktrinieren und neue Staatselemente hinzu.[9]
Synthetic Dawn Story Pack 21. September 2017 Nein Ermöglicht das Spielen als (und gegen) nicht-organische Imperien und bietet die Möglichkeit, als Maschinenimperien mit einzigartigen Ereignisketten und Mechaniken zu spielen, außerdem kann es zu synthetischen Aufständen kommen und neue synthetische Porträts wurden hinzugefügt.[10]
Humanoids Species Pack 7. Dezember 2017 Nein Fügt neue Optionen für humanoide Spieler- und KI-Imperien hinzu, mit neuen Animationen für Anführer und Schiffe sowie zusätzlichen Musiktiteln und VIR-Voiceover-Sets.[11]
Apocalypse 22. Februar 2018 Ja Fokus auf die Kriegsführung, Ergänzung mehrere Superwaffen, mit denen Planeten zerstört und Planetenpopulationen ausgerottet oder assimiliert werden können. Außerdem gibt es neue 'Titanen'-Schiffsklassen und Verteidigungsmodule, die sternensystemweite Waffenangriffe ermöglichen. Die Erweiterung umfasst auch nomadische „Marodeur“-Zivilisationen, Ambitionen und neue Staatselemente.[12]
Distant Stars Story Pack 22. Mai 2018 Nein Spieler können jetzt den Zugang zu neuen versteckten Sternensystemen entdecken und auf verschiedene neue Anomalien, Ereignisse, Weltraumwesen und einzigartige Systeme stoßen. Es wurde auch ein „L-Cluster“ hinzugefügt, ein Abschnitt von Sternensystemen, der nicht mit der regulären Galaxie verbunden ist.[13]
MegaCorp 6. Dezember 2018 Ja Einführung eines neuen Imperiumstypen, welcher sich auf Handel und Geschäfte konzentriert, man kann Niederlassungen auf ausländischen Planeten errichten und den galaktischen Handel dominieren, außerdem hat man die Möglichkeit, eine Ecumenopolis zu erschaffen. Es wurden auch neue nomadische „Karawanen“ -Zivilisationen, neue Megastrukturen, neue Aufstiegsvorteile und ein galaktischer Sklavenmarkt hinzugefügt.[14]
Ancient Relics Story Pack 4. Juni 2019 Nein Ermöglicht Spielern Ruinen längst vergessener Zivilisationen aufzudecken und so Vorteile zu erhalten.[15]
Lithoids Species Pack 24. Oktober 2019 Nein Fügt neue felsbasierte Spezies für Spieler und KI hinzu, mit einzigartigen Mechaniken, Porträts und Stimmen.[16]
Federations 17. März 2020 Ja Fügt fünf neue Föderationstypen, zusätzliche Resolutionen für die Galaktische Gemeinschaft, neue Ursprünge für die Sternenreiche, neue Megastrukturen und eine neue Schiffsklasse, den Juggernaut, hinzu.[17]
Necroids Species Pack 29. Oktober 2020 Nein Fügt Nekroiden, eine untote Spezies, für Spieler und KI hinzu, mit einzigartigen Mechaniken, Porträts und Stimmen.[18]
Nemesis 15. April 2021 Ja Ermöglicht es selbst zur Krise zu werden. Es wird ein neuer Krisenaufstiegsvorteil und neue Schiffe eingeführt.[19]
Aquatic Species Pack 22. November 2021 Nein Fügt neue wasserbasierte Spezies für Spieler und Ki hinzu, mit einzigartigen Mechaniken, Porträts und Stimmen.[20]
Overlord 12. Mai 2022 Ja Überarbeitung des Vasallen- und Diplomatie-Systems. Einführung von neue Mechaniken, um mit Vassalen zu interagieren.[21]
Toxoids Species Pack 20. September 2022 Nein Fügt neue giftbasierte Spezies für Spieler und KI hinzu, mit einzigartigen Mechaniken, Porträts und Stimmen.[22]
First Contact Story Pack 14. März 2023 Nein Überarbeitet die ersten interstellaren Kontakte mit anderen Spezies. Bietet dem Spieler neue Ursprünge und Mechaniken an, um mit primitiveren Zivilisationen zu interagieren.[23]
Galactic Paragons 9. Mai 2023 Ja Bearbeitet das Anführersystem und fügt einen neuen Rat hinzu. Zudem kann der Spieler nun legendäre Herrscher während der Erkundung der Galaxis finden und anwerben. Außerdem gibt es neue Mechaniken für die Anführer und einen neuen Ursprung.[24]
Astral Planes 16. November 2023 Ja Fügt eine Astralebene hinzu, mit neuen Story-Ereignissen, Technologien, Aktionen und Relikten.[25]
The Machine Age 7. Mai 2024 Ja Fügt individualisierbare Maschinen, eine Endgamekrise, Aufstiegs- und Spielerkrisenpfade rund um Kybernetik sowie synthetische Maschinen hinzu.[26]
Schließen

Rezeption

Vorabrezensionen äußerten sich positiv und drückten die Hoffnung aus, dass Stellaris sich zu einem Meilenstein für das 4x-Strategie-Genre entwickeln könnte.[27]

Nach Veröffentlichung wurde zwar die Spielmechanik als hervorragend bewertet, jedoch trübten technische Mängel das Spielvergnügen, insbesondere Performanceprobleme im späteren Spielverlauf auf mittleren bis großen Karten.[28] In der Folgezeit wurden diese Performanceprobleme durch Patches korrigiert, welche die Namen berühmter Science-Fiction-Schriftsteller wie Asimov, Clarke und Heinlein tragen.[29] Außerdem wurden nach und nach Features ergänzt.

Der Test von Rowan Kaiser für die Reviewsseite IGN erregte in der Fachpresse besondere Aufmerksamkeit,[30][31] da ihm aufgrund der Beziehung zwischen Paradox und dem Spielekritiker John Bain vorgeworfen wurde eine persönliche Abneigung gegen den Entwickler zu hegen.[32] Paradox Interactive veröffentlichte am 11. Mai 2016 ein Statement, in welchem Kaisers persönliche Meinung mit dem Hinweis auf Meinungsfreiheit verteidigt wurde.[33]

Stellaris 2.0

Nach einer umfangreichen Überarbeitung wurde das Spiel von der Fachpresse vielfach neu bewertet. Vorangegangene Aktualisierungen und Erweiterungen hatten bereits viele Schwächen ausgebessert und die Stärken des Spiels besser betont.[4]

Mit Version 2.0 wurden einige Systeme grundlegend verändert – meistens deutlich vereinfacht – was im Allgemeinen positiv aufgenommen wurde. Außerdem wurden die proaktiveren Computergegner, eine intuitivere Bedienung und die Möglichkeit der Automatisierung wiederkehrender Aufgaben gelobt. Ein gewisser Schneeballfaktor zum Spielende hin sowie fehlende Herausforderungen zwischen Mitte und Ende einer Kampagne wurden jedoch weiterhin kritisiert.[34]

Die radikalste Änderung betraf das interstellare Reisen: Während zuvor potenziell alle benachbarten Sternensysteme innerhalb der Reichweite der Raumschiffantriebe angesteuert werden konnten, können seit Version 2.0 zu Beginn des Spiels nur noch vorgegebene Routen genutzt werden. Dies war bereits zuvor eine mögliche Variante, die nun verpflichtend wurde. Dadurch reduziert sich die Komplexität des Spiels in der Anfangsphase enorm, während gleichzeitig die strategische Bedeutung verschiedener Sternensysteme enorm variiert. Statt den Spieler zu überwältigen, hätte die Besiedlung nun Puzzlecharakter, was als Verbesserung der Frühphase des Spiels gewertet wurde.[35]

Modifikationen

Stellaris bietet, wie für Spiele von Paradox Interactive üblich, eine einfache Modifizierbarkeit an. Spieler der Steam-Version des Spiels können Mods über den Steam-Workshop installieren.[36][37] Andere Plattformen für Stellaris-Mods sind das offizielle Forum,[37] ModDB[38] und Nexus Mods.[39]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI