Steven McGregor

australischer Filmemacher From Wikipedia, the free encyclopedia

Steven McGregor ist ein australischer Filmemacher. Er wirkte an einigen Dokumentar- und Spielfilmen mit, die sich mit der Geschichte der Aborigines beschäftigten.

Steven McGregor bei der Berlinale 2026

Leben

McGregor wuchs in der Nähe des Leprosoriums in East Arm, einem Vorort von Darwin, auf. Seine Mutter, die auf einer Missionsstation aufgewachsen war, arbeitete dort bis zur Schließung des Leprosoriums um 1970 als Gesundheitsarbeiterin. Er und seine Geschwister hielten sich früher oft dort auf, um den Swimmingpool zu benutzen und zu spielen. Er sagte, es habe kein wirkliches Stigma gegeben, und die Menschen mit Lepra seien recht glücklich gewesen, hätten aber ihre Familie und ihre Heimat vermisst.[1]

Er absolvierte einen Masterabschluss in Drama-Regie an der Australian Film Television and Radio School in Sydney.[2]

Karriere

McGregor begann seine Karriere als Produktionsassistent in der Medieneinheit des Chief Ministers des Northern Territory in Darwin, wo er sechs Jahre arbeitete.[1] Seine nächste Stelle war die eines Kameramanns bei Imparja Television in Alice Springs.[2] Seine erste große Dokumentation handelte Mitte der 1990er Jahre von Australian Football und entstand für Channel 7.

McGregor verlor im Alter von 25 Jahren ein Auge, als er beim Hockeyspielen mit einem Hockeyschläger am Kopf getroffen wurde.[1] Danach musste er seine Arbeit als Kameramann aufgeben. CAAMA bot ihm eine Stelle an,[1] während er dort eine Ausbildung für Drehbuch und Regie absolvierte.[2] Bei CAAMA traf er Warwick Thornton, Erica Glynn, Beck Cole und viele andere australische Filmschaffende.[1]

Seit Mitte der 1990er Jahre hat McGregor viele Dokumentarfilme geschrieben, inszeniert und produziert,[2] ebenso wie fiktionale Spielfilme, TV-Dramen und Comedy-Serien. Zu seinen vielfältigen Arbeiten gehören Arafura Pearl (2003), eine Dokumentation über die Aboriginal-Anführerin Kathy Mills; Redfern Now (Drehbuch); Blue Water Empire, eine Dokumentarserie über die Torres-Strait-Inseln; sowie Black Comedy (Regie). Er schrieb Sweet Country gemeinsam mit David Tranter.[3] 1999 arbeitete er an einer Dokumentation über Archie Roach.[1]

2006 drehte er My Brother Vinnie, einen Dokumentar-Kurzfilm über den Schauspieler Aaron Pedersen und dessen Bruder. Geschrieben von Pedersen und gefilmt von Warwick Thornton (der mit Pedersen aufgewachsen war),[1] wurde der Film für das Melbourne International Film Festival und das Message Sticks Indigenous Film Festival ausgewählt.[4][5][6] Um 2007 arbeitete McGregor mit Baz Luhrmann als Drehbuchautor an dessen Spielfilm Australia.[1]

Croker Island Exodus (2012), unter der Regie von McGregor und von ihm mitverfasst (zusammen mit Danielle MacLean), erzählt die Geschichte der Rettung von 95 Aboriginal-Kindern, die 1942 mit ihren missionarischen Betreuerinnen und Betreuern aus Nordaustralien quer über den Kontinent in Sicherheit nach Sydney reisten. Sie verließen Croker Island, nachdem die Japaner während des Zweiten Weltkriegs den Norden Australiens bombardierten. Er besetzte alle Rollen mit Indigenen.[1]

Seine Dokumentation Servant or Slave (2016) erzählte Geschichten der Aborigines, basierend auf den Erfahrungen aus erster Hand von fünf Aboriginal-Frauen,[7][8] Angehörigen der Gestohlenen Generationen,[9] deren Geschichten von Hetti Perkins und Mitch Stanley aufgezeichnet worden waren. Der Film wurde beim Antenna Documentary Film Festival gezeigt,[7][10] gewann dort den Publikumspreis und wurde außerdem für eine Vorführung beim Melbourne International Film Festival ausgewählt.[9] Der Film wurde auf NITV ausgestrahlt.[7]

McGregor war Regisseur (mit Erica Glynn) und Drehbuchautor der 2022 ausgestrahlten Drama-Miniserie True Colours von SBS Television.[11] Er war Drehbuchautor der Netflix-Serie Territory aus dem Jahr 2024.[12]

Er arbeitete erneut mit David Tranter zusammen, um das Drehbuch zu Wolfram zu schreiben, Warwick Thorntons Fortsetzung von Sweet Country.[13] Der Film feierte bei der Berlinale 2026 im Hauptwettbewerb um den Goldenen Bären Premiere.[14]

Filmografie (Auswahl)

  • 1996: Marn Grook (Regie, Buch)
  • 2003: Cold Turkey (Regie, Buch)
  • 2005: 5 Seasons (Regie, Buch)
  • 2006: My Brother Vinnie (Kurzfilm, Regie)
  • 2007: Willaberta Jack (Kurzfilm, Buch)
  • 2011: Tales of the Daly: Nauiyu Nambiyu (Kurzfilm, Regie)
  • 2012: Croker Island Exodus (Regie, Buch)
  • 2013: Big Name No Blanket (Regie, Buch)
  • 2013: Redfern Now (Fernsehserie, 4 Folgen, Buch)
  • 2014: Art+Soul (Fernsehserie, 3 Folgen, Regie)
  • 2015: Redfern Now: Promise Me (Fernsehfilm, Buch)
  • 2016: Servant or Slave (Fernsehfilm, Regie)
  • 2017: The Warriors (Miniserie, 2 Folgen, Regie)
  • 2017: Sweet Country (Buch)
  • 2019: Blue Water Empire (Fernsehserie, Regie, Buch)
  • 2020: Black Comedy (Fernsehserie, 12 Folgen, Regie)
  • 2020: Mystery Road – Verschwunden im Outback (Fernsehserie, 4 Folgen, Buch)
  • 2020: Looky Looky Here Comes Cooky (Regie)
  • 2021: Fires (Miniserie, eine Folge, Buch)
  • 2021: Preppers (Fernsehserie, 6 Folgen, Regie)
  • 2022: True Colors (Miniserie, 2 Folgen, Regie, Buch)
  • 2024: Territory (Fernsehserie, 2 Folgen, Buch)
  • 2025: NCIS Sydney (Fernsehserie, eine Folge, Buch)
  • 2025: Mystery Road: Origin (Fernsehserie, 4 Folgen, Buch)
  • 2025: Wolfram (Buch)
  • 2026: Goolagong (Miniserie, 3 Folgen, Buch)

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2003: AACTA-Award-Nominierungen für Cold Turkey[15]
  • 2013: AACTA Award für Bestes Drehbuch im Fernsehen für Redfern Now[15]
  • 2015: AWGIE-Nominierung für Bestes Original-Teledrama[15]
  • 2015: AACTA Award für Beste Kinderserie, für Ready for This[15]
  • 2016: Logie Award für das herausragendste Kinderprogramm für Ready for This[15]
  • 2018: AACTA Award für Bestes Drehbuch für Sweet Country[16]
  • 2019: Kate Challis RAKA Award für Sweet Country[17]
  • 2020: AACTA-Award-Nominierung als Bester Dokumentarfilm für Looky Looky Here Comes Cooky[18]
  • 2021: AIDC Award als Bester Dokumentarfilm für Looky Looky Here Comes Cooky[18]
  • 2021: AACTA Award für Bestes Telefeature oder Mini-Serie für Fires[18]
  • 2022: Logie Award für herausragendste Miniserie oder Telemovie für Fires[18]
Commons: Steven McGregor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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