Dirk Stikker
niederländischer Bankier, Industrieller, Politiker, Diplomat und Badmintonspieler
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Dirk Uipko Stikker (* 5. Februar 1897 in Winschoten; † 23. Dezember 1979 in Wassenaar) war ein niederländischer Bankier, Industrieller, Politiker, Diplomat und Badmintonspieler.[1] Er war von 1948 bis 1952 Außenminister der Niederlande, anschließend bis 1958 niederländischer Botschafter in London, dann Ständiger Vertreter seines Landes beim Nordatlantikrat sowie der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Von 1961 bis 1964 war Stikker Generalsekretär der NATO.

Frühes Leben
Dirk Stikker studierte Rechtswissenschaften an der Universität Groningen. Nach dem Studium stieg Stikker ins Bankgeschäft ein. Im Jahr 1935 wurde er Direktor bei der Brauerei Heineken. Diesen Posten hatte er bis 1948 inne. 1945 war er einer der Gründer der Stichting van de Arbeid (Niederländisches Beratungsgremium zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer) und legte damit den Grundstein für Tarifverhandlungen in den Nachkriegsniederlanden. 1964 wurde Dirk Stikker zum Ehrendoktor der Brown University ernannt.
Politische Karriere
Stikker engagierte sich 1945 erstmals in der Politik. Von November 1945 bis zu seiner Mandatsniederlegung im August 1948 war er Mitglied der Ersten Kammer (dem Oberhaus oder „Senat“) des niederländischen Parlaments. Am 23. März 1946 war er Gründungsmitglied der Partij van de Vrijheid (Freiheitspartei) zusammen mit ehemaligen Mitgliedern der rechtsliberalen Vorkriegspartei Liberale Staatspartij (Liberale Staatspartei). Am 24. Januar 1948 fusionierte die Freiheitspartei mit der eher linksliberalen Gruppe des Rotterdamer Bürgermeisters Pieter Oud zur Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD, Volkspartei für Freiheit und Demokratie), welche noch heute die wichtigste liberale Partei in den Niederlanden darstellt. Stikker war der erste Vorsitzende der VVD. Er hatte die Funktion bis August 1948 inne; sein Nachfolger wurde Pieter Oud.
Außenminister
Im August 1948 wurde Stikker Außenminister im Kabinett Drees/Van Schaik. Dieses Amt übte Stikker bis 1951 aus. Wegen eines Misstrauensantrags aufgrund der Kolonialpolitik (Neuguinea) der Regierung trat Stikker am 23. Januar 1951 zurück, kehrte jedoch weniger als zwei Monate später in sein Amt zurück. Seine Amtszeit in Drees’ zweitem Kabinett dauerte vom 15. März 1951 bis zum 2. September 1952. Die Niederlande spielten während Stikkers Amtszeit eine wichtige Rolle bei der Gründung von NATO und Montanunion.
Weitere diplomatische und politische Ämter
Nach seinem Ministeramt war Dirk Stikker von 1952 bis 1958 niederländischer Botschafter in Großbritannien. Danach fungierte er als Vertreter der Niederlande im Nordatlantikrat (dem politischen Entscheidungsgremium der NATO) und bei der Organisation for European Economic Co-operation (OEEC), der Vorgängerorganisation der OECD (1958–1961). Am 21. April 1961 wurde Dirk Stikker als Nachfolger von Paul-Henri Spaak NATO-Generalsekretär. Infolge gesundheitlicher Probleme trat er am 1. August 1964 von diesem Amt zurück.
Sportliche Karriere
Stikker gewann im Badminton 1932 den nationalen Meistertitel im Herrendoppel. Bei den Dutch Open 1931 wurde er Zweiter im Doppel, bei den Dutch Open 1933 Dritter.
Weblinks
- Literatur von und über Dirk Stikker im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Dirk Stikker im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)