Strinz-Trinitatis

Ortsteil von Hünstetten im Rheingau-Taunus-Kreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Strinz-Trinitatis ist ein Markt im westhessischen Rheingau-Taunus-Kreis und seit 1972 Teil der Gemeinde Hünstetten.

Schnelle Fakten Gemeinde Hünstetten ...
Strinz-Trinitatis
Gemeinde Hünstetten
Wappen von Strinz-Trinitatis
Koordinaten: 50° 14′ N,  9′ O
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 7,07 km²[1]
Einwohner: 895 (31. Dez. 2020)[2]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 65510
Vorwahl: 06126
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Geographie

Strinz-Trinitatis liegt im Taunus nördlich des Hauptkamms zwischen Limburg und der Landeshauptstadt Wiesbaden. Durch den Ort führt die Landesstraße 3275.

Im Ort befindet sich ein Naturschutzgebiet mit dem Namen Heckenberg.

Berge

  • Basbacher Berg 360,6 m[3]
  • Heckenberg
  • Kirchberg
  • Klöseberg
  • Rabenberg

Täler

  • Basbachtal
  • Fischbachtal

Geschichte

Frühgeschichte

Schon vor der Ersterwähnung siedelten im heutigen Gemarkungsbereich von Strinz-Trinitatis Menschen. Im Wald Richtung Oberlibbach sieht man heute noch die Hünengräber, bzw. richtigerweise Hügelgräber, die Namensgeber für die heutige Großgemeinde Hünstetten, zu der Strinz-Trinitatis gehört.

Auch Flurnamen wie Mahell und Hermannsweg finden sich in Strinz-Trinitatis, wobei der Name „Mahell“ auf eine Thingstätte der Kelten zurückgehen soll. Der „Hermannsweg“ verläuft hier parallel zum Limes. Auf ihm zog vor vielen Jahrhunderten Armin der Cheruskerfürst nach den römischen Grenzlinien, um das unterjochte germanische Land den kriegskundigen Feinden wieder streitig zu machen.[4]

Ersterwähnung

Der Ortsbereich wurde schon im 9. Jahrhundert besiedelt. Welches die erste urkundliche Erwähnung nun wirklich war, ist nicht bekannt. In einer Quelle aus 1929 wird beschrieben, dass Strinz-Trinitatis zum ersten Mal urkundlich, um 770–780 bei der Gründung des Klosters Bleidenstadt, durch Karl den Großen erwähnt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt sein soll Strinz-Trinitatis offiziell gemeinsam mit dem Nachbarort Strinz-Margarethä im Jahre 1184 in einer Urkunde, mit der Papst Lucius III. dem Kloster Bleidenstadt den Besitz beider Orte bestätigt.

Herkunft des Ortsnamens

Strinz

Der erste Teil des Ortsnamens geht vermutlich zurück auf das keltische Wort Stryntz = Ödland. Einer anderen Bedeutung wird der Name Strinz in Jakob Grimms deutschen Wörterbuch zugeführt, hier heißt es soviel wie "ein frei umherlaufendes Pferd".[5]

Trinitatis

Der zweite Namensteil ist kirchlichen Ursprungs und weist auf die heilige Dreifaltigkeit (Trinitatis) hin. Wo jetzt die Kirche steht, soll einst ein gelehrter Gottesmann namens Laurentius, ein Verfechter der Dreieinigkeitslehre Gottes, gelebt haben. „St. Laurentius defensor Trinitatis“ habe man ihn genannt, woraus sich der Ortsname kombinieren soll. Dem heiligen Laurentius war auch die spätere evangelische Kirche in Hennethal geweiht.[6]

812 n. Chr. wird Strinzepha als Grenzbach des Klosters Bleidenstadt genannt. Im Jahre 1184 wurde der Ort Strentzge maiorem genannt. Später hieß er Strinziche, Grozen Strinzge, Obirn Strintzige, Groszen-Strynzen etc. bis es 1446 zu Strintzige in Heiligen Dreyfaltigkeit kam.

Kirchspiel Strinz-Trinitatis

Vor 1332 wurde Strinz-Trinitatis zum Sitz eines eigenen Kirchspiels. Vermutlich schon Mitte des 15. Jahrhunderts, spätestens aber 1566 war die Lehnshoheit des Klosters Bleidenstadt allenfalls nur noch formaler Natur und beide Strinz-Orte gehörten zum nassau-walramschen Amt Idstein. 1705 verlor das Kloster Bleidenstadt auch das Kirchenpatronat an Nassau-Idstein. Für 1610 sind 40 Haushaltungen im Ort überliefert, für 1700 rund 80 Einwohner.

In dem Ort steht eine Wehrkirche, deren Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert stammt und früher eine Eigenschaft als Wehrturm hatte.

Wüstungen im Gemarkungsgebiet Strinz-Trinitatis

Als Wüstungen bezeichnet man untergegangene, verlassene Siedlungen/Dörfer, die heute nicht mehr existieren.

Breitenscheid

Der Ort Breitenscheid befand sich zwischen Strinz-Trinitatis und Görsroth und gehörte zum Kirchspiel Strinz-Trinitatis. Zum letzten Mal erwähnt wird er 1598 durch den Strinzer Schultheißen Adam Meckel, jedoch bestand die Siedlung zu diesem Zeitpunkt vermutlich bereits nicht mehr.

Seelbach

Die genaue Lage von Seelbach ist bis heute nicht geklärt, man vermutet es lag zwischen Panrod, Strinz und Ketternschwalbach. Erstmalig erwähnt wurde der Ort 879, wüst gefallen ist er vor 1570.

Marktrecht und Markttradition

Nicht nur die erste Lateinschule im Herrschaftsgebiet Nassau-Idstein, sondern auch das Marktrecht erhält Strinz-Trinitatis als erstes im Einflussbereich der Abtei Bleidenstadt. Siehe Strinzer Markt.

Bergbau

Am 7. Juli 1619 gründet der Strinzer Pfarrer Johannes Jäger sen. zusammen mit seinem Bruder Reimund Jäger, dem Amtsschreiber Kilian, Johannes F. Diefenbach und versch. Adligen eine Gewerkschaft, um Bleierz aus dem Kirchberg zu fördern. Die Gesamteinlage betrug 120 Gulden, am 3. April 1620 verrechnete jedoch jeder Gewerkschaftler 13 Gulden Verlust. Am 16. Mai 1694 entstand eine neue Bergbaugewerkschaft mit dem Namen „Haus Nassau“, die 1791 ihre Grube auf dem Marktplatz an die Herren Schmidt und Gerhardi zusammen mit dem Markt- und Zollhaus als Zechenhaus veräußern. Am 4. November 1794 wurde noch einmal ein neuer Schacht abgeteuft.

Im hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden gibt es außerdem Belege für eine Blei- und Kupferzeche Nr. 1777 namens Eduardsegen in Strinz-Trinitatis, für die Laufzeit der Jahre 1871 bis 1903.[7]

Ebenso wird eine Dachschiefergrube Carl I. in Strinz für die Jahre 1872 bis 1880 genannt.[8]

Die alten Bergbaustollen unter dem Kirchberg wurden zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zu Luftschutzbunkern ausgebaut und sind heute nicht mehr zugänglich (zugeschüttet/überbaut/zugemauert).

Strinz-Trinitatis im Zweiten Weltkrieg

Flugzeugabstürze

Messerschmitt Bf 109-G

Am Morgen des 12. Mai 1944 startete die 8. US-Luftflotte in Großbritannien mit drei Bomberdivisionen, bestehend aus viermotorigen B17-Flying Fortress und B24-Liberator Maschinen sowie einmotorigen Thunderbolt und Mustang Begleitflugzeugen ihren Angriff auf die Hydrierwerke in Leuna. Ziel der amerikanischen Luftstreitkräfte war die Treibstoffindustrie mit ihren Hydrierwerken in Tröglitz, Böhlau, Leuna/Merseburg, Pölitz und Brüx. Den 935 Bombern und unzähligen Begleitflugzeugen standen auf deutscher Seite zum ersten Mal alle Tagjagdverbände der Reichsluftverteidigung mit 470 Abfangjägern und Zerstörern entgegen.

Die Luftkämpfe spielten sich aber zum Großteil über Taunus und Wetterau ab, wobei Feldwebel Kastenhuber (* 19. Januar 1921) aus Ingolstadt vom Stab des JG 11 bei Strinz-Trinitatis eine Notlandung missglückte und in der Gemarkung „Vorm Buchholz“ mit seiner Messerschmitt Bf 109-G kopfüber aufschlug und dabei ums Leben kam.

Junkers Ju 88 G-1

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November 1944 flog die RAF mit 101 Lancaster-Bombern einen Angriff mit dem Hauptziel Köln und der synthetischen Ölraffinerie Welheim. In diesem Zusammenhang startete u. a. das deutsche NJG 7 zur Abwehr, wobei eine Ju 88 G-1 der Gruppe 4 jenes Geschwaders von einer Mosquito der 85. Squadron abgeschossen wurde und zwischen Strinz-Trinitatis und Panrod runterging. Keines der Besatzungsmitglieder überlebte.

Kampf um Strinz-Trinitatis

Am 28. März 1945 gegen 11 Uhr verteidigten versprengte Landser und die 1. Batterie des Flakregiments 14 unter Anleitung der 6. SS Gebirgsdivision Nord den Ort gegen die über Hennethal vorrückenden US-Streitkräfte. Dafür war zwischen den beiden Orten der Fähnrich Karl Zettler mit einer Panzerfaust in Stellung gegangen, wurde jedoch von einem Spähtrupp-zu-Fuß erkannt und fiel.[9] Nach der Überwindung des Vorpostens rückten die Amerikaner vor, bis die auf dem Marktplatz in Stellung gegangene Flak-Abwehrstellung die feindlichen Führungsfahrzeuge erfassen und unter Beschuss nehmen konnte. Als dann wurde ein 2 cm Flakgeschütz, das eigentlich auf dem höchsten Punkt zwischen Strinz und Panrod, der Atzelheck, aufgestellt war, zur Verteidigung des Ortes beigekarrt und auf dem Zimmerplatz in Stellung gebracht.[10]

Die amerikanische Kolonne konnte ihren Weg nicht fortsetzen und ihr Befehlshaber war gezwungen auf in Holzhausen liegende Unterstützung zu warten, um den Ort beidseitig umgehen und in die Zange nehmen zu können. Der Plan ging auf, sodass noch am selben Tag die US-Artillerie nachrückte und mit zwei 155 mm Haubitzen „Long Toms“ zwischen Strinz und Limbach in Stellung ging. Die Amerikaner machten etwa 250 Gefangene und versenkten die Beutewaffen und Munition im alten Brandweiher und im Brunnen des Pfarrgartens.

Während des Vormarsches der Amerikaner und den Kampfhandlungen suchten die Strinzer Schutz in den Luftschutzbunkern. Darunter auch wenige dt. Soldaten, denen Gustav Scherer wohl noch anbot ihre Uniformen gegen Zivilkleidung zu wechseln, was sie jedoch ablehnten. Bis auf einen verließen alle Landser den Bunker und kamen ums Leben, lediglich der im Bunker verbliebene überlebte, wenn auch durch Prügel schwer verletzt.

Die beim Rückzug der Deutschen noch hinderliche Ausrüstung, darunter ein Tankwagen in der Pfarrscheune und ein mit Stiefeln beladener Wagen, der zunächst im Hof der Familie Kuhn unterstand, wurden unbrauchbar gemacht.

Kriegsschäden in Strinz-Trinitatis

Der Kirchturm selbst wurde abgeschossen und stürzte, wie bereits erwähnt, auf die alte Schule. Unzählige weitere Häuser hatten von MG-Feuer durchlöcherte Wände und Decken, die stellenweise heute noch zu erkennen sind. Auch Blindgänger gab es zur Genüge.

Gebietsreform und ihre Folgen

Bevor sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen die damals noch eigenständigen Gemeinden Beuerbach, Kesselbach, Ketternschwalbach, Limbach, Strinz-Trinitatis und Wallbach zur neuen Großgemeinde Hünstetten zusammenschlossen, ernannte man in der letzten Sitzung der Gemeinde Strinz-Trinitatis am 30. Dezember 1971 den damaligen Landrat des Untertaunuskreises Herbert Günther zum Ehrenbürger von Strinz-Trinitatis.[11] Im selben Zuge ernannte man Bürgermeister Ewald Müller zum Ehrenbürgermeister, während Karl Puff für seine 35-jährige Tätigkeit als Gemeindekassenverwalter ausgezeichnet wurde.

1974 folgte die Auflösung des Untertaunuskreises und die Zusammenlegung zum Rheingau-Taunus-Kreis.

Das Dorfgemeinschaftshaus wurde 2016 in Dr.-Herbert-Günther-Halle benannt. Seit Sommer 2017 heißt der Vorplatz „Lothar-Häring-Platz“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswertes

Ehem. Elementarschule Strinz-Trinitatis

Die ehemalige Elementar-/ und spätere Volksschule Strinz-Trinitatis wurde 1562 (als erste im Einflussbereich von Nassau-Idstein) als Lateinschule gegründet. Die Schule und die dazugehörige Schulscheune stehen heute unter Denkmalschutz.

Ehem. Reichsarbeitsdienstlager d.w.J. Strinz-Trinitatis

Das ehemalige Reichsarbeitsdienstlager der weiblichen Jugend war das erste seiner Art im Untertaunuskreis und ein Musterlager für den Bezirk Hessen. Die Grundsteinlegung fand am 1. Mai 1938 auf dem hiesigen Marktplatz statt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Heidelandschaft und Naturschutzgebiet Heckenberg

Der Heckenberg in Strinz-Trinitatis ist aufgrund seiner heideähnlichen Landschaft, die durch jahrhundertelange Bewirtschaftung und Beweidung erst entstehen konnte, zum Naturschutzgebiet erklärt worden und ist besonders im Spätsommer, wenn die Heide blüht, schön anzusehen. Jedoch wurde mit den am 28. Oktober 2025 begonnenen Arbeiten zur kompletten, festen Einzäunung des ca. 10 ha großen Naturschutzgebietes u. a. der Zugang und Wildwechsel erschwert.

Hügelgräber

Die Hügelgräber befinden sich nicht unweit des Hermannsweges im Strinzer Wald, sind zurzeit aber weder durch Schilder noch anderweitig ausgewiesen.

Marktplatz mit Naturdenkmal Winterlinde

Vom historischen Marktplatz ist heutzutage leider nicht mehr viel übrig geblieben. Mit dem Bau des RAD-Lagers auf dem Marktplatz begann der stetige Schwund, darauf folgten der Bau eines Dorfgemeinschaftshauses, der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses, die Errichtung eines Kindergartens usw. Auch wenn vom historischen Marktplatz heute nicht mehr viel übrig geblieben ist, steht doch noch die imposante, etwa 450 Jahre alte Marktlinde.

Wehrkirche zu Strinz-Trinitatis

Die Kirche in Strinz wurde nicht in einem errichtet, sondern etappenweise. Zunächst wurde im 11. Jahrhundert ein Wehrturm errichtet, der später zum Kirchturm umfunktioniert werden sollte, woran die heute noch vorhandenen Schießscharten erinnern. Darauf folgte der Anbau des Kirchenschiffs und dann nochmals der Anbau eines Chors.

Weitere Informationen Straße, Hausnummer ...
Listung der Baudenkmäler
Straße Hausnummer Beschreibung
Hohenweg 2 Hofreite Rau
Hohenweg 6 Kleinhofreite Müller
Kirchberg - Kirche mit Turm, Kirchenschiff und Chor
Kirchbergstraße 5 ehem. Schule
Kirchbergstraße 14 ehem. Schulscheune
Kleine Bachstraße 5 Hofreite Wilhelm Ohlemacher II.
Panroder Straße 3 ehem. Reichsarbeitsdienstlager
Scheidertalstraße 5 Wohnhaus der Hofreite Wilhelm Ohlemacher III.
Scheidertalstraße 6 Brunnen
Scheidertalstraße 8 ehem. Pfarrhaus
Scheidertalstraße 9a Gerhardt´s-Scheune[12]
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Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar: Glühweinfest des Fördervereins
  • Fronleichnam: Feuerwehr Grillfest
  • Juni: Strinzer Markt
  • Zweiter Sonntag im September: Kerb
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Vereine

  • Chorgemeinschaft GV „Eintracht Strinz-Trinitatis 1864“ e. V
  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Strinz-Trinitatis e. V.
  • Förderverein Strinz-Trinitatis e. V.
  • Kerbegesellschaft Strinz-Trinitatis
  • Modellfluggruppe Strinz-Trinitatis e. V.
  • Turn- und Sportverein 1920 Strinz-Trinitatis e. V.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Ehrenbürgermeister

  • Ewald Müller (1916–1992), Landwirt

Persönlichkeiten, die in Verbindung zum Ort stehen

Politik

Gemeindevorsteher

Die ursprüngliche Bezeichnung für Personen, die der Gemeinde Strinz vorstanden, war Schultheiß. Diese Begrifflichkeit wechselte irgendwann zwischen 1822 und 1877 zu Bürgermeister. Jener hielt sich dann bis zur Eingemeindung 1972. Ab dann gab es die Gemeinde Strinz nicht mehr und für alle ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[13]

Weitere Informationen Amtszeit, Gemeindevorsteher ...
Amtszeit Gemeindevorsteher
1598 Adam Meckel
1694 Emmerich Barth
1822 Johann Philipp Gerhard
1877 Philipp Schneider
1895 August Heß
1912 Ferdinand Puff
1920–1934 Ludwig Menges
1934–1945 Karl Gerhard
1945 Karl Brühl
1946–1972 Ewald Müller
1972 Arnold Geier
- Wilhelm Wölfinger
- Peter Böhm
- Markus Zahn
2011–2013 Jan Kraus
2013–2016 Michael Scherer
2016–2021 Lothar Häring
2021–2026 Jörg Wiegand
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Gemeinde- und Ortsbeirat

Weitere Informationen Wahlergebnis 1956 (in Stimmen je Partei) ...
Gemeinderat von Strinz-Trinitatis
1924 1956 Wahlergebnis 1956

(in Stimmen je Partei)

1971
Wilhelm Feix Willi Gerhard 223 (parteilos) Walter Menges
Albert Gerhard Ewald Müller 223 Ewald Müller
Ludwig Menges Robert Riedl 223 Walter Müller
- Gustav Scherer 223 Erwin Thurein
- Georg Weimar, SPD 72 (SPD) Karl Zahn, SPD
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Der Letzte Gemeinderat von Strinz-Trinitatis tagte am 30. Dezember 1971.

Weitere Informationen Wahlperiode 2011–2016, Wahlergebnis (in Stimmen) ...
Ortsbeirat von Strinz-Trinitatis
Wahlperiode

2011–2016

Wahlergebnis

(in Stimmen)

Wahlperiode

2016–2021

Wahlergebnis

(in Stimmen)

Wahlperiode

2021–2026

Wahlergebnis

(in Stimmen)

Eva Ernst 258 Lothar Häring 596 Ronald Fiedler 414
Thomas Hackl 321 Helmut Lange 281 Frank Heuckeroth 373
Lothar Häring 343 Rolf-Dieter Müller 208 Helmut Lange 386
Jan Kraus 1.098 Andreas Schardin 171 Meike Lück 535
Helmut Lange 249 Michael Scherer 531 Rolf-Dieter Müller 467
Anke Müller 194 Susanne Scherer 392 Karsten Rose, Bündnis 90/Die Grünen 270
Andreas Schardin 93 Andreas Schild 419 Jörg Wiegand 525
Michael Scherer 425 Jörg Wiegand 269 - -
Susanne Scherer 401 - - - -
Andreas Schild 262 - - - -
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Gemeinderechner

Weitere Informationen Amtszeit, Gemeinderechner ...
Amtszeit Gemeinderechner
1871 Karl Schmidt
1922 Karl Egert
1936–1972 Karl Puff I.
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Das Amt des Gemeinderechners bzw. des ehrenamtlichen Gemeindekassenverwalters besteht ebenfalls seit 1972 nicht mehr.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen und Geschäfte

  • Daniel Neuroth Stahl & Metallbau
  • Haarstudio Tanja
  • Perfect Home
  • Rainers Imbiss
  • Rose-Ferienwohnung
  • Selectronic Systems GmbH
  • Steuerungstechnik Ungethüm GmbH
  • Weinhaus Zahn

Landwirtschaft

Entwicklung der Landwirtschaft in Strinz-Trinitatis

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verringerte sich die Anzahl der Bauern um 90 %, von etwa 80 auf lediglich 8. Während dieses Krieges ging auch die einzige Strinzer Mühle, eine Ölmühle in den "Bruchwiesen", durch Kriegseinwirkung unter.

1935 werden drei Bauernstellen in Strinz zu Erbhöfen ernannt und die Anzahl der Landmänner stieg inzwischen wieder auf über 80, wovon um die 50 Milch an die Molkerei ablieferten. Die Strinzer Milch wurde in der 1935 gegründeten Molkerei Conring im damaligen Camberg verarbeitet, zuvor bestanden im Umkreis keine Molkereien. Die Milchkannen der Bauern wurde täglich per LKW von den zwei Milchbänken, deren Standort in etwa mit den beiden heute bestehenden Bushaltestellen in Strinz übereinstimmt, abgeholt.

Im Jahr 1951 kamen die ersten beiden Traktoren ins Dorf, die die über 30 Pferde und 100 Fahrkühe auf Dauer obsolet machten und den Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft in Strinz-Trinitatis markierten.

Im Folgejahr 1952 wurde der Strinzer Rindviehbestand saniert und auf "Tuberkulose frei" umgestellt. Jedes, trotz Impfung, auf Tbc positiv reagierende Vieh musste gekeult werden, war das der Fall entschädigte der Staat den Verlust mit 200 DM je Tier.

Bis 1965, als sich der erste Privatmann im Ort einen Mähdrescher erwarb, wurden die Drescharbeiten von der ortsansässigen Lohndrescherei Karl Ohlemacher durchgeführt, die zeitweise zwischen 6 und 15 Hilfskräfte beschäftigte. In dieser Zeit fanden auch die staatlich geförderten Aussiedelungen in/aus Strinz statt.

Nach dem Weltrieg wurde die Molkerei Conring von der Molkereigenossenschaft Camberg übernommen und 1967 wurde eine zentrale Milchsammelstelle in der Scheune des Bürgermeisters Müller errichtet, die 12 Jahre lang ihren Dienst tat bis 1979 nur noch insgesamt 6 Landwirte ihre Milch dort ablieferten, eine Entwicklung die im gesamten Deutschland mehr oder minder zu beobachten war.

So kam es, dass 1983 lediglich vier Haupterwerbslandwirte und sechs Nebenerwerbslandwirte übrig blieben. Im Jahr 2025 stehen von ursprünglich 72 Scheunen nur noch 27, Haupterwerbslandwirte gibt es noch einen und 6 Nebenerwerbslandwirte.

Aussiedlung landwirtschaftlicher Betriebe

In Strinz-Trinitatis gibt es drei Aussiedlerhöfe. Diese sind:

  • Birkenhof - L. Gerhard
  • Erlenhof - A. Egert
  • Talhof - G. Scherer

In den 1960er Jahren siedelten die Strinzer Landwirte Albert Egert, Lothar Gerhard und Günther Scherer aus. Die Aussiedlerhöfe haben mit der Ausschreibung verschiedener Neubaugebiete, wie z. B. "Am Weinsoder", jedoch ihre Haupteigenschaft, die sie als Aussiedler charakterisiert eingebüßt, insbesondere der Erlenhof.

Obstbau

Zur Zeit stehen auf ca. 31.864 m² Obstbaumplantagen des landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetriebes "Hof Zollhaus[14]". Die übrigen Streuobstbestände in Strinz werden von etwa 15 Personen bewirtschaftet.

Weinbau

Der auf dem Kirchberg in Strinz-Trinitatis gewonnene "Strinzer Bleichert", war bis zum Dreißigjährigen Krieg im nassauischen Binnenland weit bekannt und verbreitet.

"Wer von dem eine Maß auf einen Sitz trank, wurde für immer kreidebleich, erwarb sich aber auch einen Ablaß für alle Sünden!"[15]

Heute spielt der Traubenweinbau keine Rolle mehr für die Strinzer, lediglich der o. g. Flurname Weinsoder erinnert daran.

Tourismus

Eine Teilstrecke des Hermannswegs in Strinz-Trinitatis gehört zum europäischen Fernwanderwegs E1, außerdem gibt es hier eine Ferienwohnungsvermietung.

Für Wanderer und Radfahrer steht ebenfalls im Idsteinerweg eine Wetterschutzhütte bereit.

Trinkwasserversorgung und Abwasserwirtschaft

Born und Borntröge

In Strinz gab es ursprünglich drei Borntröge. Ein Born in der Borngasse, der Pfarrborn im Pfarrgarten und der Zollborn im Hof der heutigen Scheidertalstraße 2. Diese waren ursprünglich aus Holz gefertigt, der metallene Borntrog, der heute an der Ecke Panroder Straße zur Scheidertalstraße steht, ist an keine Quelle angeschlossen und pumpt aus einem unterirdischen Behälter das Wasser lediglich rund. Dieser stammt ursprünglich aus Wallrabenstein und wurde zur Ortsverschönerung nach Strinz gebracht.

Hochbehälter und Tiefbohrungen

Der Born in der Borngasse wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu eingefasst und an das verrohrte Wassernetz angeschlossen. Durch stetig steigender Wasserverbrauch reichte das dort geförderte Nass nicht mehr aus und auf Vorschlag der Kreisverwaltung wurde eine Tiefbohrung in der Gemarkung Bruchwiese durchgeführt, welche eine Tiefe von etwa 120 Metern erreichte. Der Born in der Borngasse wurde aufgegeben, die dazugehörige Pumpstation verkauft und als Hühnerstallung genutzt. Mittlerweile wurde auch dieses Häuschen abgerissen.

Mit Ausbau des Neubaugebietes reichte der Höhenunterschied zwischen dem ursprünglichen Wasserreservoir in der Gemarkung "Auf Krämer´s Stück" nicht mehr aus, um das höher gelegene Neubaugebiet in der Panroder Straße mitzuversorgen. Daraufhin entstand 1958 auf dem Heckenberg ein kostspieliger, neuer Hochbehälter.

Nach der Gründung Hünstettens wurde eine Ringleitung durch alle Ortsteile mit Anschluss an das Fernnetz sowie eine weitere Tiefbohrung im Quellgebiet Schmittborn in Strinz-Trinitatis geschaffen.

Quellen

Quellen gibt es in Strinz einige. Lediglich zwei, die Quellen im Hirschgoss und Schmittborn, wurden um 1900 in Gussrohre gefasst und mit Gefälle in das Wasserreservoir in der Gemarkung "Auf Krämer´s Stück" geführt, um das Ort mit Trinkwasser zu versorgen.

Kläranlage Strinz-Trinitatis

Am Dienstag, den 25. Oktober 1984, fand der Spatenstich für die Klärteichanlage in Strinz-Trinitatis statt. Eingeweiht und in Betrieb genommen wurde sie am Freitag, den 13. Juni 1986 um 15 Uhr. Die maschinelle Ausrüstung für die Wasseraufbereitung wurde im Mai 1992 ausgeliefert.

Verkehr

Straßenverkehr

Von Nordosten aus ist Strinz-Trinitatis über die L 3275 und die B 417 von Limbach aus zu erreichen und aus Südenwesten ebenfalls über die von Hennethal kommende L 3275. Hier ist Strinz die letzte Wendemöglichkeit für LKW und Gespanne über 10 Meter Länge. Durch die zentrale Lage zwischen Limburg (26 km Entf.) und der Landeshauptstadt Wiesbaden (24 km Entf.), sowie den nächsten Autobahnanschluss an die A 3 im 12 km entfernten Idstein. Von dort ist die Mainmetropole Frankfurt am Main in unter einer Stunde Fahrt zu erreichen.

Luftverkehr

Auf dem Firmengrundstück der Selectronic Systems GmbH befindet sich ein Helikopterlandeplatz.

Öffentlicher Personennahverkehr

Anfang September 1925 wurde Strinz-Trinitatis an den Verkehr angeschlossen und eine Postautolinie fuhr von Idstein über Görsroth, Limbach, Strinz-Trinitatis, Hennethal, Strinz-Margarethä, Breithardt, Adolfseck nach Langenschwalbach. Heute gibt es im ursprünglichen Ortsbering die Bushaltestellen Kirchberg und Hohenweg. Die Bushaltestelle Kirchberg wird von den Linien 229 und 277, die Bushaltestelle Hohenweg von den Linien 229, 243 und 277 angefahren.

Wappen

Das Wappen zeigt in Blau ein goldenes strahlendes Dreieck, darin ein blaues Auge (→ Gottesauge (Heraldik)).

Literatur

  • Waldemar Schmidt: Strinz-Margarethä und Strinz-Trinitatis – zwei Bleidenstädter Kirchspiele. In: Nassauische Annalen, 65. Band. 1954. Seiten 229–233
  • Albert Ohlemacher: DAS VERKAUFTE DORF - Strinz und seine Vergangenheit -. Hünstetten 2000.
  • Werner Gros und Rudolf P. Wuschek: Strinz-Trinitatis. In: Hünstetten Leben im Grün der Wiesen und Wälder. Hünstetten 1997. Seiten 57–64
  • Rudolf P. Wuschek: Strinz-Trinitatis RAD-Heim für Mädel Vom einstigen Vorzeigeprojekt zum unbequemen Denkmal. Hünstetten 2013.
Commons: Strinz-Trinitatis – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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