Strontiomelan

Strontium- und manganhaltiges Oxid der Coronadit-Gruppe From Wikipedia, the free encyclopedia

Strontiomelan ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Sr(Mn4+6Mn3+2)O16.[3] Es tritt in 100 bis 200 μm dicken Aggregaten in Verbindung mit verschiedenen Mineralen auf.[3]

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Strontiomelan
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1995-005[1]

IMA-Symbol

Sml[2]

Chemische Formel Sr(Mn4+6Mn3+2)O16
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/D.08-025

4.DK.10
07.09.01.05
Ähnliche Minerale Kryptomelan
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch, 2/m
Raumgruppe P21/c (Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14
Gitterparameter a = 10,00 Å; b = 5,758 Å; c = 9,88 Å
β = 90,64°[3]
Formeleinheiten Z = 2[3]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4–4,5[4]
Dichte (g/cm3) berechnet: 4,66
Spaltbarkeit unvollkommen
Bruch; Tenazität keiner
Farbe schwarz[4], grau[5]
Strichfarbe sepia, braun
Transparenz opak
Glanz metallisch-matt[3]
Kristalloptik
Pleochroismus stark grau-weiß[3]
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Etymologie und Geschichte

Strontiomelan wurde 1999 in Saint-Marcel, Aostatal, Italien entdeckt. Es ist nach seinem Bestandteil Strontium und seiner schwarzen Farbe, zu griechisch „Melanos“, benannt.[4]

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Strontiomelan noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/D.08-025. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2 und verwandte Verbindungen)“, wo Strontiomelan zusammen mit Cesàrolith, Coronadit, Ferrihollandit, Henrymeyerit, Hollandit, Kryptomelan, Manjiroit, Mannardit, Priderit und Redledgeit die „Kryptomelangruppe“ mit der Systemnummer IV/D.08 bildet.[6]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Strontiomelan in die Klasse der „Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate)“ und dort in die Abteilung „Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit großen (± mittelgroßen) Kationen; Tunnelstrukturen“ zu finden, wo es zusammen mit Kryptomelan, Romanèchit und Todorokit die „Kryptomelangruppe“ mit der Systemnummer 4.DK.10 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Strontiomelan die System- und Mineralnummer 07.09.01.05. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Mehrfache Oxide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Mehrfache Oxide“ in der „Kryptomelangruppe (Hart, schwarz, feinkörnig)“, in der auch Hollandit, Kryptomelan, Manjiroit, Coronadit und Henrymeyerit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Strontiomelan kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/n (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 2)Vorlage:Raumgruppe/14.2 mit den Gitterparametern a = 10,00 Å, b = 5,758 Å und c = 9,88 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]

Bildung und Fundorte

Strontiomelan ist mit Braunit, Kryptomelan, Hollandit, Quarz, Arsen-haltigem Fluorapatit, Antimon-haltigem Titanit, Jadeit und Strontiopiemontit (Piemontit mit Sr-Anteil) vergesellschaftet.[3]

Von Strontiomelan sind nur drei Fundorte bekannt. Die Typlokalität in Italien liegt in der autonomen Region Aostatal in Saint-Marcel. Daneben sind eine Fundstelle in Belgien in der Provinz Luxemburg und eine Fundstelle in Japan in der Region Kyushu in der Nähe der Stadt Nagasaki bekannt.[4]

Siehe auch

Literatur

  • N. Meissner, E. A. Perseil, J. Brugger, P. J. Chiappero: Strontiomelane, SrMn4+6 Mn3+2 O16 , a new mineral species of the cryptomelane group from St. Marcel-Praborna, Aosta Valley, Italy. In: Canadian Mineralogist. 37 Part 3, 1999, S. 673–678 (englisch, rruff.info [PDF]).

Einzelnachweise

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